Das Risiko, das Peter Harry Carstensen einging, war hoch: Die ungeliebte Koalition mit den Sozialdemokraten platzen zu lassen, um im Windschatten der Bundestagswahl (und in der Hoffnung auf einen schwarz-gelben Sieg im Bund) auch in Kiel eine Wunschkoalition mit den Freidemokraten in den Hafen steuern zu können – das war ein Wagnis, das nicht zuletzt auf den demoskopischen Erkenntnissen vom Frühsommer beruhte. SPD-Spitzenkandidat Ralf Stegner hat dieses Wagnis seines Koalitionspartners noch angefeuert, mit weit weniger Risiko für die eigene Partei: Stegner blieb immer die Wahl zwischen dem aufrechten Gang in die Opposition und (wenn Carstensen und die CDU sich täuschen sollten) der Aussicht auf eine rot-rot-grüne Koalition mit dem Zuschlag namens SSW, der Dänenpartei.