Nach türkischem Einmarsch in Syrien : Putin lädt Erdogan zu Gesprächen ein

Die Präsidenten Russlands und der Türkei wollen sich treffen. Ihr Ziel: Ein direktes Aufeinandertreffen syrischer und türkischer Truppen verhindern.

Der russische Präsident Putin und der türkische Präsident Erdogan im September in Ankara
Der russische Präsident Putin und der türkische Präsident Erdogan im September in AnkaraFoto: Reuters/Pavel Golovkin

Im Zuge der türkischen Militäroffensive in Syrien hat Kremlchef Wladimir Putin seinen Kollegen Recep Tayyip Erdogan zu Gesprächen nach Russland eingeladen. Das eintägige Treffen werde am kommenden Dienstag in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi stattfinden, meldeten am Mittwochabend die russische Agentur Tass und die türkische Nachrichtenagentur Anadolu übereinstimmend. Zuvor hieß es aus dem Kreml, die Begegnung werde im Oktober sein.

Details waren zunächst nicht bekannt. Beide wollten Kremlangaben zufolge in einem persönlichen Gespräch klären, wie eine direkte Konfrontation zwischen türkischen und syrischen Truppen im Norden des Kriegslandes verhindert werden könnten.

Putin und Erdogan hatten noch am Dienstagabend auf Initiative der türkischen Seite miteinander telefoniert. Putin drängte nach Moskauer Angaben darauf, die Lage für gefangene IS-Kämpfer verstärkt zu beobachten. Diese sollten unter keinen Umständen freikommen und in andere Länder gelangen, hieß es in einer Kremlmitteilung.

Die Türkei hatte in der vergangenen Woche einen lange geplanten Militäreinsatz gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die an der Grenze zur Türkei in Nordsyrien ein großes Gebiet kontrolliert. Nach schnellen Verlusten hatten die von den Kurden dominierten SDF am Sonntag eine Vereinbarung mit der Regierung in Damaskus und deren Verbündetem Russland getroffen. Das syrische Militär kam den von der Türkei bedrängten kurdischen Milizen am Montag mit Truppen zu Hilfe. (dpa)

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