Am Sonntag in Schwenningen : Den Eisbären Berlin fehlt die Konstanz

Die Eisbären schaffen es noch zu selten, über 60 Minuten ihre Topleistung abzurufen. In Schwenningen haben sie am Sonntag die nächste Chance dazu.

Maxim Lapierre (l.) eröffnete den Torreigen gegen Ingolstadt.
Maxim Lapierre (l.) eröffnete den Torreigen gegen Ingolstadt.Foto: Imago/Andreas Gora

Dass die Eisbären Berlin durch die Niederlage gegen Ingolstadt ihren vierten Platz vorerst an den Gegner verloren haben, spielte für Serge Aubin keine Rolle. „Es ist noch viel Eishockey zu spielen“, sagte der Trainer der Berliner nach dem dramatischen 4:5 nach Penaltyschießen am Freitagabend. Genau genommen stehen für die Eisbären noch 15 Partien in der Hauptrunde an, das nächste am Sonntagnachmittag in Schwenningen (16.30 Uhr, live bei Magentasport).

Dann sollten es die Berliner wieder einmal schaffen, über 60 Minuten eine konzentrierte Leistung abzurufen. Den kommenden Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, verbietet sich von selbst. Schwenningen hat die vergangenen vier Heimspiele allesamt gewonnen und auch die Eisbären in dieser Saison in eigener Halle schon besiegt.

Eisbären hatten Ingolstadt eigentlich im Griff

Das allerdings war am Freitagabend noch weit weg, zunächst einmal mussten die Berliner ihre Wunden lecken nach der unnötigen Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um eine möglichst gute Ausgangsposition für die Play-offs. Nach zweimaligem Rückstand hatten die Eisbären das Spiel nach dem 4:2 eigentlich im Griff, doch dann ließen sie unerklärlicherweise nach. „Wir waren nach der Führung ein bisschen zu passiv“, sagte Kapitän André Rankel, der gegen Ingolstadt sein 850. Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bestritt.

Nach einem turbulenten Mittelabschnitt mit fünf Treffern beschränkten sich die Berliner im dritten Drittel zu sehr auf die eigene Torsicherung, so ähnlich war das zuletzt schon in Köln schief gegangen, als sie sogar eine Drei-Tore-Führung noch herschenkten.

Diesmal lagen die Eisbären bis in die Schlussminuten hinein immerhin noch 4:3 vorn, bis sie eine Strafzeit kassierten und die Oberbayern im folgenden Überzahlspiel ausgleichen konnten. „Wenn du anderthalb Minuten vor Schluss führst und dann nur einen Punkt mitnimmst, ist das enttäuschend. Ich hoffe, dass wir daraus lernen können“, sagte Aubin.

Keeper Pogge konnte wieder nicht entscheidend helfen

Tatsächlich hätte sein Team auch in der Verlängerung noch gewinnen können, die größte Chance hatte Austin Ortega, der einen Penaltyschuss vergab. Es half auch nicht, dass Justin Pogge im Eisbären-Tor wieder einmal nicht der erhoffte Rückhalt war. „Ich glaube, er hätte gern ein oder zwei Tore zurück“, sagte sein Trainer nach dem Spiel.

Auch wenn Pogges Fehler diesmal nicht offensichtlich waren, so konnte er der Mannschaft auch nicht entscheidend helfen, als sie ihren Goalie gebraucht hätte. Im Penaltyschießen brachten die Ingolstädter beide Versuche an Pogge vorbei im Netz unter.

Ob der Neuzugang nach fünf Spielen in Folge auch am Sonntag in Schwenningen von Beginn an auflaufen wird, will sich Serge Aubin kurzfristig überlegen. Immerhin hat er inzwischen nicht mehr nur auf der Torwartposition mehr Auswahl, der Kader bietet insgesamt wieder größere Optionen.

Erstmals seit längerem standen gegen Ingolstadt vier komplette Sturmreihen auf dem Eis, theoretisch hätte Aubin auch sieben Verteidiger einsetzen können. Allerdings entschied sich der Trainer dagegen, den jungen Eric Mik gegen die robusten Ingolstädter auch zu bringen. „Ich habe zu Beginn meiner Karriere auch viel auf der Bank gesessen“, sagte André Rankel. Geblieben ist es dabei bekanntlich nicht.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!