Deutscher Hockey-Bund : Vize-Präsident Laschet will nicht mehr kandidieren

Die Äußerungen der prominenten Mitarbeiter sorgen für Aufregung. Remo Laschet, Vizepräsident des Deutschen Hockey-Bundes, will im Mai nicht mehr kandidieren.

Es geht um den Sport: Im Streit beim Deutschen Hockey-Bund geht es auch um die Frage, wie die Deutschen ihren Platz in der Weltspitze behaupten.
Es geht um den Sport: Im Streit beim Deutschen Hockey-Bund geht es auch um die Frage, wie die Deutschen ihren Platz in der...Foto: John Davidson/Imago

Für die deutschen Hockey-Männer ist der Ausflug nach Argentinien durchaus erfolgreich verlaufen. Im Unterschied zu dem des großen Rivalen aus Holland. Während die Holländer ihr Pro-League-Spiel gegen Argentinien am Sonntag mit 3:4 verloren, sicherten sich die deutschen Männer wenigstens einen Punkt. Und das, ohne überhaupt zum Schläger gegriffen zu haben. Wegen Unbespielbarkeit des Platzes war die Partie in Buenos Aires abgesagt worden, und gemäß den Regularien des neuen Wettbewerbs wird das Spiel nicht nachgeholt, sondern als Unentschieden gewertet.

Es gibt also auch noch erfreuliche Nachrichten aus dem deutschen Hockey, um das es zuletzt einige Aufregung gab. Innerhalb des Verbandes rumort es. Ein anonymer Briefeschreiber hat die Zustände im Deutschen Hockey-Bund (DHB) kritisiert und vor allem den Vizepräsidenten Remo Laschet attackiert, dessen Rolle man mit der einer „Spinne im Netz“ vergleichen könne.

Forderung nach strukturellen Veränderungen

Schließlich meldeten sich auch vier prominente frühere Mitarbeiter des Verbands besorgt zu Wort. Die ehemaligen Bundestrainer Peter Lemmen, Bernhard Peters, Markus Weise und Jamilon Mülders verfassten in der vergangenen Woche einen offenen Brief, den unter anderem der Tagesspiegel veröffentlicht hat. Darin brachten sie nicht nur ihre Sorge um das Innenverhältnis im Verband und dessen Außendarstellung zum Ausdruck, sie beklagten auch die Ämterhäufung im DHB und forderten strukturelle Veränderungen.

Der Brief erregte innerhalb der Hockeyszene einige Aufregung und stieß auf breite Zustimmung, sieht man einmal von Präsident Wolfgang Hillmann ab, der sich – allerdings zu Unrecht – attackiert fühlte. Inzwischen haben die Interventionen zu ersten Konsequenzen geführt. Laschet hat angekündigt, beim anstehenden Bundestag im Mai nicht wieder für das Amt des Vizepräsidenten zur Verfügung zu stehen. „Um den Eindruck zu vermeiden, dass es hier um meine Person geht oder um irgendwelche Verquickungen, werde ich auf dem Bundestag als Vizepräsident nicht wieder kandidieren“, sagte er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, in dem er sich auch gegen Vorwürfe wehrt, die in dem anonymen Brief gegen ihn erhoben wurden.

Gleiche Adresse von Agentur und Laschets Anwaltsbüro

Nachdem der DHB im vergangenen Jahr seinen Marketingdirektor Jan Fischer, einen früheren Hockey-Bundesligaspieler, entlassen hatte, wurden dessen Aufgaben von einer externen Agentur übernommen. Laschet hat bestritten, dass er in irgendeiner Form an dieser Agentur beteiligt sei, wie es gelegentlich kolportiert wurde. „Die Schnittmenge besteht darin, dass diese Agentur die gleiche Adresse hat wie mein Anwaltsbüro“, sagte er dem DLF. Das liege daran, dass der Geschäftsführer der Agentur zugleich Rechtsanwalt in seinem Büro sei. „Eine sonstige Verstrickung, gesellschaftlich oder operativ, besteht nicht“, sagte Laschet. Er sei auch nicht am Gewinn der Agentur beteiligt.

Laschet, Bruder des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, glaubt, dass die Gerüchte bewusst genutzt worden sein, um Kritik an seiner Person zu üben. Er räumte allerdings auch ein, dass es „nicht besonders feinfühlig“ gewesen sei, die Agentur für den Deutschen Hockey-Bund zu engagieren: „Das habe ich schlicht und ergreifend unterschätzt.“

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