BVG-Streik am Montag : So kommen Sie ohne U-Bahn, Bus und Tram durch die Stadt

Setzt die S-Bahn mehr Züge ein? Was ist mit der Regionalbahn? Fahren Fähren? Die Informationen zum BVG-Streik.

Wenn das Wetter mitspielt, könnte das Fahrrad für viele ein alternatives Verkehrsmittel sein.
Wenn das Wetter mitspielt, könnte das Fahrrad für viele ein alternatives Verkehrsmittel sein.Foto: imago/Seeliger

Am Montag steht der nächste BVG-Streik in Berlin an. Es ist der dritte, und diesmal wird er den ganzen Tag andauern. Hier finden Sie den Service.

Wann wird gestreikt: Montag, 1. April, ab 3.30 Uhr beginnt der BVG-Streik - dann legt die Gewerkschaft Verdi den Berliner Verkehr lahm. "Unsere Fahrgäste müssen sich nach der Ankündigung leider von Betriebsbeginn am frühen Montagmorgen (3:30 Uhr) bis Betriebsschluss in der Nacht zu Dienstag auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr einstellen", heißt es in einer ersten Stellungnahme der BVG vom Freitagvormittag.

Wer wird bestreikt? Klare Ansage aus der BVG-Zentrale. "Wir gehen davon aus, dass alle U- und Straßenbahnen sowie die meisten Busse stillstehen werden."

Wird der Streik noch abgewendet? Nein. Da sind sie sich in der BVG-Zentrale ziemlich sicher: "Wir sind gesprächsbereit, aber bei der anderen Seite geht es gerade drunter und drüber." Teilweise sind die Forderungen so hoch, dass die nur über Fahrpreiserhöhungen auszugleichen wären.

Was ist anders als bei den bisherigen BVG-Streiks? Alles. Mit dem ersten BVG-Streik am 15. Februar hatte es begonnen - aber vergleichbar ist er nicht. Beim ersten Mal wurde nur morgens und vormittags gestreikt; die Schulkinder beispielsweise mussten nur morgens zum Unterricht gebracht werden, was auf dem Weg zur Arbeit relativ leicht war für die Eltern. Und am 14. März streikten nur die Busfahrer, dafür allerdings den ganzen Tag lang. Besonders betroffen war der Stadtrand.

Fährt trotzdem was? Ja, sogar Busse - und ja, auch die gelben der BVG. Wie bei den vorherigen Streiks sind die Subunternehmen im Einsatz, die mit ihren Bussen meistens am Stadtrand fahren. Laut BVG werden diese Buslinien fahren: 106, 161, 162, 163, 168, 175, 179, 218, 234, 263, 275, 284, 320, 322, 334, 341, 349, 363, 365, 371, 373, 380, 399. Folgende Linien fahren mit leichten Einschränkungen: 112, 140, 184, 283, 370 und 893. Die Linie 390 ist nur in den frühen Morgenstunden regulär im Einsatz.

Ist das alles? Nein, auch die Umlandbusse fahren in die Stadt und erschließen damit ganze Ortsteile. Hier drei Beispiele: die Linien 638, 671 und 697 fahren. Der 638er etwa kommt aus Potsdam und hält in Berlin-Kladow, Heerstraße, Ziegelhof, Wilhelmstadt und bringt Spandauer zum S-Bahnhof.

Sind wieder die BVG-Fährlinien in Betrieb? Ja, der Kapitän ist ja kein BVG-Mitarbeiter, sondern fährt nur in deren Auftrag. Heißt: Ortsteile wie Kladow in Berlin-Spandau, die ausschließlich mit dem Bus zu erreichen sind und somit abgeschnitten wären, sind mit dem BVG-Boot ans Netz angebunden - auf der anderen Seite der Havel befindet sich der S-Bahnhof Wannsee.

Gab's das eigentlich schon mal? Ein BVG-Streik an einem kompletten Werktag - lange her. 2012 dauerte der Streik zwar satte 15 Stunden, allerdings an einem Sonnabend. Im Mai 2008 aber gab es einen Streik, der es in sich hatte: Es war der längste Arbeitskampf in der Geschichte der BVG ("ein zwölftägiger Vollstreik") und, wie es der Tagesspiegel nannte, "der mit Abstand dümmste Streik der BVG-Geschichte". Der Gehaltssprung war eher so lala. Damals stellten Einkaufszentren in der Schlossstraße sogar eine Art Buslinie, damit Kunden irgendwie in die Shops kamen.

Fährt die S-Bahn? Ja, und auf sie wird sich die Stadt wieder verlassen müssen - das erste Mal hat die S-Bahn das gut geschafft. "Alle zur Verfügung stehenden Betriebsreserven werden eingesetzt", heißt es in der S-Bahnzentrale. Rund 80 zusätzliche Zugfahrten werden auf der S-Bahnlinie S5 zwischen Mahlsdorf und Warschauer Straße (Friedrichshain) angeboten ("zwischen 5 und 18 Uhr").

Aber: "Wegen der Kurzfristigkeit können die Verstärkerfahrten auf der S5 in der elektronischen Fahrplanauskunft nicht angezeigt werden." Es wird aber kniffelig, denn: "Aufgrund der Ankündigung des Streiks kurz vor einem Wochenende mit vielen Baustellen, zum Beispiel in der S-Bahn-Werkstatt in Wannsee, ist die Fahrzeug- und Personalbereitstellung für den Montag eine besondere Herausforderung für die S-Bahner." Und auch die müssen ja erst mal zum Bahnhof kommen. "Wir sind mit allem draußen, was möglich ist - mehr ist aber nicht möglich, weil bei uns der Baustellenfrühling beginnt und wir nicht überall Platz für mehr Züge haben", hören wir in der Zentrale der S-Bahn.

Fährt die Regionalbahn? Ja. Ein nicht zu unterschätzender Faktor im Nahverkehr - es gibt nämlich mittlerweile 22 (!) Regionalbahnhöfe in der Stadt. Da lassen sich viele Strecken gut überbrücken. Allerdings sind die Züge im Berufsverkehr mit Pendlern gut gefüllt. Wer kann, fährt antizyklisch, also etwas später.

Wie wird das Wetter? Ideal - bis zu 11 Grad und Sonne zeigt das Handydisplay an. Da werden viele das Fahrrad nutzen.

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