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Halt geben in der Fremde. Wie Larissa, ihre Tante und deren Söhne sind bereits Zehntausende Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Berlin angekommen.
© Hannibal Hanschke/dpa
Update

Helfen Sie uns, zu helfen: Tagesspiegel startet Spendenaktion für Opfer des Ukraine-Krieges

In der Ukraine, in Nachbarländern, gestrandet in Deutschland: Viele Menschen leiden Not. Spenden Sie für „Menschen helfen!“ mit dem „Bündnis Entwicklung Hilft“.

Von Annette Kögel

Es ist eine Zeit, von der die Älteren unter uns gedacht haben, dass sie so etwas in Europa nie wieder erleben würden. Viele Senior:innen fühlen sich bei den Berichten von russischen Angriffen auf die Ukraine an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Die jüngeren Berliner:innen finden sich nach der Corona-Pandemie in der nächsten weltweiten Krise wieder, die vielen auch persönlich Angst macht. Doch was die Menschen in der Ukraine gerade durchmachen, das können nur die wenigsten von uns erahnen.

Dieser Krieg ist näher an uns dran als der in Syrien. Die Flüchtlingszahlen sind in den wenigen vergangenen Wochen um ein Vielfaches höher als damals, und viele europäische Länder leben eine Willkommenskultur, wie man sie 2015/16 nicht erlebte. Doch Hilfe ist bitter nötig, sie wird es lange bleiben, und sie fordert einen. Doch wir können wenigstens helfen.

Der Spendenverein des Tagesspiegel hat jetzt seine große Tagesspiegel-Spendenaktion „Menschen helfen!“ gemeinsam mit unserem erprobten Partner, dem „Bündnis Entwicklung Hilft“, für die Opfer des Krieges in der Ukraine gestartet. Wir bitten Sie, liebe Leser:innen, um Spenden auf unser Konto mit dem Verwendungszweck „Menschen helfen!/Ukraine“. Und die ersten Spenden gehen schon ein.

Das Geld soll Betroffenen in der Ukraine, den Nachbarländern und auch in Deutschland zugutekommen. Vorwiegend geht es an die neun größeren und kleineren Hilfswerke des Bündnisses, kirchliche wie säkulare, die oft lokal vernetzt sind und deshalb effektiv helfen können, immer an den sich verändernden Bedarf angepasst. Einen Teil der Spendensumme wird der Tagesspiegel-Spendenverein auch direkt lokalen Projekten der Flüchtlingshilfe in Berlin und Brandenburg zukommen lassen.

Spenden für die Ukraine-Hilfe - so geht's:

  • Der Tagesspiegel-Spendenverein bittet um Geld, wir sammeln zugunsten unseres Hauptkooperationspartners „Bündnis Entwicklung Hilft für die Opfer des Krieges in der Ukraine, in betroffenen Nachbarländern und in Deutschland, hier vor allem Berlin-Brandenburg.
  • Der Spendenverein behält sich vor – das ist mit dem Bündnis in gegenseitigem Einverständnis geklärt –, einen gewissen Teil der Gesamtsumme für akute Nothilfen an andere Träger in Berlin und Brandenburg proaktiv zu vergeben.
  • Spendenkonto: Empfänger: Spendenaktion Der Tagesspiegel e.V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!/Ukraine“, Berliner Sparkasse BIC: BELADEBE, IBAN: DE43100500000250030942
  • Bitte Name und Anschrift für den Spendenbeleg notieren (Online-Banking möglich). Für die Steuer reicht bei Beträgen bis 300 Euro der Überweisungsbeleg.

Das „Bündnis Entwicklung Hilft“ wurde nach der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 gegründet – und sieht sich als ein Querschnitt der Gesellschaft. Zu ihm gehören der traditionelle Partner für Auslandshilfen bei „Menschen helfen!“, die Deutsche Welthungerhilfe, das Kinderhilfswerk „terre des hommes“ und die Kindernothilfe, das Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland Brot für die Welt, die Christoffel-Blindenmission mit ihren Hilfen für Menschen mit Behinderung, das bischöfliche Hilfswerk Misereor, die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe.

[Alle aktuellen Nachrichten zum russischen Angriff auf die Ukraine bekommen Sie mit der Tagesspiegel-App live auf ihr Handy. Hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen.]

Weiter gehören dazu: medico international sowie die religiös und weltanschaulich unabhängige Organisation für Chancengleichheit von Jungen und Mädchen Plan International. Assoziierte Mitglieder sind die German Doctors und Oxfam. Die Vielzahl ermöglicht es, Kräfte zu bündeln und schafft Synergien.

