• Brandenburger Wildtierretter erleichtert: Weihnachtsgans Auguste überlebt Schüsse mit der Armbrust

Brandenburger Wildtierretter erleichtert : Weihnachtsgans Auguste überlebt Schüsse mit der Armbrust

Zwei Pfeile steckten im Körper des Tieres, die Polizei Brandenburg sucht nun einen Armbrustschützen. Weihnachtsgans Auguste konnte gerettet werden.

Die Pfeile blieben im Körper der Gans stecken.
Die Pfeile blieben im Körper der Gans stecken.Foto: Wildtierrettung Wensickendorf

Der Täter wollte offenbar eine Weihnachtsgans jagen, jetzt fahndet die Polizei Brandenburg nach ihm. Mit einer Armbrust feuert er zwei Pfeile auf eine Kanadagans. Ein Spaziergänger fand die Gans am Mittwochmittag an einem Havel-Strand in Nieder Neuendorf, einem Ortsteil von Hennigsdorf im Landkreis Oberhavel. In ihrem Körper steckten zwei Armbrustfeile.

Die Brandenburger Polizei fahndet nun nach dem Armbrustschützen, der im Landkreis Oberhavel vergeblich auf der Jagd nach einer Weihnachtsgans war, wie die Behörde mitteilte. Die Tiernotrettung wurde informiert, deren Mitarbeiter fingen gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr die auf dem Wasser schwimmende Gans ein.

Das Tier wurde in eine Tierklinik in Schönfließ gebracht. Zunächst war nicht ganz klar, wie schwer verletzt der Vogel war. Die Gans musste operiert werden – und die Wildtierretter waren am Ende erleichtert. „Alles bestens gelaufen, Null Blutungen, keine Schmerzen, keine Organe oder Luftsäcke getroffen“, posteten sie bei Facebook.

Und prompt verpassten sie dem Tier auch einen passenden Namen: Weihnachtsgans Auguste. Sie habe „wirklich einen Weihnachtsengel gehabt“. Ein Pfeil steckte offenbar auch länger in der Gans. Die Gans war bereits einige Tag zuvor aufgefallen, entwischte aber beim Versuch, sie einzufangen.

Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt rückten an, um dem Tier zu helfen.
Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt rückten an, um dem Tier zu helfen.Foto: Wildtierrettung Wensickendorf

Bis Montag wird Auguste auf der Wildtierstation in Wensickendorf bei Oranienburg gepflegt und mit Medikamenten versorgt, Sie ist in einer Krankenbox, damit die Wunden verheilen können und kein Schmutz hineinkommt. „Wie es aussieht, kann sie ab Montag wieder zu ihrer Gänsegruppe“, erklärten die Tiernotretter.

Auguste wird am Montag wieder freigelassen

„Auguste watschelt wieder, was uns sehr glücklich gemacht macht“, schrieb der Verein Gnadenhof und Wildtierrettung Notkleintiere. „Gerechnet hatten wir nicht wirklich damit. Zeigt uns aber wieder ganz deutlich, es lohnt sich immer, es zu versuchen. Montag findet Familienzusammenführung statt.“ 

Die beiden herausoperierten Pfeile wurden von der Polizei sichergestellt. Ermittelt wird jetzt wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Kanadagänse haben sich übrigens in den vergangenen Jahren stark vermehrt, die Art stammt aus Nordamerika und ist größer als heimische Gänse. Die Kanadagänse konnten sich in Deutschland verbreiten, nach dem Tiere wiederholt aus Gefangenschaft geflohen waren, etwa im Jahr 1983, als eine Handvoll Exemplare aus dem Käfig eines Tegeler Kleintierzüchters. 

Der Tierschutzverein Gnadenhof & Wildtierrettung Notkleintiere e.V. betreibt in Wensickendorf einen Gnadenhof für Tiere mit Handicap, ein Hospiz sowie eine Wildtierrettung mit mehreren Pflegestellen und Wildtierstationen. Kontakt: www.notkleintiere.de

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