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Bauarbeiten am Umspannwerk Argentinische Allee.

© IMAGO/Funke Foto Services/Maurizio Gambarini

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Anschlag auf das Berliner Stromnetz: Bundesinnenministerium sieht keine Verbindungen nach Russland

Überall im Südwesten wieder Strom + 13 Schulen bleiben weiterhin geschlossen + Alle Entwicklungen im Blog.

Gute Nachrichten für die Betroffenen: Der schwere Stromausfall im Südwesten Berlins hat ein Ende. „Alle Haushalte, alle Gewerbe sind wieder versorgt“, teilte ein Sprecher von Stromnetz Berlin an der Baustelle in der Argentinischen Allee dem Tagesspiegel mit.

Zehntausende Haushalte, dazu Supermärkte, Läden, Lokale und Unternehmen im Südwesten von Berlin sind seit Samstagmorgen ohne Strom. Betroffen von dem Stromausfall sind weite Teile von Steglitz-Zehlendorf. Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen sind im Großeinsatz.

Die Fakten im Überblick

  • Alle Haushalte und Gewerbe sind wieder an das Stromnetz angeschlossen.
  • Die linksextremistische Vulkangruppe hat sich dazu bekannt, einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde verübt zu haben.
  • Schulen bleiben weiterhin geschlossen; es wird eine Notbetreuung angeboten.
  • es gab mehrere Einbrüche und Einbruchsversuchen
  • eine Frau starb im betroffenen Gebiet aus bisher unbekannter Ursache

Wie geht es weiter? Was müssen Betroffene für die nächsten Tage wissen? In diesem Liveblog informieren wir über die Entwicklungen rund um den Stromausfall.

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Franziska von Werder
Author Franziska von Werder

Bundesinnenministerium: Keine Spuren nach Russland


Die deutschen Sicherheitsbehörden haben nach Angaben des Bundesinnenministeriums keine Erkenntnisse über eine mögliche Drahtzieherschaft Russlands bei dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz. Eine Sprecherin des Ministeriums äußerte sich am Mittwoch zu Spekulationen, wonach sprachliche und orthografische Besonderheiten des nach der Tat veröffentlichten Bekennerschreibens darauf hindeuteten, dass der Text aus dem Russischen ins Deutsche übersetzt worden sein könnte.

„Erkenntnisse über eine mögliche russische Übersetzung liegen uns nicht vor“, stellte die Sprecherin klar. „Auch Erkenntnisse über eine sogenannte False-Flag-Aktion liegen uns ebenfalls nicht vor.“ Unter False-Flag-Aktionen – also Aktionen unter falscher Flagge - werden Taten verstanden, bei denen die Täter unter falscher Identität handeln, um bewusst falsche Fährten zu legen.

Das Bundesinnenministerium halte das Bekennerschreiben einer linksextremistischen sogenannten Vulkangruppe für authentisch, sagte die Sprecherin. Die Täter „ordnen wir dem linksextremistischen Spektrum zu“, sagte sie.

Regierungssprecher Stefan Kornelius wies Kritik daran zurück, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sich nicht persönlich zu der Tat geäußert habe und die vom Stromausfall Betroffenen nicht besucht habe. „Nicht jede Situation in der Republik erfordert, dass der Kanzler dann auch öffentlich sichtbar wird“, sagte Kornelius.

Die Bundesregierung habe die Berliner Behörden aber tatkräftig unterstützt, und dies habe „auch unter der Steuerung des Bundeskanzlers stattgefunden“, sagte der Sprecher weiter. „Die Tatsache, dass heute der Strom bereits wiederhergestellt wurde – und dass das Ganze nun doch schon deutlich schneller ging - mag auch ein Stück weit auf die Unterstützung der Bundesregierung zurückzuführen sein.“ (AFP)

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Simon Röhricht
Immer noch sind Teile Steglitz-Zehlendorfs ohne Strom

