Zweite Liga : Marvin Friedrich ist Unions neuer Abwehrchef

Marvin Friedrich hatte ein gutes erstes Halbjahr beim 1. FC Union - nun könnte sich der 22-Jährige zum Stabilisator der Defensive entwickeln.

Blick nach vorn. Marvin Friedrich hat in der Vorbereitungsphase überzeugt und besitzt gute Chancen, beim Punktspielauftakt in einer Woche in Unions Startelf zu landen.
Blick nach vorn. Marvin Friedrich hat in der Vorbereitungsphase überzeugt und besitzt gute Chancen, beim Punktspielauftakt in...

Rafal Gikiewicz und Michael Gspurning saßen nach dem Spiel im Londoner Stadion an der Loftus Road vor der Haupttribüne auf der Bande. Der frisch geduschte Schlussmann des 1. FC Union und der Torwarttrainer des Fußball- Zweitligisten dürften über das erste Spiel ihres Vereins auf englischem Boden gesprochen haben. Am deutlichen 0:3 beim Zweitligisten Queens Park Rangers – nach Toren von Bright Osayi-Samuel, Matt Smith und Ebere Eze mit einem unberechtigten Elfmeter – trug Gikiewicz keine Schuld. Der Neuzugang vom SC Freiburg zeigte einige gute Paraden und verhinderte eine höhere Niederlage. Glückwünsche zur Berufung als Nummer eins im Tor der Köpenicker wollte er nicht annehmen. „Wir haben trotzdem verloren“, sagte Gikiewicz.

Nach Schlusspfiff bekamen er und seine Mitspieler dennoch reichlich Applaus. In die Schar der Spieler vor dem Gästeblock reihte sich auch der Ex-Unioner Toni Leistner ein, der seinen neuen Klub Queens Park Rangers als Kapitän anführte. Über 1500 Union-Fans unter den 4097 Besuchern feierten ungeachtet der Niederlage ihr Team und sich selbst.

Friedrich gefällt die ihm zugedachte Rolle als Abwehrchef

Leistners designierter Nachfolger bei Union ist Marvin Friedrich. Der 22 Jahre alte Winterzugang vom FC Augsburg ist auf dem Weg zum unumstrittenen Stammspieler. Der Innenverteidiger ist aktuell sogar Abwehrchef, weil Leistner nach England abwanderte und Konkurrenten wie Florian Hübner (muskuläre Probleme) oder Marc Torrejon (Muskelfaserriss in der Wade) noch nicht fit sind. Friedrich hört es gern, wenn er als Abwehrchef bezeichnet wird. Er sagt: „Ich will der Mannschaft helfen und gerade in der Verteidigung Verantwortung übernehmen. Ich bin froh, dass es bislang in Berlin so gut gelaufen ist. Ich hoffe, dass es so weiter geht.“ Er machte in der Rückrunde auf Anhieb zwölf Spiele, elf Mal stand er in der Startelf. Der Abwehrmann enttäuschte nicht.

Nach Lage der Dinge wird er zusammen mit dem ein Jahr jüngeren Lars Dietz am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, Alte Försterei) beim Punktspielauftakt gegen Erzgebirge Aue die Innenverteidigung bilden. Dietz wäre bei einem Einsatz gegen Aue endlich richtig bei Union angekommen. Im Januar war er von Borussia Dortmund II gewechselt, doch in der gesamten Rückrunde hatte es nicht zu einem einzigen Spiel in der Zweiten Liga gereicht. Das könnte sich jetzt ändern. „Mit Lars Dietz hat es in den letzten beiden Spielen ganz ordentlich geklappt“, sagte Friedrich vor der Partie in London. Dort sahen bei den Gegentoren dann eher erfahrene Akteure wie Manuel Schmiedebach oder Christopher Trimmel nicht so gut aus.

Beim Testspiel in London trat das Team müde auf

Friedrich hatte sich sehr auf die Partie auf der Insel gefreut, „weil die Fans in England nah am Spielfeldrand dran sind“. Ein Spiel auf englischem Boden war auch schon immer der Traum vieler Union-Fans. Im Londoner Stadtteil Shepherd's Bush waren die rotgekleideten Anhänger tagelang zu sehen. Die Polizei blieb auch bei der Durchführung des eigentlich nicht genehmigten Fanmarsches locker. Im Stadion sahen die Ordnungshüter später darüber hinweg, dass Alkohol auf der Tribüne getrunken wurde. Das ist sonst nicht möglich. Die durchgehende Unterstützung der Fans beeindruckte die Gastgeber sichtlich. In England ist man so etwas nicht mehr gewohnt.

Dass einige Union-Fans leere Plastikflaschen in Richtung Innenraum warfen, passte jedoch nicht ins Bild. Trainer Urs Fischer lobte die große Masse, auf die Mannschaft und Verein stolz sein könnten. „Das ist einmalig. Die Fans haben ihren Job sehr gut gemacht“, sagte Fischer. „Wir weniger, irgendwie gab es eine gewisse Müdigkeit.“

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