Ostern und Corona-Krise : Polizei zufrieden – bis auf den ein oder anderen Eiertanz

Die meisten Bürger blieben vernünftig. Das war die Bilanz der Polizei in Berlin und Brandenburg nach Ostern. An einem See gab es jedoch 150 Platzverweise.

Augenweide. Zum Glück ist nur Mund-, aber kein Sichtschutz nötig.
Augenweide. Zum Glück ist nur Mund-, aber kein Sichtschutz nötig.Foto: REUTERS

Drei beendete Partys – das waren im Wesentlichen die einzigen besonderen Vorkommnisse, die die Berliner Polizei vom Osterwochenende zu berichten hatte. „Keinen Eiertanz, sondern notwendige Covid-19-Maßnahmen vollzogen letzte Nacht unsere Beamten, als sie Partys in Schöneberg und Moabit mit jeweils noch 14 Feiernden beendeten“, twitterte die Polizei am Sonntag und erinnerte daran: „Bitte feiern Sie Ostern, indem Sie an Ihre und die Gesundheit anderer denken.“

Eine weitere Party in Mitte endete mit 34 Ermittlungsverfahren – gegen das Geburtstagskind, seine 31 Gäste, die Mutter und den Vermieter: „Wenn ein Mädchen mit 31 Gästen in seinen 16. Geburtstag reinfeiert und die eigene Mutter offenbar für diesen Zweck kurzfristig ein 2,5-Zimmer-Apartment in Mitte angemietet hat, kommen wir leider nicht nur zum Gratulieren vorbei“, schrieb die Polizei am Montag.

Von diesen Einzelfällen abgesehen, zeigten sich die Ordnungsbehörden in Berlin und Brandenburg zufrieden mit den Bürgern. „Trotz des schönen Wetters am Sonntag haben sich die meisten an die Regeln gehalten“, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei.

Ähnlich äußerte sich die Polizei Brandenburg. Die Brandenburger hätten entspannt auf Kontrollen reagiert. „Sie haben Verständnis für die Beschränkungen und dafür, dass jemand die Einhaltung kontrollieren muss“, sagte ein Brandenburger Polizeisprecher am Montag.

150 Platzverweise am Summter See

Einen größeren Einsatz gab es Sonntag am Summter See, wo 150 Platzverweise ausgesprochen wurden. Beim sommerlichen Wetter war der kleine Strand voll, die nötigen Abstände wurden nicht eingehalten. Insgesamt wurden die Brandenburger Beamten zu 196 Einsätzen in Zusammenhang mit Corona-Regeln gerufen; täglich waren sie landesweit zu etwa 1000 Einsätzen unterwegs. Es wurden 46 Ordnungswidrigkeiten festgestellt und 337 Platzverweise ausgesprochen.

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Die Berliner Polizei hat am Sonntag und in der Nacht zu Montag 24 Objekte und 242 Personen im Freien überprüft und dabei 31 Straf- und 122 Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt.

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Sie zog am Montag eine Bilanz: Seit 14. März wurden 2279 Objekte überprüft und davon 864 sofort geschlossen. Im Freien gab es 6875 Überprüfungen. Insgesamt 1058 Straftaten und seit dem 23. März 1514 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz wurden festgestellt.

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