Berlins Ex-Bürgermeister : Wowereit stellt sein neues Buch vor

„Sexy, aber nicht mehr so arm: Mein Berlin“ heißt das neue Buch von Klaus Wowereit. Das stellte er am Montagabend bei Dussmann vor.

Klaus Wowereit (SPD) stellt in Berlin-Mitte sein neues Buch vor.
Klaus Wowereit (SPD) stellt in Berlin-Mitte sein neues Buch vor.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Das Buch hat von außen etwas Scheinriesenhaftes. „Klaus Wowereit“ steht in fetten roten Lettern unter dem Foto eben jenes Bürgermeisters a.D., und erst wer näher herangeht, der liest auch noch, worum es geht: „Sexy, aber nicht mehr so arm: Mein Berlin“. Wowereit ist anscheinend verdammt dazu, jenen Satz, den er seinen zweitberühmtesten nennt, immer zu wiederholen und zu variieren. Doch was enthält das Buch, das auf die 2009 erschienene Autobiografie folgt?
Wowereit gibt sich bei der Vorstellung im Dussmann-Haus am Montagabend in dieser Hinsicht etwas kokett. Eigentlich, sagt er, habe er ja auch was aus dem Kapitel über politische Kommunikation lesen wollen, „aber ich habe gesehen, es sind Journalisten hier, da lasse ich das lieber“. Auch ein Kapitel über den „Partybürgermeister“ sei drin, „aber ich will ja auch noch was übrig lassen, damit Sie das Buch auch kaufen“.

"Ein Leben im Paradies"

Was er dann liest und mit der RBB-Moderatorin Madeleine Wehle auch bespricht, ist eher Schwarzbrot für Demokratiefreunde. Man dürfe, sagt er, Politikern nicht immer Postengeschacher vorwerfen, denn ohne Menschen, die führende Posten haben wollen, funktioniere das nun mal nicht. Er weiß das von ganz oben, denn „Regierender Bürgermeister ist ein wunderbarer Beruf“, und seine eigene Befindlichkeit als Pensionär nennt er mit wenig Ironie „ein Leben im Paradies“, und das, obwohl er in diesem Jahr noch nicht mal zum Golfspielen gekommen sei.

Später gibt es dann doch noch ein paar Anekdoten. Über Bill Clinton, der von seinen Leuten daran gehindert werden musste, persönlich den Reißverschluss zu ziehen an der Verhüllung des zu eröffnenden Brandenburger Tors – zu anzüglich angesichts der Lewinsky–Affäre. Und über Barack Obama, der wegen Ausfalls des Teleprompters bei seiner Berliner Rede eine Zwangspause hatte, in der er sich mit Wowereit darauf verständigte, die Sakkos kurz nach Beginn abzulegen – es war brüllend heiß damals auf dem Pariser Platz.

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Ist mit einer Wiederkehr Wowereits in öffentliche Ämter zu rechnen? „Ich habe Jupp Heynckes gesehen“, sagt er mit halbem Ernst, und auch das uralte Gesangsduo „Baccara“ trete ja wieder auf, „man soll also nie nie sagen“. Das könnte dann auch schon der Titel des nächsten Buches sein.

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