Die USA sollen schuld sein : Kuba rationiert Lebensmittel und Hygieneartikel

Reis, Hühnchen und Zahnpasta gibt es nur noch in festgelegten Mengen. Für Havanna ist das US-Embargo schuld an der Versorgungskrise.

Kunden warten in einer Drogerie in Havanna.
Kunden warten in einer Drogerie in Havanna.Foto: Alexandre Meneghini/Reuters

Angesichts einer sich verschärfenden Versorgungskrise hat Kuba eine Rationierung von Lebensmitteln und Alltagsprodukten angeordnet. Unter anderem Reis, Öl, Hähnchenfleisch, Eier, Waschmittel und Zahnpasta dürften künftig nur noch in rationierten Mengen gekauft werden, sagte die kubanische Handelsministerin Betsy Díaz am Freitag. Damit sollen Hamsterkäufe vermieden werden. Ziel sei eine „gerechte und vernünftige“ Verteilung der knappen Produkte in der Bevölkerung.
Die Regierung in Havanna macht aktuelle finanzielle Probleme sowie die jüngste Verschärfung des Handelsembargos der USA für die Versorgungskrise im Land verantwortlich. Wirtschaftsexperten sehen den Grund in der kubanischen Versorgungskrise hingegen eher in der Schwäche der eigenen Produktion und der Abhängigkeit vom engen Verbündeten Venezuela.

US-Präsident Donald Trump übt Druck auf Kuba aus und verlangt, dass Havanna die Unterstützung für den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro einstellt. Die sozialistische Karibikinsel erhält von Venezuela Öl im Austausch für die Dienste entsandter Ärzte. Dieses Öl verkauft Kuba auf dem Weltmarkt und beschafft sich so Devisen. Wegen der schweren Krise in Venezuela haben sich die Öllieferungen allerdings auf 50.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag halbiert.

Parteichef Raúl Castro sagte Anfang April, Kuba steuere einer ähnlichen Wirtschaftskrise wie in den 90er Jahren entgegen. Er forderte die Bevölkerung auf, sich auf schwierige Zeiten vorzubereiten.

Die USA hatten 1962 ein Wirtschaftsembargo gegen das kommunistische Kuba verhängt. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte einen Annäherungskurs gegenüber dem Karibikstaat verfolgt; in seiner Amtszeit nahmen beide Staaten nach jahrzehntelanger Eiszeit diplomatische Beziehungen auf. (AFP, dpa)

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