Über 200 Flüchtlinge weggebracht

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Update
Räumung Gerhart-Hauptmann-Schule im Live-Blog : Demonstration in der Ohlauer Straße endet friedlich
Karim El-Helaifi Vinzenz Greiner
Flüchtlinge harren auf dem Dach aus.
Flüchtlinge harren auf dem Dach aus.Foto: Veronica Frenzel

2.35 Uhr: Singen in der Nacht

Immer wieder hört man in der Nacht vom Dach Sprechchöre: "Say it loud, say it clear, Refugees are welcome here".

22.25 Uhr: Flüchtlinge auf dem Dach richten sich für die Nacht ein

Die etwa 20 Flüchtlinge auf dem Dach der Schule haben es sich mit Decken gemütlich gemacht und wollen dort offenbar übernachten. Die Migranten verfügen über mehr als ausreichende Essensvorräte, berichtet unsere Reporterin. Wegen der Molotow-Cocktails rieche es weiterhin stark nach Benzin. 20 weitere Flüchtlinge befinden sich in einem Zimmer und verfolgen die Fußball-WM.

Das Bezirksamt scheint sich zumindest für heute damit abgefunden zu haben. Man gehe nicht davon aus, dass jetzt noch viel passiere, sagte ein Sprecher.

22.10 Uhr: Polizei hält etwa 200 Demonstranten weiter auf Distanz

Circa 200 Demonstranten harren an den Absperrungen aus und tun ihren Unmut über den Umgang mit den Flüchtlingen kund. Ihre Stimmung scheint sich etwas beruhigt zu haben, sodass die Polizei keine Probleme damit hat, die Demonstranten auf Distanz zum Schulgebäude zu halten. Sollten doch noch weitere Flüchtlinge in die vom Senat bereitgestellten Unterkünfte ziehen wollen, sollen sie übrigens per Taxi dorthin gebracht werden.

21.05 Uhr: "Letzter Bus" mit 40 weiteren Flüchtlingen verlässt Gelände

Ein weiterer Bus hat das Schulgelände mit etwa 40 Insassen verlassen. Damit sind mittlerweile circa 210 Flüchtlinge weggebracht worden. Laut Polizei weigern sich die Busfahrer von nun an wegen der Demonstranten weitere Touren zu fahren. Laut Bezirksamt läuft hingegen alles nach Plan und es handelte sich um den "letzten Bus". Jedenfalls musste das Fahrzeug wegen einer Sitzblockade wenden und versucht nun über die Lausitzer Straße zu fahren.

Während des Rangiermanövers kletterte ein Flüchtling durch die Luke auf das Dach des Busses und tanzte dort umher. Doch der Spaß war nur von kurzer Dauer, weil die Polizisten ihn kurz darauf wieder ins Fahrzeuginnere zerrten.

20.40 Uhr: Zivilpolizisten auf dem Dach?

Laut Polizeiangaben haben sich einige Beamte auf das Dach der Schule begeben, doch unsere Reporterin vor Ort konnte das nicht bestätigen.

20.25 Uhr: Löschfahrzeug fährt vor die Schule

Weil Flüchtlinge gedroht hatten, sich und die Schule anzuzünden, ist nun ein Löschfahrzeug vor das Gebäude gefahren. Es wurde durch die Demonstrantenreihen und die Absperrungen geschleust. Offenbar hatten sich einige Flüchtlinge zuvor Molotow-Cocktails mit auf das Dach genommen.

20.00 Uhr: Bezirksamt: 170 Flüchtlinge sind umgezogen

170 Flüchtlinge haben sich offenbar auf den Umzug eingelassen. Das sei deutlich mehr als erwartet und daher ein großer Erfolg, sagte ein Mitarbeiter des Bezirksamtes. Die Schule ist nun weitgehend leer - bis auf die zum Bleiben entschlossene Gruppe auf dem Dach.

Die Polizei geht derweil davon aus, dass sich die zerstreute Demonstration an der Ohlauer Straße Ecke Wiener Straße wieder formieren will.

19.40 Uhr: Schwarzer Block kann nicht durchbrechen

Die Polizei hat einen Durchbruchsversuch etwa 300 schwarz gekleideter Demonstranten erfolgreich unterbunden. Auf einmal löste sich der schwarze Block aus der Restdemonstration und stürmte auf der Höhe der Aral-Tankstelle auf die Absperrung an der Skalitzer Straße zu. Als der Durchbruch zur Schule scheiterte, zerteilte sich der Vorstoß in Kleingruppen und warf Pflastersteine auf Polizei-Fahrzeuge. Die Beamten setzten ihnen im Laufschritt nach. Die Stimmung wird immer aggressiver.

Plenum auf dem Dach der Schule. Einige Flüchtlinge scheinen zu allem entschlossen.
Plenum auf dem Dach der Schule. Einige Flüchtlinge scheinen zu allem entschlossen.Foto: Veronica Frenzel

19.15 Uhr: Panhoff setzt Ultimatum

Bezirksstadtrat Hans Panhoff (Grüne) hat den verbleibenden circa 60 Flüchtlingen ein Ultimatum gesetzt: Sie sollen sich bis 20 Uhr entscheiden, ob sie zur Registrierung gehen wollen oder nicht. Was mit denen passiert, die sich weiterhin weigern, ließ Panhoff offen. Wie ernst die Lage ist, zeigt, dass der Politiker unter seiner Jacke eine Schutzweste trägt.

Bisher wurden 120 Flüchtlinge mit Bussen abtransportiert.

Unterdessen konnte sich offenbar eine Gruppe nigerianischer Migranten auf das Gelände schleichen und will sich registrieren lassen - obwohl sie gar nicht in der besetzten Schule wohnte. Das sorgt für allgemeine Verwirrung unter den Politikern und Sicherheitskräften.

19.10 Uhr: Plenum auf dem Dach

Polizisten und Demonstranten liefern sich in der Ohlauer Straße Rangeleien.
Polizisten und Demonstranten liefern sich in der Ohlauer Straße Rangeleien.Foto: dpa

Ein Flüchtling erklärt: "Wir haben das Benzin. Wir sind entschlossen. Wir gehen unter mit diesem Gebäude." Ein Unterstützer erklärt: "Ihr müsst den Politikern diese Nachricht überbringen. Dass ihr nur geht, wenn ihr alle Bleiberecht bekommt." Der Flüchtling antwortet: "Die lügen uns doch nur an. Die erzählen uns doch irgendwas, um uns hier runterzuholen." Ein anderer sagt: "Wir wollen doch einfach nur leben wie ihr. Wir wollen einen Job, eine eigene Wohnung, und frei bewegen."

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