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Coronavirus und Wassersport : Ansegeln im Verein ist abgesagt

Ruderer, Segler und andere Wassersportler müssen sich wegen Corona gedulden. Die Alternativen sind wenig attraktiv.

Die Wassersportsaison muss dieses Jahr später starten.
Die Wassersportsaison muss dieses Jahr später starten.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Auch Berliner Wassersportler haben es momentan schwer. Ostern steht an, eigentlich wäre jetzt Saisonstart. Das hieße normalerweise: Boot ins Wasser lassen, Segel setzen, los geht’s. Aber auch hier geht wegen der Corona-Pandemie gerade fast nichts. Wer sein Sportboot vom eigenen Grundstück aus zu Wasser lassen oder starten kann, darf es laut einer Information der Wasserschutzpolizei auch betreiben – mit der bekannten Einschränkung, dass nur Mitglieder des eigenen Haushalts oder maximal eine andere Person mit an Bord dürfen.

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Am Freitag wurden die Vorgaben aktualisiert: Nun ist es auch erlaubt, vom Gelände einer Marina oder eines Vereins zu starten, sofern es sich dabei nicht um eine Sportstätte handelt. Kriterium ist, "ob und dass die Sportausübung auf dem Freiwasser stattfindet". Auch Angeln als "Individualsport" ist ausdrücklich erlaubt.

Regatten abgesagt

"Ansegeln 2020 ist abgesagt“, schreibt deshalb der „Spandauer Yacht-Club“. Der Klub hat ein schönes Vereinsgelände in der Havel-Bucht der Scharfen Lanke – mit Restaurant-Terrasse am Ufer. 1000 Leute wären wohl sonst zum Saisonstart gekommen. Denn am 25. April wäre der Club Gastgeber fürs große Ansegeln im Berliner Südwesten gewesen, inklusive Wannsee.

Traurige Gesichter auch bei den Berliner Ruderern. „Die ‚Berliner Frühregatta‘ am 25. April ist abgesagt“, teilt der Klub „Ruder Union Arkona“ mit. Dessen Vereinsgelände befindet sich ebenfalls an der Scharfen Lanke. Gestrichen ist auch der „Tag der offenen Tür“ an der Havel. Auch hier bleibt das Equipment im Lager.

Das Verbot gilt für private Arbeiten am Boot wurde etwas gelockert: Startvorbereitungen sind ausdrücklich erlaubt. Arbeiten an Booten durch Firmen als Dienstleistung waren schon vorher zulässig.

Grünauer Wassersportfest fällt ohnehin aus

Das Wassersportfest in Grünau, das sonst um den Maifeiertag Tausende an die Dahme lockte, fällt ohnehin aus, weil die Regattatribünen saniert werden.

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Laut dem Bezirksamt Reinickendorf ist die Slipanlage in der Fährstraße in Heiligensee zunächst bis zum 9. April geöffnet – verbunden mit der Maßgabe, dass auch hier die Vorgaben der Eindämmungsverordnung eingehalten werden, also nur Personen aus dem eigenen Haushalt oder maximal eine andere helfen. Eventuell soll die Slipanlage auch noch später geöffnet sein, hieß es in einer Mitteilung.

Die Wasserschutzpolizei ist nach Auskunft des Präsidiums ständig mit stadtweit mindestens vier Booten auf Patrouille. Zeitweise seien auch mehr unterwegs. Bisher seien fünf Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet worden.

Als weitere Alternative kommt – sofern vorhanden – ein Faltboot in Betracht, das an menschenleeren Ufern zu Wasser gelassen werden kann. Individuelles Schwimmen ist als sportliche Betätigung erlaubt, aber angesichts von Wassertemperaturen um sechs Grad mäßig attraktiv.

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