Broder schmeißt beim RBB hin

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Antisemitismus-Vorwürfe : Henryk M. Broder verschärft Kritik an Jakob Augstein

Augstein selbst wehrte sich am Donnerstag erneut gegen die Vorwürfe und wies sie als Diffamierung zurück. Das Wiesenthal-Zentrum, das sich dem Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus verschrieben hat, habe seinen ganzen Respekt. „Umso betrüblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwächt wird. Das ist zwangsläufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird“, sagte Augstein.

Broder ist allerdings nicht der Ansicht, Augsteins kritischen Journalismus diffamiert zu haben. „Das, was Jakob Augstein betreibt, ist kein kritischer Journalismus, sondern Ausdruck seiner eigenen, ressentimentgeladenen Selbstdarstellung. Im besten Fall schlechte Literatur.“ Seine Kritik an Augstein verschärft Broder weiter: „Augstein sieht sich als kritischer Journalist, so wie sich ein Pädophiler als Kinderfreund ansieht. Auf die Selbstwahrnehmung kommt es dabei nicht an.“ Auch angesichts der großen, öffentlichen Unterstützung für Augstein rückt Broder nicht von dieser Position ab.

Dafür ist er vom RBB abgerückt. Am Donnerstag hat Broder seine wöchentliche Kolumne bei Radio Eins gekündigt. Seiner Darstellung nach sollte er seinen Kommentar an diesem Freitag ausfallen lassen, dafür ein Antisemitismusexperte zu Wort kommen. Dieses Verhalten sei ihm gegenüber illoyal und sachlich durch nichts zu rechtfertigen, erklärte Broder auf welt.de seinen Abschied.

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