Was macht die Welt : Auf Melania hören und Stützstrümpfe kaufen

Was Macht die Welt? Auf Melania Trump hören, auf die Vernunft der Bajuwaren vertrauen - und Stützstrümpfe kaufen.

Im Weißen Haus gibt es immerhin eine Person, auf die Donald Trump hört: Seine Frau Melania.
Im Weißen Haus gibt es immerhin eine Person, auf die Donald Trump hört: Seine Frau Melania.Foto: AFP/Mandel Ngan

Trump lässt Kinder doch nicht mehr von ihren Eltern trennen. War das Thema selbst für sein kaltes Herz zu heiß?

Dieser Punkt geht an Melania Trump, die prominenteste Einwanderin Amerikas. Am 17. Juni beklagte sie die Trennung von Kindern von ihren illegal eingereisten Eltern und sprach: Amerika müsse „ein Land sein, wo mit Herz regiert wird“. Drei Tage später hob der Gatte den Befehl auf. Ein ungenannter Offizieller: „Frau Trump hat schon immer den Präsidenten ermahnt, alles zu tun, um Familien zusammenzuhalten.“ WmdW freut sich über die Macht der Melania. Jetzt weiß er, dass es im Weißen Haus wenigstens einen Menschen gibt, auf den Trump hört. Als nächstes möge sie ihm einflüstern, dass der Handelskrieg nur Verlierer kennt.

CDU und CSU verbuddeln sich weiter in ihren Gräben. Wer kommt da wie heraus?

WmdW, ein Beute-Bayer, glaubt an die Vernunft der CSU. Die ist zwar rauflustig und großmäulig, hat aber in der Stunde der Wahrheit stets rational-pragmatisch gehandelt, wie die Bajuwaren halt sind. Welches Interesse könnte die CSU daran haben, zum ersten Mal seit 1949 nicht Teil einer Unionsregierung zu sein? Wenn Merkel gleich zwei strategische Optionen hat, um den Treuebruch der CSU (46 Sitze) mit den Grünen (67) oder der FDP (80) auszugleichen. Außerdem hat der Zwist der CSU geschadet: Sie ist in einer Umfrage in Bayern auf 36 Prozent abgerutscht (minus fünf Punkte). Die Frage ist jetzt: Wer bewahrt die Nerven, Angie oder Horst?

Griechenland braucht bald keine Finanzspritzen mehr. Wem gratuliert WmdW: dem Euro, der Troika oder Griechenland?

„Bald“? Beendet wird am 20. August nur das dritte Hilfsprogramm. Freilich kriegt Athen noch mal einen kräftigen Schluck aus der EU-Flasche: 15 Milliarden. Noch besser: Es erhält einen Zehn-Jahre-Aufschub bei der Schuldenrückzahlung (einen kaschierten Schuldenschnitt). Mithin kann das Sorgenkind noch nicht auf den eigenen Beinen laufen. Mithin übertreibt der EU-Finanzkommissar, wenn er verkündet: „Die griechische Krise ist vorbei.“ WmdW wünscht den Griechen: „kali tichi“ – viel Glück.

Ein letztes Wort zu General Electric ...

GE war einst ein Glanzstück im Dow-Jones-Index, hochprofitabel und weltweit bewundert. Aus diesem illustren Kreis wurde GE jetzt verbannt, nachdem die Aktien im vergangenen Jahr um 55 Prozent abgestürzt waren. Statt GE rückt der Drogerie-Apotheken-Gigant Walgreens auf – ein hochsymbolisches Ereignis. Das alternde Amerika (wie der gesamte Westen) braucht weniger Kühlschränke und mehr Stützstrümpfe. D ist mit Unmengen von Drogerien und Apotheken schon besser vorbereitet.

Josef Joffe ist Herausgeber der „Zeit“.

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