• Kulturtipps für Corona-Zeiten: Was machen wir heute? Streaming-Vorschläge für den Montag

Auch im Angebot: "Der kaukasische Kreidekreis" am Berliner Ensemble. Oder erfinden Sie eine Lügengeschichte!

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Kulturtipps für Corona-Zeiten : Was machen wir heute? Streaming-Vorschläge für den Montag

Im kaukasischen Kreidekreis: (v.l.) Peter Luppa, Veit Schubert, Stefanie Reinsperger als Grusche und Tilo Nest.
Im kaukasischen Kreidekreis: (v.l.) Peter Luppa, Veit Schubert, Stefanie Reinsperger als Grusche und Tilo Nest.Foto: Imago/Martin Müller

Theater-Tipp

Auf ins Berliner Ensemble. Jeweils eine Woche stellt das Theater am Schiffbauerdamm Inszenierungs-Aufzeichnungen online, immer ab Freitags. Frisch im Angebot: Michael Thalheimers Inszenierung von „Der kaukasische Kreidekreis". „Hart, aber hässlich“, schrieb Rüdiger Schaper im „Tagesspiegel“ zur Premiere 2017 – zeitgleich war gerade die Volksbühne besetzt worden. Zu viel Gebrüll, meinte Schaper: „Stefanie Reinspergers schauspielerische Naturgewalt würde doch schon ausreichen, das volle Haus zu erschüttern. Wozu immer diese aggressive Lautstärke?“ Dennoch: „Die Grusche der Reinsperger berührt tief, wenn die den geliebten Mann aufgibt, um das Kind zu retten. Der Sänger/Erzähler Ingo Hülsmann ist brillant, wenn er nicht losorgelt. Genauso Tilo Nest: Sein Richter Azdak ist ein Horrorclown, dem man zuhört, wenn er mal die Stimme senkt.“ (www.berliner-ensemble.de)

Performance-Tipp

Einsamkeit oder neues Miteinander? Das Performancekollektiv mit dem gerade sehr passenden Namen „Hysterisches Globusgefühl“ wollte diese Woche im Berliner Ballhaus Ost mit dem Stück „Beim Anblick des Urknalls“ Premiere feiern. Die Grundidee des Stücks liest sich so unfreiwillig wie schräg aktuell: »Radikaler Rückzug in die Einsamkeit ist unsere Antwort auf die fatalen politischen Verhältnisse, die uns umgeben.« Jetzt gibt es stattdessen einen Live-Einblick in die Probenarbeit „Statt zu performen,“ heißt es in der Mitteilung, befinde sich das Kollektiv „plötzlich in real gewordenen Edward Hopper Gemälden, an die die Proben mitunter schon erinnert hatten“. Es geht um frühere Eremitagen, etwa Virginia Woolfs „Ein Zimmer für sich allein“ oder Sandra Bullock allein im Weltraum in „Gravity“. Anschließend kann diskutiert werden. Start um 20 Uhr auf www.twitch.tv/hysterischesglobusgefuehl.

Opern-Tipp 1

Hallo, wieso eigentlich nachmittags? Ist Oper nicht schöner, wenn es draußen dunkel ist? Egal, auf dem Online-Spielplan der Deutschen Oper Berlin steht heute um 15 Uhr Götz Friedrichs legendäre Inszenierung von Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ von 1983. Mit Karan Armstrong und James King, am Pult steht Heinrich Hollreiser. „Eine Musik, die so klingt, als hätten sich die Stuckfassaden der Wiener Ringstraße in Klänge verwandelt“, schrieb der Kollege Frederik Hanssen einmal über das Werk. „Absolut prachtvoll und absolut nutzlos ist das Geklingel dieser Partitur – und darum ein Riesenvergnügen für alle Fans des schönen Scheins, des eleganten Tands und des erhaschten Effekts.“ Mit Einführung von Götz Friedrich himself: (www.deutscheoperberlin.de)

Opern-Tipp 2

Qual der Wahl für Opernfreunde: Beim Malta-Urlaub vor zwei Jahren war das historische Nationaltheater in Valletta, eine der ältesten Bühnen Europas, wegen eines Kinder-Castings geschlossen. Jetzt kommen wir doch noch rein, zwar nur virtuell, aber gratis. Um 16.30 Uhr zeigt das Teatru Manoel auf seiner Facebook-Seite Mozarts komische Oper „Die Hochzeit des Figaro“, eine Produktion von 2017. Regie führt Jack Furness, es dirigiert Philip Walsh: bit.ly/3btfDck.

Mitmach-Tipp

Das Lügenmuseum in Radebeul feiert seinen 30. Geburtstag und lädt im Vorfeld des 1. April, dem internationalen Weltlügentag, zur Teilnahme an der Ausstellung „Erzähl mir vom Lügen”. Die Lüge kann eine Kurzgeschichte sein, ein (Smartphone-)Foto oder eine Zeichnung, sie sollte auf eine A4-Seite passen (Mindestschriftgröße 11, Ränder mindestens 1,5 cm) und als PDF an info@lügenmuseum geschickt werden. Die eingesandten Beiträge werden dann auf der Museums-Webseite und in den sozialen Netzwerken präsentiert und analog als Lose-Blatt-Sammlung rund um den Gasthof Serkowitz aufgehängt. Mit Sicherheitsabstand, versteht sich. (www.luegenmuseum.de)

(Zusammenstellung: chp)

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