• Fragen des Tages: Virologen-Streit geht in zweite Runde und Japan als Corona-Vorbild - was heute wichtig war

Fragen des Tages : Virologen-Streit geht in zweite Runde und Japan als Corona-Vorbild - was heute wichtig war

Außerdem: Touristen-Ansturm aufs Berliner Umland + Trump will auf Plünderer schießen lassen + Das Wichtigste von heute in den Fragen des Tages.

Die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé.
Die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé.Foto: Imago

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Das Coronavirus-Update

Die aktuellen Zahlen zur Pandemie:

  1. In Deutschland ist die Zahl der nachgewiesenen, aktiven Coronafälle inzwischen unter die Marke von 10.000 gesunken, sie liegt jetzt bei 9920. Auch die Zahl der deutschlandweiten Neuinfektionen im Sieben-Tage-Mittel ist wieder gesunken, von über 600 auf 550. Alle aktuellen Daten aus den Landkreisen und für Deutschland finden Sie in unserer interaktiven Karte.
  2. Die Johns-Hopkins-Universität meldet weltweit mehr als 5,8 Millionen registrierte Infizierte und über 361.000 Tote. Mit Abstand die meisten Fälle, nämlich über 1,7 Millionen, gibt es weiterhin in den USA. Auf Platz zwei und drei folgen Brasilen (440.000) und Russland (390.000).

Drosten verteidigt sich: Für die einen ist er ein Held, für die anderen eine Hassfigur – Christian Drosten. Beim aktuellen Wissenschaftlerstreit über eine seiner Studien zur Viruslast von Kindern versucht der Virologe jetzt in einem „Spiegel“-Interview, seine Popularität und seinen Einfluss auf die Politik zu relativieren. Aber er lobt auch seine Arbeit und reklamiert die Rettung von bis zu 100.000 Leben für sich. Was er zudem über den aktuellen Streit mit der „Bild“-Zeitung zu sagen hat,können Sie hier nachlesen.

Kekulé legt nach: Im Streit der Wissenschaftler hat sich der in Halle tätige Mikrobiologe Alexander Kekulé erneut zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagt er, dass er ebenso wie Drosten der Meinung ist, dass Kinder genauso ansteckend wie Erwachsene seien. Aber das liege derzeit noch im Bereich „des Glaubens“. So kommt er zu dem Schluss: „Die Studie ist nicht zu retten, wie sie dasteht.“

Japan als Vorbild? Für seinen Umgang mit der Coronavirus-Krise wurde Japan erst heftig kritisiert. Doch das Modell könnte nun für Deutschland Vorbild sein. Wie es Japan ohne Lockdown schaffte, das Coronavirus fast vollständig zu besiegen, können Sie hier lesen.

Touristen-Ansturm aufs Berliner Umland: Die Zeit der Lockerungen bringt sie nach Brandenburg – die Berliner Datschenbesitzer, die Camper. Sie bringen zwar Geld in die Ausflugslokale, die Bootsvermietungen, die Eisdielen, die Biergärten. Aber mit ihnen kommt auch ein Konflikt: Wer soll die ganzen Corona-Regeln durchsetzen? Mein Kollege Werner van Bebber hat in Erfahrung gebracht, von wem die Ordnungsämter dabei unterstützt werden – von Erzieherinnen.

Was heute sonst noch wichtig war

500 Nationalgardisten erreichen Minneapolis nach schweren Ausschreitungen: In den USA nehmen die Proteste nach dem brutalen Tod eines Afroamerikaners zu. In Minneapolis brennen Gebäude, eine Polizeistation wurde gestürmt. Ein CNN-Team wird verhaftet und wieder freigelassen.

Trump will auf Plünderer schießen lassen: In den USA eskalieren die Proteste, nachdem ein Polizist einen Afroamerikaner wohl zu Tode gewürgt hat. Der US-Präsident droht den Krawallmachern mit Gegengewalt. Twitter wirft US-Präsident Gewaltverherrlichung vor und schränkt die Sichtbarkeit seiner Nachricht ein.

