"Unsere letzte große Aktion mit Aldi ist sehr erfolgreich gelaufen"

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Microsoft-Deutschlandchef im Interview : "Wir geben keine Daten an US-Geheimdienste"
Der 50-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Köln.
Der 50-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Köln.Foto: Mike Wolff

Sie bieten die Bürosoftware Office jetzt im Jahresabo an, wird das auch beim neuen Windows-Betriebssystem so sein?

Das werden wir Ihnen bald verraten.

Am 30. September?

Das ist ein möglicher Termin. Es wird eine neue Plattform geben, aber zum Datum und zur Ausgestaltung kann ich Ihnen noch nichts sagen.

Nadella hat den Abbau von 18 000 Arbeitsplätzen angekündigt, wobei vor allem ehemalige Nokia-Mitarbeiter betroffen sind. Wie wirkt sich das auf die Stimmung im Unternehmen aus?

Ich spreche nur für Deutschland, wo wir 2700 Mitarbeiter beschäftigen. Wir werden eine zweistellige Zahl von Arbeitsplätzen abbauen. Wir erwarten also keinen nachhaltig negativen Effekt.

Wie läuft die Integration von Nokia?

Beide Unternehmen sind sehr komplementär. Nokia ist im Kern ein Hardware-, Microsoft ein Software-Unternehmen. Wir können viel voneinander lernen und es lässt sich gut an. In Deutschland erhöhen wir unseren Marktanteil bei Handys konstant. Aber wir sind noch nicht bei den zehn Prozent, die wir anstreben. Also bin ich auch noch nicht zufrieden.

Wie wollen Sie die Marktführer Samsung und Apple angreifen?

Ich bin da ganz demütig. Die anderen machen gute Geräte und haben gute Marktanteile. Wir machen einen Schritt nach dem nächsten. Erstens nutzen wir unser starkes Firmenkundengeschäft bei PCs und Notebooks und unsere integrierte Software, um mehr Geschäftskunden für unsere Smartphones zu gewinnen. Und zweitens versuchen wir, abseits der Netzbetreiber neue Vertriebspartner zu gewinnen. Unsere letzte große Aktion mit Aldi ist sehr erfolgreich gelaufen.

Fühlen Sie sich bei Aldi wohl?

Wenn Sie Marktanteile gewinnen wollen, müssen Sie dahin gehen, wo das Wachstum ist. Das findet im Moment bei Geräten im unteren bis mittleren Preissegment statt, also bei 100 bis 180 Euro. Da greifen wir als erstes an.

Bei Tablets sieht das offensichtlich anders aus, das neue Surface Pro 3 ist als High-End-Produkt angelegt. Wie lief der Verkauf am ersten Wochenende?

In Deutschland sehr erfolgreich: Wir haben alles verkauft, was wir hatten. Mit unserem eigenen Windows-Tablet wollen wir das Premium-Segment besetzen. Das Portfolio wird aber mit Geräten von Partnern erweitert, und zwar in allen Preisbereichen von 100 Euro aufwärts.

Ihre Partner waren nicht erfreut, dass Microsoft nun selbst Tablets herstellt.

Es geht darum, den Kuchen zu vergrößern: weg von den alten Notebooks und Desktop-Computern, hin zur nächsten Generation von High-End-Geräten. Aber natürlich stehen wir mit dem Surface auch im direkten Wettbewerb zu unseren Hardware-Partnern. Am Ende entscheidet der Kunde, was er haben möchte.

Welchen Marktanteil streben Sie bei Tablets an?

Auch hier heißt die Marke zunächst einmal zehn Prozent. Danach muss man sich das nächste Ziel setzen.

Planen Sie weitere Verkaufsaktionen bei Aldi?

Ja, der Vertriebskanal funktioniert extrem gut.

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