Leserinnen und Leser berichten dem Tagesspiegel, dass die Elektrizität bei weitem nicht überall in Steglitz-Zehlendorf wieder fließt. Eine Leserin aus der Mittelstraße berichtet von andauernder Stromlosigkeit, auch in Teilen von Wannsee und Nikolassee gebe es noch kein Licht. „Stromnetz hat mir gerade erläutert, dass das Technische Hilfswerk nach und nach Generatoren abbaut und erst danach wieder Strom kommt, es kann sogar noch bis morgen dauern“, so die Leserin. Sie bittet darum, dass der Tagesspiegel nicht vermeldet, das Stromproblem sei behoben: „Es ist sehr frustrierend, wenn man friert und solche Nachrichten liest.“ (bob)
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Simon Röhricht
Anwohner sind froh über Rückkehr zur Normalität

„Wir haben uns gefreut, dass das Warmwasser ging“, erzählt ein 86-Jähriger am Mexikoplatz. Zum Zähneputzen, Rasieren und Ähnlichem. „Ach, ist das schön.“ Die Heizung sei dann auch langsam wiedergekommen. Eigentlich hatte er seinen Koffer schon gepackt, um ins Hotel zu ziehen. „Dann hat sich meine Frau nochmal umgedreht: „Sag' mal, warum brennt denn unsere Lampe auf dem Balkon draußen?" Da war der Strom wieder da“, erzählt der Mann, der seit gestern wieder Strom hat.
Nach Meinung des 86-Jährigen war das Krisenmanagement in Ordnung. Die Polizei sei abends mit Scheinwerfern und Lautsprechern durch die Straßen gefahren. „Haben sie jut jemacht.“ Ob er sich nach der Erfahrung nun anders vorbereite auf Stromausfälle? Ja, antwortet der Mann. Er wisse noch nicht wie, aber sie würden darüber nachdenken. „Wir hoffen, dass es nicht nochmal passiert.“

Am Rohgarten in Berlin-Nikolassee zieht eine Mutter ihre Tochter mit dem Schlitten zur Kita. „Die letzten Tage waren anstrengend“, erzählt die 46-Jährige. Man habe ja nicht gewusst, wann die Normalität zurückkomme. In ihrer Wohnung sei es nur dunkel gewesen, Heizung und Warmwasser hätten funktioniert, daher sei sie sehr dankbar, denn andere habe es schlimmer getroffen. Die Familie habe sich mit Lichterketten und Kerzen beholfen, zusammengesessen und Spiele gespielt. (dpa)
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Simon Röhricht
„Wir haben Strom!“

Die Freude über die Wiederversorgung ist groß: „Wir haben Strom“, schreibt eine Anwohnerin aus Zehlendorf einer Tagesspiegel-Redakteurin. Sie müssten zwar alles aus dem Gefrierfach entsorgen, die Ampeln gingen noch nicht und sie dürften weder Wasserkocher noch Waschmaschine benutzen. Aber: „Licht, Wärme, WLAN", schreibt sie, gefolgt von einem feiernden Emoji. (mit cna)
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Simon Röhricht
Schulpflicht gilt für wiedereröffnete Schulen

Neun öffentliche Schulen und fünf freie Schulen sind im Stromausfall-Gebiet geschlossen und bleiben es voraussichtlich bis Ende der Woche. Gilt für Schulen wie die Süd-Grundschule und die Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule, die zu Beginn der Woche geschlossen waren, aber den Betrieb schon wieder aufnehmen konnten, die Schulbesuchspflicht? Ja, bestätigt ein Sprecher der Bildungsverwaltung auf Anfrage. 
Für Familien, die ihre Kinder in anderen Bezirken oder außerhalb Berlins untergebracht haben und bis morgen vielleicht noch nicht wieder zurückgekehrt sind, würden die Schulen „aber sicherlich pragmatische Lösungen finden“. Es habe auch die Möglichkeit gegeben, dass Kinder und Jugendliche „in anderen Bezirken als Gastschüler/innen angemeldet werden konnten“, betonte der Sprecher. (mrg)
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Simon Röhricht
Auch einige Kitas bleiben wohl noch geschlossen

Analog zu den Schulen werden laut Kitaaufsicht voraussichtlich auch nicht alle Kindertagesstätten im Stromausfall-Gebiet ab Donnerstag öffnen. Es würden „aktuell die notwendigen technischen und sicherheitsrelevanten Prüfungen vorgenommen, um nach dem Stromausfall sicherzustellen, dass alle Systeme ordnungsgemäß funktionieren und die erforderlichen Raumtemperaturen wieder erreicht sind”, teilte eine Sprecherin dem Tagesspiegel mit. 

