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Streit um Atomabkommen : Iran: "Wir sind stolz, diese Sanktionen zu brechen"

Der Iran zeigt sich angesichts neuer Sanktionen bereit zu Gesprächen, findet aber auch kritische Worte. Aus Israel kommen dagegen Dank für die USA.

Irans Präsident Hassan Rouhani
Irans Präsident Hassan RouhaniFoto: REUTERS

Der Iran hat die neuen US-Sanktionen gegen seine Öl- und Finanzwirtschaft als „Wirtschaftskrieg“ bezeichnet und alle Staaten aufgerufen, sie zu unterlaufen. Gleichzeitig zeigte sich Präsident Hassan Ruhani zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump bereit.

„Wenn Sie sich an die internationalen Verpflichtungen ihres Landes halten, haben wir mit Gesprächen kein Problem“, sagte Ruhani am Montag laut der Nachrichtenagentur IRNA. Allerdings müsse sich die Gegenseite auch an die Ergebnisse der Gespräche halten. Er fügte hinzu: „Wir sind stolz, diese Sanktionen zu brechen, denn diese Sanktionen sind illegal und unfair und widersprechen UN-Resolutionen.“

Zuletzt lehnte der Iran Gespräche noch ab

Trump hatte mehrmals ein Treffen mit Ruhani gefordert, besonders im September während der UN-Vollversammlung in New York, wo beide anwesend waren. Der Iran hatte damals die Angebote abgelehnt, weil für das Land Trump kein zuverlässiger Gesprächspartner sei. In den politischen Kreisen meinen aber viele, dass sich Teheran zumindest auf Außenministerebene auf Gespräche einlassen solle.

Die USA hatten am Montag (6.00 Uhr MEZ) Sanktionen in Kraft gesetzt, um die zentralen Branchen der iranischen Wirtschaft - Ölexport, Finanzen, Verkehr - zu lähmen. Ruhani betonte, dass die Menschen sich keine Sorgen machen müssten. „Wir sind in einem Wirtschaftskrieg und wir können auch diese Krise mit Einheit und gemeinsamen Anstrengungen meistern“, sagte er. Wie das geschehen soll, sagte er nicht.

Israel begrüßt die Sanktionen gegen den Erzfeind

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat US-Präsident Donald Trump für die neuen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran gedankt. „Präsident Trumps mutige Entscheidung ist der Umbruch, auf den der Nahe Osten gewartet hat“, sagte Lieberman am Montag. „Mit einem einzelnen Schritt versetzen die Vereinigten Staaten der iranischen Verankerung in Syrien, dem Libanon, Gaza, dem Irak und Jemen einen entscheidenden Schlag.“

Der Iran und Israel sind Erzfeinde. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gilt als schärfster Kritiker des Atomabkommens mit dem Iran. Die USA sind unter Trump aus dem internationalen Abkommen ausgestiegen, das den Abbau von Sanktionen vorsah.

Das Land steckte schon vor der Wiedereinführung weiterer Sanktionen in einer akuten Finanzkrise. Die Landeswährung Rial hat mehr als 60 Prozent an Wert verloren und viele Menschen befürchten, dass die Sanktionen die Wirtschaftskrise verschärfen werden.

Die USA haben China, Indien und Italien teilweise von den Iran-Sanktionen ausgenommen. Ausgenommen sind auch Griechenland, die Türkei, Japan, Südkorea und Taiwan, wie US-Außenminister Mike Pompeo am Montag in Washington mitteilte.

(dpa)

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