Streit um Wagenknecht : Linkspartei betreibt Machtkampf auf Sandkastenniveau

Der Streit um die "linke Sammlungsbewegung" zwischen Wagenknecht, Bartsch und den Parteichefs bringt die Linkspartei an den Rand der Spaltung. Ein Kommentar.

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende von (Die Linke)
Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende von (Die Linke)Foto: Christophe Gateau/dpa

Krasser könnte die Unruhe in der Linksfraktion kaum sein. Knapp drei Monate vor dem Bundesparteitag der Linken in Leipzig, auf dem eine neue Parteispitze gewählt werden soll, schließen sich gut ein Drittel der Bundestagsabgeordneten aus allen Flügeln zusammen, um Spitzenfrau Sahra Wagenknecht und ihren Ko-Chef Dietmar Bartsch in die Schranken zu weisen. Die sägen beide, die eine mehr, der andere weniger, am Stuhl der Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger.

Die Fraktionschefs befürworten eine neue linke „Sammlungsbewegung“ und nehmen in Kauf, dass dafür die Partei in ihrer bisherigen Form aufs Spiel gesetzt wird. Wer hat eigentlich angefangen mit der Streiterei, die die Linkspartei an den Rand der Spaltung bringt?

Ein trauriges Spektakel

Das ist fast schon egal, zu sehr erinnert das Agieren aller Funktionäre an den Streit von Kleinkindern im Sandkasten. Die Linke hat es seit der Bundestagswahl ohnehin schwerer als zuvor. Die Oppositionsführerrolle musste sie an die AfD abtreten, für Rot-Rot-Grün gibt es im Bund auf Jahre hinaus null Chance.

Wagenknecht aber scheint es auf eine Zermürbungstaktik anzulegen. Wohl wissend, dass an ihr als linkem Popstar niemand vorbeikommt. Ein trauriges Spektakel wird aufgeführt – mit ihrem Gatten, dem Ex-Vorsitzenden Lafontaine, als Strippenzieher.

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