Die Einrichtungen informierten die Eltern eigenständig über die Betreuungssituation. „Sollte eine Einrichtung morgen noch nicht wieder öffnen können, wird – wie in den vergangenen drei Tagen – weiterhin eine Notbetreuung angeboten”, in der Regel durch den jeweiligen Träger. Sollte dies nicht möglich sein, können sich Eltern weiterhin per E-Mail an die Kita-Aufsicht wenden: KitaAufsicht@senbjf.berlin.de. (mrg)
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Franziska von Werder
Author Franziska von Werder
Alle Haushalte wieder mit Strom versorgt

Nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten sind nun wieder alle Haushalte, Geschäfte und Betriebe mit Energie versorgt. 

Seit 14.10 Uhr gebe es wieder eine Vollversorgung, sagte die für Energie zuständige Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) in der Pressekonferenz im Roten Rathaus. Am Vormittag gegen 11.00 Uhr war die Versorgung mit Strom im Südwesten der Stadt wieder nach und nach angelaufen. (dpa)
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Simon Röhricht
Wenige Meter entscheiden über Stromversorgung

In Zehlendorf-Süd hält der Stromausfall an. Noch immer gibt es hier Haushalte ohne Strom. Ein junger Mann, der anonym bleiben möchte, ist frustriert. „Meine Wärmepumpe ist eingefroren. Die muss ausgetauscht werden.“ In seinem Haus herrschten derzeit frostige 8 Grad – trotz vier laufender Generatoren. Über Nacht kühle das Haus stark ab, erklärt er. „Ich hoffe inständig, dass wir heute Abend wieder heizen können.“
„In der Nummer 81 ist Strom, in der 89 nicht“, sagt Sierleja in der Neuruppiner Straße im Süden Zehlendorfs. Er hatte heute Vormittag um 11:30 Uhr für 10 Sekunden Strom, danach sei alles wieder zusammengebrochen. „Ich habe beim Stromnetz Berlin angerufen. Dort sagte man mir, dass es vielleicht sogar bis morgen dauern könnte, bis der Strom wieder da ist“, erklärt er. Bis dahin hält er sich mit einem Notstromaggregat warm. „Zumindest halbwegs“, sagt er. (cpa)
Sierleja wohnt in der Neuruppiner Straße im Süden Zehlendorfs. Er wartet noch immer auf Strom.
Sierleja wohnt in der Neuruppiner Straße im Süden Zehlendorfs. Er wartet noch immer auf Strom.   Bild: Christoph Papenhausen
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Franziska von Werder
Author Franziska von Werder
83-Jährige während Stromausfalls verstorben

Während der Senatspressekonferenz teilte Polizeivizepräsident Marco Langner mit, dass eine Seniorin während des Stromausfalls verstorben ist. „Die 83-jährige Dame wurde von einem Angehörigen noch lebend in der Wohnung vorgefunden“, sagte er. Im Rettungswagen sei ein Reanimationsversuch jedoch erfolglos geblieben.

Es handele sich um den einzigen Todesfall im vom Stromausfall betroffenen Gebiet, von dem die Polizei bislang Kenntnis habe. Zu der Todesursache äußerte er sich nicht. Auf Nachfrage des Tagesspiegel sagte er, dass bisher nicht festgestellt werden konnte, ob ein Sturz oder der Gesundheitszustand der Seniorin zum Tode geführt habe. Es sei eine Obduktion angeordnet worden, die Klarheit bringen soll. „Es ist für die Angehörigen ein sehr bedauerlicher Vorfall“, sagte Langner. 

