• Ab August gelten Fahrplanänderungen: So sollen die Berliner Busse pünktlicher werden

Ab August gelten Fahrplanänderungen : So sollen die Berliner Busse pünktlicher werden

Zum Ferienende sortiert die BVG einige ihrer wichtigsten Buslinien neu – die Flughafenlinie TXL wird geteilt und eine neue „Touristenlinie“ soll kommen.

Am Montag ließ die BVG den ersten elektrischen 300er-Bus durch die City Ost rollen. Ab August wird man ihn dort regelmäßig sehen.
Am Montag ließ die BVG den ersten elektrischen 300er-Bus durch die City Ost rollen. Ab August wird man ihn dort regelmäßig sehen.Foto: Andreas Süß/BVG/promo

Was lange fährt, wird selten gut – zumindest fahrplantechnisch. Deshalb sortiert die BVG mehrere Buslinien in der Innenstadt neu, um notorische Verspätungsprobleme zu lindern. Hinzu kommt eine ganz neue Linie, die allein schon der Nummer nach um Touristen buhlt: Der 300er. Die Veränderungen gelten vom 4. August an, also ab dem letzten Sonntag in den Sommerferien.

Die vielleicht wichtigste Neuerung für Berliner ist die Teilung der Flughafenlinie TXL. Sie fährt unter diesem Namen künftig nur noch zwischen Flughafen Tegel und Hauptbahnhof. Der östlich davon gelegene Streckenabschnitt zwischen Pariser Platz und Alex entfällt – und wird vom 245er übernommen, der bisher nur zwischen Zoo und Hauptbahnhof fährt.

Die Idee dahinter ist, die Flughafenlinie von einem relativ schwach nachgefragten, aber besonders verspätungsträchtigen Abschnitt abzuziehen: Mehrfach war der TXL-Bus wegen übermäßiger Staus und Falschparker in den vergangenen Monaten spontan gekappt worden.

Eine ähnliche Überlegung steckt hinter der Amputation der Linie M48, die von Zehlendorf und Steglitz künftig nur noch bis zum Potsdamer Platz führt und an der Mohrenstraße wendet statt wie bisher am Alexanderplatz. Das soll ihr den Dauerstau in der Leipziger Straße ersparen.

Die 300er sollen auch Stadtteile östlich des Alex' erschließen

In dem steckt künftig der 200er, der bisher Unter den Linden fährt. Seine neue Route führt durch die Spandauer Straße direkt am Roten Rathaus vorbei. Ein weiterer Grund für diese Änderung ist das massive Schadstoffproblem der Leipziger Straße, wo die stadtweit höchsten Stickoxid-Werte gemessen werden: Als erste Abhilfe sollen dort nur noch relativ saubere Euro-VI-Dieselbusse fahren – und vom nächsten Frühjahr an die elektrischen Gelenkbusse, die die BVG kürzlich beim polnischen Hersteller Solaris bestellt hat.

Einige Elektrobusse sollen von Anfang an auch auf der neuen Linie 300 fahren, die als erste „Touristenlinie“ auch Stadtteile östlich des Alexanderplatzes erschließt. Der 300er fährt von der Philharmonie über den Potsdamer Platz durch die Wilhelmstraße, Unter den Linden entlang zum Alex und weiter an Jannowitzbrücke und East Side Gallery vorbei zum Bahnhof Warschauer Straße.

Durch die Neusortierung ergibt sich eine Erweiterung des Angebots

Nach Auskunft von BVG-Sprecher Markus Falkner hat das neu entstandene Stadtviertel um die Mercedes-Benz-Arena die Nachfrage dort deutlich erhöht. Mit dem 300er bekomme die Gegend einen Zehnminutentakt – als Ersatz für den 248er, der alle 20 Minuten vom Breitenbachplatz via Südkreuz dann nur noch bis zum Alex fährt.

Das Gros der 30 Elektrobusse, die die BVG bereits in diesem Sommer erwartet, soll auf der Linie 300 eingesetzt werden. Im nächsten Jahr sollen sukzessive 90 weitere Exemplare geliefert werden. Geladen werden sie auf dem Betriebshof, aber auch während des Betriebs zwischendurch – sonst wäre mittags der Saft alle. Inklusive der Infrastruktur zum Laden sollen die 90 neuen Busse laut BVG rund 61 Millionen Euro kosten. Etwa 14 Millionen Euro Fördermittel soll der Bund beisteuern.

Alles in allem ergibt sich durch die Neusortierung der Buslinien nach Auskunft von Falkner eine minimale Erweiterung des Angebots. Der wesentliche Effekt soll ein stabilerer Fahrplan sein.

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