Neukölln, Hermannplatz

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Warenhäuser auf dem Prüfstand : Karstadt - ein gutes Stück Berlin
Karstadt in Neukölln.
Karstadt in Neukölln.Foto: Thilo Rückeis

Gründungsjahr: 1929

Mitarbeiter: 250

Die Damen in der Schmuckabteilung sind einfach Spitze. Biegen jeden verbeulten Armbandverschluss mit ihren feinen Zangen wieder hin, gerne auch für lau. Wenn sie es ausnahmsweise nicht schaffen, verraten sie einem mit gesenkter Stimme und Berliner Schnauze, wie sich die Lieblingskette mit Einzelteilen von Fünf-Euro-Modeschmuck reparieren lässt. Oder das Weinsortiment in der Lebensmittelabteilung im Untergeschoss: Manchmal haben sie sogar Kaseler Nieschen vom Palais Kesselstatt, Trier, Mosel. Karstadt am Hermannplatz war einst Europas modernstes Kaufhaus, mit Muschelkalktürmen und der Lichtarchitektur von Philipp Schaefer ein Stück New York in Berlin. Etwas davon ist noch da, hinterrücks an der Hasenheide. Zwar wurde das Sortiment wegen der Kundschaft längst auf billig umgestellt. Aber so lange der Moselwein und die Schmuckdamen da sind, kommt auch die Genießerin auf ihre Kosten. Christiane Peitz

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