Langner berichtete zudem von mehreren Einbrüchen und Einbruchsversuchen. Am Dienstagabend habe es zwei Einbrüche in Einfamilienhäuser gegeben. In einem Fall sei ein Schaden von rund 60.000 Euro entstanden.

Deutlich angestiegen seien außerdem die Einbruchsversuche. Da die Großschadenslage weiterhin andauert, bleiben die Einsatzkräfte vor Ort präsent. (mit cla)

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Franziska von Werder
Author Franziska von Werder

Giffey: "Der Fokus liegt jetzt auf der Heizversorgung"

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) nannte konkrete Zahlen: „Es sind noch 552 Haushalte und 42 Gewerbebetriebe, die derzeit nicht am Netz sind. Das ändert sich jetzt minütlich.“ Betroffen sei vor allem der Bereich Schlachtensee.

„Es ist noch nicht vorbei. Wir müssen die Wärmeversorgung wieder hochfahren, und dafür müssen entsprechende Einstellungen an den Heizungen vorgenommen werden.“ Das sei ein großes Thema für die kommenden Stunden. „Jetzt, wo der Strom wieder da ist, liegt der Fokus auf der Heizung.“

Betroffene sollten kontrollieren, ob es Schäden an ihren Heizungen gebe. „Wenn Sie merken, ihre Heizung funktioniert nicht, versuchen Sie nicht selbst daran rumzumachen, sondern rufen sie einen Installateurbetrieb.“ Mit der Innung sei besprochen, dass alle Betriebe aufgerufen sind, zu helfen. Auch die noch betroffenen 3000 Haushalte, die an die Fernwärme angeschlossen sind, würden nun „sukzessive ans Netz gebracht“, sagte Giffey. (mit cla)

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Franziska Apfel
Rückkehr der Hospizgäste verzögert sich
Im Diakonie Hospiz Wannsee, das zurzeit in der Fürstenstraße in Zehlendorf beheimatet ist, wartet das Team auf die Rückkehr der todkranken Bewohner. Sie waren in das Immanuel Krankenhaus evakuiert worden.

Doch die Rückkehr verzögert sich. Denn durch die Wiederinbetriebnahme des Stromnetzes musste der Fahrstuhl außer Betrieb genommen werden – und kann erst  sicher benutzt werden, wenn der Strom wieder verlässlich funktioniert.

Die Notarztwagen für den Transport der Schwerkranken waren für 12:30 Uhr bestellt. „Jetzt wird der erste Wagen um 14 Uhr im Immanuel-Krankenhaus in Wannsee losfahren“, sagt Hospiz-Geschäftsführer Walther Seiler dem Tagesspiegel. Der erste Hospiz-Gast wird in der Fürstenstraße nun um 14.15 Uhr erwartet.
(bob)
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Franziska von Werder
Author Franziska von Werder

Innensenatorin rechtfertigt berlinweite Warnmeldung nach Stromausfall

Innensenatorin Iris Spranger erklärte, weshalb am Mittwochmorgen eine Warnmeldung berlinweit an Mobiltelefone verschickt wurde. „Damit die Informationen wirklich alle erreichen – insbesondere Betroffene, die sich nicht in ihren Wohnungen aufhalten –, haben wir die Meldung in ganz Berlin ausgesendet“, sagte sie.

Obwohl die Stromversorgung im Südwesten inzwischen wiederhergestellt ist, gilt weiterhin die Großschadenslage. „Berlin befindet sich weiter in der Großschadenslage. Sie ist erst beendet, wenn ich das bekanntgebe. Ich habe die Großschadenslage ausgerufen, und ich werde sie beenden“, betonte Spranger.

