• Kulturtipps für Corona-Zeiten: Was machen wir heute? Streaming-Vorschläge für den Montag

Die Tipps der Vortage: Wie wär's mit einem Kino-Besuch im Arsenal?

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Kulturtipps für Corona-Zeiten : Was machen wir heute? Streaming-Vorschläge für den Montag
Hassan Sharifs Installationsansicht I Am The Single Work Artist in den Kunst-Werken.
Hassan Sharifs Installationsansicht I Am The Single Work Artist in den Kunst-Werken.Foto: Courtesy Hassan Sharif Estate; Alexander Gray Associates, New York; gb agency, Paris; Gallery Isabelle van den Eynde, Dubai; Sharjah Art Foundation, Sharjah, Foto: Frank Sperling

Freitag, 27. März

Kunst-Tipp

Die Kunst-Werke laden zu Ausstellungsrundgängen, fürs internationale Publikum auf Englisch. Krist Gruijthuijsen, der Direktor des Ausstellungshauses in der Berliner Auguststraße, führt persönlich durch die große Hassan-Sharif-Retrospektive mit 150 Arbeiten des 2016 gestorbenen Konzeptkunstpioniers des Nahen und Mittleren Ostens. "I Am The Single Work Artist" heißt die Schau mit Zeichnungen und Comics, ironischen Kommentaren zur Ankunft des Geldes und der Industrialisierung etwa in den Arabischen Emiraten. Dazu Installationen und Objekte zwischen Readymade und Arte povera: In der großen Souterrain-Halle ist durchaus heiter anzuschauender Wohlstandsmüll versammelt, ein Berg mit Plastiksandalen, ein Wandteppich aus Reisigbesen, bunte, puppenähnliche Assemblagen an den Wänden. (www.kw-berlin.de)

Klassik-Tipp 1

Die großartigen Twitter-Hauskonzerte von Igor Levit haben ja nicht gerade die allerbeste Tonqualität, heute Abend ist das hoffentlich anders. Auf den Onlineplattformen des ebenfalls vom Corona-Lockdown betroffenen Festivals „Heidelberger Frühling“ widmet sich der Pianist ab 19.30 Uhr den 24 Präludien und Fugen von Dmitri Schostakowitsch, die eigentlich in Heidelberg aufgeführt werden sollten. Live, anschließend noch 24 Stunden online. Der 1933 entstandene, durch alle Tonarten wandernde Zyklus gehört zu den besonders herausfordernden Klavierwerken des 20. Jahrhunderts –gerade richtig für Levit. www.heidelberger-fruehling.de, sowie auf den Twitter- und Facebookkanälen des Festivals.

Klassik-Tipp 2

Die Kultur schaltet in den Wochenendmodus, deshalb gleich noch ein Klassik-Tipp für heute Abend. Aus dem legendären Berliner Meistersaal werden ab diesem Freitag regelmäßig Kammerkonzerte übertragen, Solo-Auftritte oder Duos. Den Anfang macht um 19 Uhr ein Recital mit Andreas Ottensamer, dem Solo-Klarinettisten der Berliner Philharmoniker. In den ersten vier Folgen der „Moment Musical“-Reihe mit live oder zeitlich versetzt gestreamten Audio- und Videoübertragungen (nächster Termin ist Sonntag, 16 Uhr) treten außerdem die Sopranistin Anna Prohaska, der israelische Mandolinist Avi Avital, und Philharmoniker-Solo-Oboist Albrecht Mayer auf, teils mit kammermusikalischen Partnern. Abstand wird gewahrt, die Kameras sind ferngesteuert. Das Ganze ist eine konzertierte Aktion der Deutschen Grammophon mit Arte Concert, auch der Meistersaal selbst, die Emil Berliner Studios und Seagull Film sind beteiligt. Und jedes der bis zu einstündigen Konzerte kann bis zu 72 Stunden danach abgerufen werden, bei Arte Concert oder der Deutschen Grammophon.

Pop-Tipp

Auch die Ufa-Fabrik konzertiert via Lifestream. Um 20.30 Uhr tritt Maria Carvalho mit ihrem Trio Fado auf. Der traditionelle Fado, neu belebt: Die Berliner Sängerin mit portugiesischen Wurzeln präsentiert Eigenkompositionen für das nächste Album des Trios gemeinsam mit Antonio de Brito (Gitarre und Gesang) und dem Cellisten Benjamin Walbrodt. (www.ufabrabrik.de)

Film-Tipp

Das Berliner Arsenal-Kino hat einen Rundruf bei den Filmschaffenden gestartet, mit der Bitte, die Rechte für das Streaming von Filmen im hauseigenen Verleih freizugeben. Das Ergebnis war überwältigend und ging in allen Fällen mit uneingeschränkten Solidaritätsbekundungen einher, schreibt das Arsenalteam auf seiner Website. Das Streaming-Programm „Arsenal 3“ wechselt wöchentlich, nach kurzem Einloggen kann man diese Woche zum Beispiel „VATER, MUTTER, WAS SOLL ICH HEUTE FILMEN?“ von Isabell Spengler gucken (2012, 52 Min.). Die Regisseurin führte Video-Interview mit ihren Eltern im südfranzösischen Ferienhaus, die wünschten sich Filme, Spengler realisierte die Wunschfilme in Bildern. Oder Clarissa Thiemes Halbstünder „Was bleibt“, der 2010 auf der Berlinale lief. Stille Aufnahmen von Plätzen und Landschaften im heutigen Bosnien-Herzegowina, die Schauplätze von Kriegsverbrechen waren; ein Versuch über die Leerstellen des Krieges und die Grenzen der Darstellbarkeit von Gewalt. Bitte etwas Geduld, die Seite hakt manchmal ein bisschen. (www.arsenal-berlin.de )

(Zusammenstellung: chp)

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