Oberlandesgericht Frankfurt will Hauptverhandlung am 16. Juni beginnen: Der Neonazi Stephan Ernst steht wahrscheinlich von Mitte Juni an vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, er habe Lübcke aus rechtem Hass erschossen.

Politischer Ärger in Brandenburg: In der Lausitz kooperiert die Stadtfraktion der Linkspartei mit der örtlichen AfD. Die Folge: Scharfe Kritik und Häme.

Unsere Tipps für den Corona-Alltag

Unser Koch-Tipp: In Teil 67 gibt es einen Barfood-Klassiker mit ein bisschen Hilfe der "Beatles" - Caesar's Club Sandwich. 

Unser Hör-Tipp: Lady Gaga besinnt sich auf ihrem sechsten Album auf ihre Dancepop-Wurzeln. Hohes Tempo, knallige Beats und schmerzvolle Themen dominieren "Chromatica".

Unser Lese-Tipp: Zurück nach Troja:- Colm Tóibín erzählt in seinem Roman „Haus der Namen“ alte Mythen neu.
Unsere Streaming-Tipps: Martin Wuttke geifert wieder als Arturo Ui am Berliner Ensemble, das Arsenal beschäftigt sich mit dem Erbe des Kolonialismus. 
Unser Fitness-Tipp: Bevor in der kommenden Woche die Berliner Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, haben unsere Trainer noch eine letzte Übung für zuhause parat. 

Gibt es was im Fernsehen?

Kein Ende von Scandi-Noir: Nach Noomi Rapace und Sofia Helin wird nun Josefin Asplund in der schwedisch-deutschen Serie „Hidden Agenda“ zur Kämpferin gegen das System. 

Wiehern wider Viren: Das Melodram „Mein wildes Herz – Alles auf Sieg“ mit Lena Klenke und Dieter Hallervorden spendet galoppierenden Trost für die Corona-Seele. 

Was sollte ich für morgen wissen?

Nach wochenlanger Corona-Einschränkung gibt es bei Demonstrationen in Berlin ab diesem Wochenende keine begrenzte Teilnehmerzahl mehr. Für Samstag sind laut Polizei mehrere Dutzend Demonstrationen angemeldet, darunter jetzt auch größere. Bislang durften nur 100 Menschen - mit Abstand - zusammen demonstrieren. Die Polizei hat sich auf Versammlungen am Rosa-Luxemburg-Platz und Alexanderplatz, im Mauerpark, am Großen Stern, am Brandenburger Tor und vor dem Reichstag eingestellt.

Hertha BSC will im Heimspiel am Samstag gegen den FC Augsburg seinen Lauf unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia fortsetzen. Mit sieben Punkten aus den bisherigen drei Bundesliga-Spielen unter der Leitung des ehemaligen Fußball-Profis sind die Berliner nach dem Wiederbeginn der Saison das zweitbeste Team hinter dem FC Bayern. Bei einem weiteren Sieg könnte Hertha weiter in Reichweite der internationalen Ränge kommen.

Stadtrivale 1. FC Union muss am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach antreten. Neben der sportlichen Bedeutung im Kampf gegen den Abstieg für die Gäste lastet vor der Partie der Zoff um Stürmer Sebastian Polter auch noch auf den Eisernen.
Der Pianist Igor Levit beendet seine 20-stündige Aufführung am Klavier. Mit der Daueraufführung will er auf die Lage der Musiker angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufmerksam machen.

Die Zahl des Tages

33 Prozent der befragten Männer für den "Ernährungsreport 2020" gaben an, täglich Wurst oder Fleisch zu konsumieren. Das ist deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Damals waren es noch 39 Prozent. Ob die sinkenden Werte mit der Corona-Krise zu tun haben und den eingeschränkten Möglichkeiten zu grillen, ist nicht bekannt. 

Ich wünsche Ihnen einen schönes Pfingstwochenende!

Herzliche Grüße
Ihr
Benjamin Reuter
Leiter Newsroom 

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