Rheinisches Eishockey-Derby im Fußballstadion : Pfützen auf dem Eis

Die Kölner Haie spielen beim Winter Game vor 50 000 Zuschauern im Fußballstadion – und fürchten Regen mehr als die DEG.

Eishockey im Freien. Die Kölner Haie trainieren im Kölner Fußballstadion. Dort findet am Sonnabend das sogenannte „Winter Game“ der DEL statt.
Eishockey im Freien. Die Kölner Haie trainieren im Kölner Fußballstadion. Dort findet am Sonnabend das sogenannte „Winter Game“...Foto: City-Press GmbH

Die Profis der Kölner Haie schielen in diesen Tagen immer wieder auf die Wettervorhersagen. Wie sieht die Prognose für Sonnabend bloß aus? Denn dann spielen die Kölner ausnahmsweise nicht in ihrer gut temperierten Arena im Stadtteil Deutz, sondern unter freiem Himmel im Fußball-Stadion des 1. FC Köln in Müngersdorf. Gegner im sogenannten Winter Game der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), das seit 2013 alle zwei Jahre stattfindet, ist der Kölner Lieblingsfeind: die Düsseldorfer EG.

Der Vorverkauf läuft vielversprechend. Beide Klubs sind gut in Form, die DEG liegt auf Tabellenplatz drei, die Haie auf vier. Das Stadion dürfte am Samstag mit 50 000 Besuchern ausverkauft sein. Und da die Kölner Zuschauer darauf spezialisiert sind, ihre Vereine und sich selbst mit Folklore ausgiebig zu feiern, macht sich niemand um die Stimmung Sorgen, die beim Freiluft-Derby herrschen wird. Zumal im Vorprogramm die bei solchen Events obligatorische Kölsch-Band Brings auftritt.

Nur das Wetter scheint nicht mitspielen zu wollen. Auf ein Winter-Idyll wie 2017, als Mannheim und Schwenningen bei minus vier Grad und Schneefall in Sinsheim gegeneinander antraten, können die Kölner nicht hoffen. Für Samstag ist vielmehr Regen angesagt bei Temperaturen von circa sieben Grad. Und es gibt in Köln kein flexibles Stadiondach wie in Düsseldorf, wo die Haie im Winter Game 2015 gegen die DEG antraten und in der geschlossenen Arena 2:3 verloren, während es draußen regnete und stürmte.

Erstes Winter Game 2013 bei Dauernieselregen

Der für das Freiluftspiel zuständige Eismeister Sascha Koullen ist trotz der trüben Wetteraussichten guter Dinge. „Solange es keinen stundenlangen Dauerregen oder Starkregen gibt, haben wir kein Problem. Ansonsten wäre das der Worst Case, da könnten wir irgendwann nichts mehr machen.“ Falls ein starker Regenschauer herunterkommen sollte, könne man das Spiel unterbrechen, um Pfützenbildung zu vermeiden. „Unsere Maschinen können auch Wasser absaugen. Man trägt danach einen ganz minimalen Wasserfilm auf und kann weiterspielen“, sagt Koullen. Zur Not könnte auch der Spielbeginn, der für 16.30 Uhr angesetzt ist, nach hinten verschoben werden.

Oder anders ausgedrückt: Irgendwie wird die Partie schon über die Bühne gehen. Das erste Winter Game 2013 in Nürnberg zwischen den Ice Tigers und den Eisbären Berlin, das 4:3 endete, fand schließlich Open Air bei Dauer-Nieselregen statt. Auf der Spielfläche standen Pfützen. Das Eis war so weich, dass die Profis kaum von der Stelle kamen. Trotzdem jammerte kaum jemand. Die Spieler waren vor allem davon beeindruckt, vor der ungewohnt großen Kulisse von damals 50 000 Zuschauern spielen zu können.

Auch die Haie-Profis scheinen fest entschlossen zu sein, das Beste aus der Sache zu machen. „Es wird das geilste Spiel der Saison, die drei Punkte gegen Düsseldorf müssen wir holen – egal bei welchem Wetter“, sagt KEC-Stürmer Sebastian Uvira, mit zwölf Treffern bester Kölner Torschütze. Uvira war 2015 schon in Düsseldorf dabei. Genauso wie Philip Gogulla, der im vergangenen Sommer nach 14 Jahren in Köln zur DEG gewechselt ist. 18 Tore hat Gogulla bereits für Düsseldorf geschossen und mit seinem neuen Verein zweimal gegen den KEC gewonnen, 4:3 und 3:2. Dafür wollen sich die Kölner am Samstag im Winter Game revanchieren. Falls es nicht ins Wasser fällt.

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