RB Leipzig in der Europa League : Erst Cordoba, dann Gijón?

Kämpfen oder Kungeln: Die Bruderklubs aus Salzburg und Leipzig können sich im Endspurt der Gruppenphase der Europa League helfen. Ein Gedankenspiel.

Zu welchen Team hält er dann am 29. November. Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz (r., mit Sonnenbrille).
Zu welchen Team hält er dann am 29. November. Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz (r., mit Sonnenbrille).Foto: picture alliance / dpa

Bei Red Bull Salzburg haben sie guten Grund, sauer zu sein auf den Bruderklub aus Leipzig. Als nämlich die Österreicher am Donnerstag beim 5:2 in Trondheim glaubten, in die nächste Runde der Europa League zu rauschen, leistete sich die Red-Bull-Filiale Rasenballsport Leipzig ein 1:2 bei Celtic Glasgow. Deshalb fehlt Salzburg noch ein Punkt, um sicher weiter zu sein. Denn nun haben in der Gruppe B zwei Teams (Celtic und Leipzig) hinter dem souveränen Tabellenführer aus Österreich (12 Punkte) sechs Punkte auf den Konto.

Ein Punkt? Den können die Salzburger am 29. November daheim holen – gegen RB Leipzig. Mehr muss es dann nicht sein, denn die Sachsen wiederum brauchen mindestens auch einen Punkt, um im letzten Spiel gegen Trondheim alles klar zu machen. Vorausgesetzt, die Salzburger patzen dann nicht in ihrem letzten Spiel gegen Celtic. Denn –  nun schon weiter oder nicht – die Firma kann sich in jedem Fall helfen. Sprich, Salzburg und Leipzig könnten sich nun die Ergebnisse zurechtlegen und aus eigener Kraft gemeinsam die Konkurrenz auf Distanz halten und eine Runde weiterkommen.

Bei Leipzig standen in Glasgow mehr Österreicher als Deutsche in der Startelf

Es war ja vorher undenkbar, dass es kritisch werden könnte, wenn eine Firma zwei Klubs ins Europa-League-Rennen schickt. Zumal: Zwischen  deutschen und österreichischen Mannschaften gibt es ja eine gesunde Konkurrenz, die ist historisch gewachsen. Da wird gekämpft: Denken wir an „die „Schmach von Cordoba“ 1978, Hans Krankl, das Tor zum 3:2 für Österreich und das WM-Aus für die Piefkes. Oder da wird gekungelt: Wie dann vier Jahre später bei der WM in Spanien, als Deutschland gegen Österreich 1:0 ausgehen musste, damit beide Länder eine Runde weiterkommen. Das Spiel ging als der „Nichtangriffspakt von Gijón“ in die Fußballgeschichte ein. Seitdem wird der letzte Vorrundenspieltag bei den Weltmeisterschaften zeitgleich ausgetragen.

Ihr Cordoba haben die Leipziger schon hinter sich, das Europa-League-Hinspiel verloren die Sachsen 2:3 gegen die Salzburger. Demnach müsste nun am 29. November der „Nichtangriffspakt von Salzburg“ folgen. Was spricht dagegen? Dass in der Leipziger Startformation von Glasgow mehr Österreicher (2) als Deutsche (1) standen - oder, dass Salzburg einen deutschen Torwart hat? Nun, vor allem der Verstand: Vergessen wir also Cordoba, Gijon und freuen wir uns auf einen Kampf und keine Kungelei.

Und kritisieren dann, wenn das Spiel nach lahmen Ballgeschiebe doch 1:1 ausgeht.

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