Verklärung des DDR-Regimes

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Schülerstudie : Demokratie oder Diktatur? – Ganz egal!

Ganz überraschend ist das für die FU-Forscher nicht, denn es bestätigt das Ergebnis einer früheren (allerdings umstrittenen) Studie unter Schroeders Leitung zu den Kenntnissen über die DDR. Die waren, gerade in Berlin und Brandenburg, gering. Das Ergebnis damals: Geringe Kenntnisse stützen die Verklärung des DDR-Systems. Auch nach der neuen Studie stimmen fast 30 Prozent der Aussage zu, die DDR sei keine Diktatur gewesen. Wobei Kinder von Eltern aus dem Westen das zu 24,5 Prozent sagen, Schüler aus Ost-Familien aber zu 36,5 Prozent. Migrantenkinder sind zu knapp 34 Prozent dieser Meinung. Geht es um die NS-Zeit, fällt das Bild ebenfalls erschreckend aus: Jeder vierte Schüler glaubt, Adolf Hitlers Reich sei keine Diktatur gewesen. Auch hier gibt es Unterschiede je nach Herkunft: Im Westen meint das jeder fünfte Jugendliche, im Osten jeder vierte, unter Migrantenkindern fast jeder dritte.

Verwirrend die Einschätzung zum demokratischen Deutschland nach 1945. 45 Prozent aller Schüler sagen, die Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung sei keine Demokratie gewesen. Hier sind die Unterschiede zwischen West (39,6 Prozent) und Ost (46,4 Prozent) weniger ausgeprägt. Für 39 Prozent der Schüler ist auch die Bundesrepublik nach 1989 keine Demokratie. Und das, obwohl die meisten eine recht positive Einschätzung der letzten zwanzig Jahre haben – Kinder von West-Eltern zu 72 Prozent, aus Ost-Familien aber nur zu 57 Prozent, unter Migrantenkindern sind es 60 Prozent.

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