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Stromversorgung im Südwesten Berlins wieder angelaufen: Haushalte werden schrittweise angeschlossen – das müssen Betroffene beachten
Nach Brandanschlag auf Stromversorgung im Südwesten: + Noch 19.900 Haushalte betroffen + Strom voraussichtlich ab Mittwochvormittag + 13 Schulen bleiben dicht + Alle Entwicklungen im Blog.
- Constanze Nauhaus
- Jule Damaske
- Claudia Liebram
- Dominik Lenze
- Boris Buchholz
- André Görke
- Julius Geiler
- Franziska Apfel
- Tagesspiegel- Autor:innen
Stand:
Gute Nachrichten für die Betroffenen: Der schwere Stromausfall im Südwesten Berlins könnte bald ein Ende haben. Seit 11 Uhr werden alle Haushalte wieder schrittweise an das Netz angeschlossen.
Zehntausende Haushalte, dazu Supermärkte, Läden, Lokale und Unternehmen im Südwesten von Berlin sind seit Samstagmorgen ohne Strom. Betroffen von dem Stromausfall sind weite Teile von Steglitz-Zehlendorf. Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen sind im Großeinsatz.
Die Fakten im Überblick
- Haushalte werden seit 11 Uhr wieder schrittweise an das Stromnetz angeschlossen.
- Die linksextremistische Vulkangruppe hat sich dazu bekannt, einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde verübt zu haben.
- 19.900 Haushalte und 850 Gewerbe sind noch ohne Strom
- Mobilfunk ist eingeschränkt, es gibt mehrere Notunterkünfte, Wärmestuben und Anlaufstellen.
- 13 Schulen bleiben bis Mittwoch geschlossen; es wird eine Notbetreuung angeboten. Auch Kitas sind betroffen.
Wie geht es weiter? Was müssen Betroffene für die nächsten Tage wissen? In diesem Liveblog informieren wir über die Entwicklungen rund um den Stromausfall.
Um eine sichere und erfolgreiche Wiederzuschaltung zu ermöglichen, wird gebeten, einen starken Verbrauch zu vermeiden und auf folgende Tipps zu achten:
- privat betriebene Notstromaggregate bis spätestens 10.30 Uhr privat ausschalten
- Elektrogeräte vom Netz trennen, um eventuelle Schäden zu vermeiden
- unmittelbar nach der Wiederzuschaltung keine starken Stromverbraucher verwenden (etwa Waschmaschinen, Wäschetrockner, Wasserkocher, Heizlüfter, Ladestationen für E-Fahrzeuge)
- Notstromaggregate bei gewerblichen Anschlüssen wie Supermärkten, Läden und anderen größeren Abnehmern sollen zunächst weiterbetrieben werden, damit das Netz nicht überlastet wird.
Stromversorgung soll ab 11 Uhr wiederhergestellt sein
Demnach sei es gelungen, die Netzreparatur zu beschleunigen, da die defekte Stelle an der Kabelbrücke am Teltowkanal geflickt werden konnte. Dass die Stromnetz Berlin GmbH schneller vorangekommen sei als geplant, sei auch darauf zurückzuführen, dass der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) darauf gedrängt habe, eine Großschadenslage auszurufen, hieß es. Dies habe die Koordination der Arbeiten deutlich erleichtert.
Es kämen in den nächsten Tagen weitere Herausforderungen auf die Menschen zu. "Vielleicht wurden Geräte, Heizungen und Produktionsstätten durch den langen Stromausfall beschädigt, vielleicht sind Wasserrohre geplatzt oder andere Havarien aufgetreten", teilte Krach mit.
Ähnlich wie bei einem Wechsel eines Steckers zu einer anderen Steckdose werde so die Wiederversorgung über die provisorische Leitung am Teltowkanal sichergestellt, heißt es in der Mitteilung. Die Leitung habe am Morgen die vorgeschriebene Betriebsprüfung erfolgreich bestanden.
Geplant ist, dass der Südwesten Berlins ab 11 Uhr schrittweise wieder an den Strom angeschlossen wird.
Kai Wegner lobt schnelle Reparaturen
„Wir fahren heute ab 11:00 Uhr das Stromnetz in den betroffenen Gebieten schrittweise wieder hoch", sagt er. "Möglich wurde das auch, weil wir die Großschadenslage ausgerufen und damit die notwendigen Kräfte und Abläufe gebündelt haben. Es war richtig, parallel an zwei Standorten zu arbeiten – so konnten die Reparaturen schließlich am Anschlagsort erfolgreich abgeschlossen werden."
Man wolle nun aus den vergangenen Tagen und dieser Lage für die Zukunft die notwendigen Schlüsse ziehen und die Resilienzstruktur Berlins weiter verbessern.
Unionspolitiker Throm unzufrieden mit Ermittlungen zu Linksextremismus
Der CDU-Innenpolitiker Alexander Throm sieht Defizite bei Ermittlungen zu linksextremistischen Straftaten in Deutschland. „Spätestens jetzt ist klar, dass Linksextremismus und Linksterrorismus nicht mehr verharmlost werden dürfen, wie dies vielfach noch im links-grünen Milieu der Fall ist“, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. Was er ändern will.
19.900 Haushalte weiter ohne Strom
Im Südwesten Berlins sind weiterhin rund 19.900 Haushalte und 850 Gewerbebetriebe ohne Strom. Das teilte der Betreiber Stromnetz Berlin auf seiner Webseite mit. Bis alle Betroffenen wieder am Netz seien, dauere es voraussichtlich bis Donnerstagnachmittag.
Nach Zahlen von Stromnetz Berlin konnten bis zum frühen Mittwochmorgen weitere rund 2000 Haushalte sowie 100 Gewerbebetriebe wieder mit Strom versorgt werden. Der Betreiber bat zudem alle Menschen, die in der Zwischenzeit Strom haben, „den Stromverbrauch erst einmal auf ein unbedingt notwendiges Minimum zu beschränken.“
So sollten etwa Geräte wie Waschmaschinen oder Trockner zunächst nicht genutzt werden. „Auch das Laden von Elektro-Fahrzeugen über die heimische Wallbox soll erst einmal unterbleiben“, wie es hieß. Dafür sollten Ladepunkte außerhalb der betroffenen Stadtteile genutzt werden. (dpa)
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