Dieselsubventionen : Bitte nicht bremsen

VW-Chef Matthias Müller plädiert für ein Ende der steuerlichen Dieselprivilegs. Jetzt sind die Wettbewerber und die Politik am Zug. Ein Kommentar.

Abschaffen. Auch der Rechnungshof beklagt die Diesel-Vergünstigung an der Tankstelle.
Abschaffen. Auch der Rechnungshof beklagt die Diesel-Vergünstigung an der Tankstelle.Foto: Marijan Murat/dpa

Das sind Sätze von Matthias Müller, die man dem VW-Chef nicht zugetraut hatte: Über die Privilegien für den Diesel solle man nachdenken, sagt er. Eine Blaue Plakette bringt er ins Gespräch, gar ein Tempolimit. Der vom Dieselskandal offenbar sehr nachdenklich gestimmte Müller bricht mit Tabus, die die Branche gepflegt hat. Rührt nicht an den Diesel, wir brauchen ihn für den Klimaschutz! Verhindert Fahrverbote, sie enteignen Hunderttausende! Freie Fahrt für freie Bürger! Die Reaktionen zeigen, dass der VW-Chef noch ziemlich allein dasteht mit seinen plakativen Diesel-Zweifeln. Aber es hat Gewicht: Der weltgrößte Autobauer verabschiedet sich von einer Technologie, die langfristig keine Zukunft hat. Statt ihn zu bremsen, sollten BMW, Mercedes & Co. in die Diskussion einsteigen, damit die künftige Bundesregierung weiß, woran sie ist. Käme es zu dem, was Müller andeutet – eine schnellere Transformation zur Elektromobilität –, dann brauchen alle, die auf den Diesel angewiesen bleiben, Übergangsfristen, Kompensation, Investitionshilfen. So schnell wird es nicht kommen, aber nach Müllers Intervention kann es schneller gehen, als viele gedacht (und gehofft) haben.

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