„Wählt keinen Mörder!“ : Schwester überlebt Covid-19 – große Erleichterung bei Sharon Stone

Wochenlang zitterte Sharon Stone um das Leben ihrer Schwester und deren Mannes. Nun wurden beide negativ getestet. Der Filmstar attackiert erneut US-Politiker.

US-Filmstar Sharon Stone im November 2019 in Berlin.
US-Filmstar Sharon Stone im November 2019 in Berlin.Foto: Britta Pedersen/zb/dpa

Sie selbst kämpfte sich 2001 nach einem schweren Schlaganfall zurück ins Leben, musste wieder laufen und sprechen lernen. In den vergangenen Wochen hatte die US-Schauspielerin Sharon Stone nun Angst um das Leben ihrer Schwester Kelly Stone und deren Ehemannes Bruce: Beide waren mit dem Coronavirus infiziert und schwer an Covid-19 erkrankt.

Jetzt gab die 62-Jährige, die mit dem Erotik-Thriller „Basic Instinct“ 1992 weltberühmt wurde, Entwarnung: Wie Stone bei Twitter schreibt, seien die beiden erstmals negativ getestet worden.

Vor rund zwei Wochen hatte Stone, Mutter von drei Adoptivsöhnen, in einem emotionalen Video von den Erkrankungen in ihrer Familie berichtet. Stone sagt in dem Clip, dass ihre Schwester „um ihr Leben kämpft“ – genauso ihr Ehemann. Außerdem berichtet Stone, dass sowohl ihre Großmutter als auch ihre Patentante an den Folgen von Covid-19 gestorben seien. Schwester Kelly habe Lupus, wie die 62-Jährige ebenfalls zuvor erklärt hatte und besitze kein Immunsystem, weshalb sie besonders gefährdet sei.

Stone berichtete, ihre Schwester und deren Mann befänden sich in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Montana. Die Schauspielerin kritisierte die dortigen Zustände scharf. Ihre Schwester und deren Mann seien solange wie möglich zu Hause geblieben. „Ich erkläre Euch, warum.“

Tests gebe es nur für Menschen, die schon Coronavirus-Symptome hätten. Selbst ihre Mutter, die unter anderem bereits zwei Herzattacken gehabt habe und in Kontakt mit den beiden gewesen sei, hätte keinen Test bekommen können. Auch Pfleger in den Kliniken könnten nicht getestet werden. „Sie riskieren ihr Leben, um anderen zu helfen, und werden nicht getestet“, sagte die Schauspielerin weiter.

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Dann wurde der Hollywood-Star politisch: Auch der demokratische Gouverneur Montanas, Steve Bullock, sei nicht erreichbar, was sich ihrem Tweet zufolge beides bisher nicht geändert habe. Für die Menschen mitten in Amerika gebe es ein großes Risiko an der Erkrankung zu sterben.

„Aber sie sagen weiterhin, das Risiko sei gering“, sagte Stone. „Wenn sie sagen, es gebe Tests für alle, lügen sie.“ Dies alles geschehe, während Menschen draußen Waffen trügen und sagten, es sei ihre Freiheit, keine Masken zu tragen.

Das Einzige, was die Situation ändern könne, wäre zu wählen – den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und dessen Vize-Kandidatin Kamala Harris. Von der Zuneigung zu dem Demokraten-Team macht sich keinen Hehl.

Stone sagte: „Nur Frauen an der Macht werden für unsere Familien, für das Leben von Menschen, für Coronatests kämpfen. Und weiter: „Die einzigen Länder, die in der Krise gut dastehen, sind Länder mit Frauen an der Macht.“ Ohne den republikanischen Präsidenten Donald Trump direkt zu nennen, sagte sie zum Schluss: „Wählt keinen Mörder!“

In den USA haben sich mittlerweile mehr als sechs Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer liegt bei rund 184.700. Die USA sind damit mit Abstand das am stärksten von der Pandemie betroffene Land – sowohl bei den Infektions- als auch bei den Todesfällen.

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Im März 2021 soll Stones Buch „The Beauty of Living Twice“ (etwa: „Das Schöne, zweimal zu leben“) erscheinen. „Ich habe gelernt, Unverzeihliches zu vergeben“, schrieb der Hollywood-Star dazu auf Twitter. Sie wolle ihre Lebenserfahrungen teilen, um anderen dadurch zu helfen. Stone schreibe „freimütig“ über ihre Karriere und ihr Privatleben, etwa über die Folgen ihres schweren Schlaganfalls. Sie sei „mutig, ehrlich und offen“, heißt es in einer Mitteilung des Verlags.

Sharon Stone, zweifach geschieden, hatte mit einer einzigen Szene Filmgeschichte geschrieben: Als männermordende Krimi-Schriftstellerin Catherine Tramell in „Basic Instinct“ schlug die Schauspielerin während eines Verhörs durch einen von Michael Douglas dargestellten Polizisten lässig die Beine übereinander – für einen Sekundenbruchteil ist zu sehen, dass sie nichts unter ihrem Kleid trägt.

Für ihre Rolle als drogensüchtige Mafiaboss-Gattin in „Casino“ (1996) an der Seite von Robert de Niro unter der Regie von Martin Scorsese holte sich Stone eine Oscar-Nominierung.

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