Viele der Organisationen sind lokal vernetzt, wirken mit erfahrenen Partnern zusammen oder können an langjährige Kooperationen anknüpfen. So organisiert beispielsweise Brot für die Welt über die Schwesterorganisation Diakonie Katastrophenhilfe sowie „Hungarian Interchurch Aid“ Lieferungen von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln ins Grenzgebiet zur Ukraine. Und die Kindernothilfe Deutschland bereitet die Versorgung flüchtender Familien im Nachbarland Moldawien vor.

Drei Bereiche: Ukraine, Nachbarländer, Deutschland

Damit nicht alle Spenden an einen einzelnen Träger gehen, dessen Hilfeangebote womöglich zerbombt werden, gehen der Tagesspiegel-Spendenverein und das Bündnis dreistufig vor. Wir wollen den Opfern des Krieges in der Ukraine selbst helfen, außerdem die sehr stark geforderten Nachbarländern der Ukraine, die Helfer:innen und Flüchtlinge, unterstützen. Und wir wollen den Organisationen und angekommenen Geflüchteten in Deutschland Hilfe zukommen lassen.

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Daher wird das „Bündnis Entwicklung Hilft“ über „terre des hommes“ in Kooperation mit dem Berliner Träger Xenion e.V. und dessen Netzwerk Vormundschaften Akinda seine Unterstützung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge ausbauen. Die zunehmende Zahl traumatisierter junger Geflüchteter ohne Eltern soll psychotherapeutisch und sozialpädagogisch aufgefangen werden. Und weil die Lage bei einem Krieg inmitten Europas eine völlig neue ist, wird auch der Tagesspiegel-Spendenverein diesmal sein Engagement den besonderen Bedürfnissen anpassen. Wir werden, wie sonst auch, Sachmittel finanzieren, aber diesmal auch gern Personalkosten für dringend benötigte Fachleute wie Therapeuten tragen, der Bedarf ist immens.

Nothilfespenden für lokale Träger in Berlin und Brandenburg

Und noch etwas werden wir anders strukturieren als bei früheren Spendenrunden. Als Verlag und Redaktion wollen wir mit den Leser:innen in den kommenden, voraussichtlich noch sehr herausfordernden Monaten auch da akut helfen können, wo die Not in Berlin und Brandenburg am größten wird. Beispielsweise dank einer proaktiven Nothilfespende eines Teils des Spendengeldes an einen mildtätigen oder gemeinnützigen lokalen Träger oder lokale Dachverbände im Bereich der Geflüchtetenhilfe in Berlin und Brandenburg.

Wichtig in der Absprache für die Ukraine-Hilfe war allen, dass die Hilfen allen Opfern des Krieges zugute kommen, unabhängig von der Nationalität; auch Russen flüchten traumatisiert, verletzt und verzweifelt.

Die Partner: „Bündnis Entwicklung Hilft“ und Tagesspiegel-Spendenverein

Mit der Hilfsaktion für die Opfer des Ukraine-Krieges knüpft der Tagesspiegel an viele erfolgreiche Spendenrunden an. Unsere langjährigen Leser:innen kennen das – die traditionelle Spendenaktion starten wir nicht nur seit 30 Jahren immer zu Weihnachten. Auch wenn es eine Katastrophe gibt wie nach dem Tsunami 2004, nach Erdbeben wie in Haiti 2010 oder auch nach Taifun Haiyan 2013, organisiert der Tagesspiegel eine Spendenaktion gemeinsam mit einem erfahrenen Partner der Entwicklungszusammenarbeit.

Der Spendenverein des Tagesspiegel hat seit Kriegsbeginn hinter den Kulissen daran gearbeitet, eine eigene große Hilfsaktion zu organisieren. Dem jetzigen Aufruf sind viele Besprechungen und Recherchen der vier federführenden Spendenvereinsmitglieder und digitale Konferenzen vorausgegangen. Damit eine Aktion in einer sich so dynamisch verändernden Weltlage effektiv und nachhaltig wird, braucht es eine gute Klärung.

Mit dem „Bündnis Entwicklung Hilft“ hat die Spendenaktion Der Tagesspiegel e.V. für den neuen Aufruf einen aus früheren Aktionen erprobten Partner gewonnen. „Wir freuen uns, an die sehr gute Zusammenarbeit nach dem Erdbeben in Haiti und dem Taifun Haiyan auf den Philippinen anknüpfen zu können“, sagt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnisses.

„Der Bedarf an Hilfe in der Ukraine, für die Geflüchteten in den Nachbarländern und auch für die Menschen, die nun in Deutschland Schutz suchen, ist enorm. Wir müssen leider davon ausgehen, dass dies über mehrere Jahre hinweg eine große Herausforderung bleiben wird. Wir freuen uns sehr, dass der Tagesspiegel mit seinen Leser:innen und User:innen jetzt mit dieser Aktion wieder an unserer Seite ist“, sagt Mucke. Über den Fortgang der Hilfe und die Verwendung der Gelder werden wir regelmäßig berichten.

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