Bund will Reisewarnung für EU aufheben : Was sich für deutsche Touristen jetzt ändert

In Kroatien dürfen Deutsche schon jetzt einreisen, andere Länder werden folgen. Von Normalität kann aber keine Rede sein.

Ein Rettungsschwimmer mit Mundschutz am Strand von Alicante in Spanien.
Ein Rettungsschwimmer mit Mundschutz am Strand von Alicante in Spanien.Foto: Joaquín Reina/EUROPA PRESS/dpa

Am Mittwoch will Bundesaußenminister Heiko Maas seine weltweite Reisewarnung aufheben und ab dem 15. Juni wenigstens in 31 europäische Länder das Reisen wieder erlauben. „Wir bereiten für das Kabinett morgen einen Beschluss vor, der zurzeit noch innerhalb der Regierung abgestimmt wird“, bekräftigte Maas am Dienstag. Von einer vollständigen Normalisierung für den Tourismus und deutsche Reisende kann aber auch in diesem Fall keine Rede sein.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte schon im April gewarnt: „Eine normale Urlaubssaison mit vollen Strandbars und vollen Berghütten wird es diesen Sommer nicht geben können.“ Die Bundesregierung hatte daher im März eine offizielle Reisewarnung beschlossen, die noch bis zum 14. Juni gilt. Alle Pauschalreisen in dieser Zeit werden storniert. Die Kunden bekommen ihr Geld zurück.

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Maas will die allgemeine Reisewarnung nun aufheben und durch länderspezifische Warnungen ersetzen. Pauschalreisen in alle EU-Länder sowie nach Großbritannien, Island, Norwegen, Liechtenstein und in die Schweiz sollen ab dem 15. Juni wieder möglich werden. Doch wegen weiter bestehender Unsicherheiten haben erste Reiseveranstalter weitere Reisen gecancelt. Schauinsland streicht Flugreisen bis zum 26. Juni, Alltours alle Flugtrips bis einschließlich 25. Juni. Tui lockt mit einem Vollkaskoangebot: Reisen, die Kunden bis zum 30. Juni buchen und bis zum 31. Oktober 2021 antreten wollen, können bis 14 Tage vor Abflug kostenfrei storniert werden.

Italien will ab Mittwoch EU-Bürger ins Land lassen, ohne sie in Quarantäne zu schicken. Zypern folgt am 20. Juni. Kroatien erlaubt Deutschen die Einreise schon jetzt. Dagegen wird Spanien erst am 1. Juli die zweiwöchige Zwangsquarantäne für Einreisende aufheben.

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Was Fernreisen angeht, ist noch keine umfassende Regelung in Sicht. Man werde sich auch mit der Frage auseinandersetzen, wie es mit den Ländern außerhalb der EU weitergeht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts dem Tagesspiegel. Dann kommt es auf die jeweiligen Länder an. Die USA haben beispielsweise ein unbefristetes Einreiseverbot für Deutsche verhängt. In Thailand gelten der Notstand und eine nächtliche Ausgangssperre, Einreisen für Touristen sind verboten.