• Öffentlicher Nahverkehr in Berlin: S-Bahn: 2017 wieder mehr Ausfälle und Verspätungen

Öffentlicher Nahverkehr in Berlin : S-Bahn: 2017 wieder mehr Ausfälle und Verspätungen

Im vergangenem Jahr ist die S-Bahn wieder unzuverlässiger geworden. Die Rückkehr der Verstärkerfahrten ist weiter ungewiss.

Unpünktlichkeit und vermehrt Ausfälle - das Jahr 2017 war für die S-Bahn kein Erfolg.
Unpünktlichkeit und vermehrt Ausfälle - das Jahr 2017 war für die S-Bahn kein Erfolg.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Jetzt liegt es schriftlich vor: Die S-Bahn ist 2017 wieder unzuverlässiger geworden – die Zahl der störungs- und baubedingten Ausfälle ist gestiegen. Wie die Senatsverkehrsverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier mitteilte, sind 2016 insgesamt 1,61 Millionen ausgefallene Zugkilometer registriert worden. 2017 waren es bis Mitte Dezember bereits fast 2,1 Millionen Zugkilometer. Im bisher größten Krisenjahr 2009, als große Teile des Netzes komplett ausgefallen waren, kamen 4,54 Millionen Zugkilometer zusammen – fast zehn Mal so viel wie im Jahr 2008. Seit 2014 schwankten die Zahlen zwischen 1,64 und 2,29 Millionen Zugkilometer. Ein stabiler Trend, um wieder das Vor-Krisen-Niveau zu erreichen, zeichne sich nicht ab, bemängelt Kohlmeier.

Die Fahrten sind 2017 auch wieder unpünktlicher geworden. Bis Mitte Dezember waren nur 92,31 Prozent der Züge pünktlich, 2016 hatte die S-Bahn noch eine Quote von 94,20 Prozent geschafft. Die Länder Berlin und Brandenburg fordern im Verkehrsvertrag eine Quote von 96 Prozent, wobei Fahrten ab vier Minuten Verspätung in die Wertung fließen. Zuletzt hat die S-Bahn die vorgegebene Quote 2007 erreicht; 96,48 Prozent der Fahrten waren damals pünktlich. Den schlechtesten ermittelten Wert gab es mit 86,31 Prozent im Jahr 2011. Allerdings gibt es für 2010 wegen der „massiven Auswirkungen der Krise gar keine Berechnungen für die Pünktlichkeitsquote.

Über 200.000 Millionen Euro Zuschuss jährlich

Wegen der Ausfälle und Verspätungen zog der Senat der S-Bahn von den Zuschüssen im vergangenen Jahr bis Mitte Dezember 3,8 Millionen Euro ab; 2016 waren es 4,9 Millionen Euro. Auf dem Höhepunkt der Krise hielt das Land 2009 sogar 51,5 Millionen Euro zurück. Insgesamt erhält die S-Bahn weit über 200.000 Millionen Euro jährlich als Zuschuss.

Verärgert ist Kohlmeier auch, weil die Verstärkerfahrten auf den Linien S 1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz und S 5 zwischen Mahlsdorf und Lichtenberg wegen Fahrzeugmangels weiter ausfallen. Einen Termin für die Wiederaufnahme nannte die Bahn auf Tagesspiegel-Anfrage nicht.

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