Auch zu den Ermittlungen äußerte sie sich. Das Verfahren laufe in enger Abstimmung mit dem Generalbundesanwalt. Die Tat sei „menschensverachtend“, sagte die Innensenatorin. „Distanzierungsversuche anonymer Personen im Netz werden die Tat nicht ungeschehen machen.“ Videoüberwachung an gefährdeten Objekten sei legitim, fügte sie hinzu. (mit cla)

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Franziska von Werder
Author Franziska von Werder

Wegner will kritische Infrastruktur besser schützen: „Wir wollen sehr schnell auf 100 Prozent kommen“

Kai Wegner bedankte sich nach der Wiederherstellung der Stromversorgung im Berliner Südwesten bei allen Helfern. „Heute ist ein guter Tag für die vielen Betroffenen, die seit dem 3. Januar ohne Strom und Wärme auskommen mussten“, sagte er. Es herrsche große Erleichterung darüber, dass der Anschluss schneller als erwartet habe wiederhergestellt werden können. 

Sein besonderer Dank gelte Stromnetz Berlin und den Tiefbaufirmen, „die bei eisigen Temperaturen mit großer Motivation und Leidenschaft gearbeitet haben“. Auch der Bundeswehr, der Berliner Polizei, der Feuerwehr und allen weiteren Helfern sprach der Regierende Bürgermeister seinen Dank aus.

Dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen habe, unterstreiche, worum es gehe: nicht um einen einfachen Brandanschlag, sondern um Linksterrorismus.

In den kommenden Tagen müsse zudem geprüft werden, wie das Krisenmanagement verbessert werden könne. Es sei richtig gewesen, dass die Innensenatorin die Großschadenslage ausgerufen habe. Man müsse überlegen, wie angreifbare Orte schneller geschützt werden könnten – etwa mit zusätzlichen Videoschutzmaßnahmen. 

„Wir werden uns nochmal anschauen müssen, wie wir unsere Krisenstrukturen verbessern können. Das ein oder andere ist mir aufgefallen“, sagte er. „Wir werden jetzt nochmal schauen, wie wir sehr kurzfristig, die Orte, die angreifbar sind in unserer kritischen Infrastruktur schneller schützen können. Drei Viertel sind mit Videoüberwachung ausgestattet. Wir wollen jetzt sehr schnell auf hundert Prozent kommen.“, sagte Wegner. 

Er habe dazu auch mit Kanzler Merz gesprochen. Es sei Aufgabe aller, die kritische Infrastruktur im gesamten Land besser zu schützen. (mit cla)

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Franziska Apfel
Endlich wieder Tageslicht in der Wohnung
Herr Priesterjahn öffnet seine Haustür in der Jänickestraße. Er trägt mehrere Schichten Kleidung und ist guter Dinge: Seit 11:15 Uhr ist der Strom wieder da. Ob die Heizung wieder funktioniere, wisse er derzeit noch nicht. „Ich traue mich gar nicht zu schauen. Vielleicht muss sie erst noch gewartete werden“, erklärt er. 
Im Hintergrund piept der Kühlschrank. Trotz niedriger Temperaturen in der Wohnung ist er zu warm und muss erst wieder herunterkühlen.

Die vergangenen Nächte haben er und seine Frau im unteren Bereich der Wohnung geschlafen, erzählt Priesterjahn. Dort sei es wärmer gewesen als im Obergeschoss.

Dann lässt er Licht in die Wohnung: Nach mehr als vier Tagen lassen sich die elektrischen Jalousien endlich wieder hochfahren. „Funktioniert“, freut sich Priesterjahn. 
(cpa)
Herr Priesterjahn konnte nach vier Tagen endlich die Jalousien hochfahren.
Herr Priesterjahn konnte nach vier Tagen endlich die Jalousien hochfahren.   Bild: Christoph Papenhausen
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Franziska Apfel
Henry Daggett und seine Familie kommen gerade aus einem Berliner Hotel zurück. Über Weihnachten haben sie Urlaub in den USA gemacht und fanden anschließend ein Haus ohne Strom vor. 

„Wir kontrollieren gerade, ob alles noch funktioniert“, erklärt er auf Englisch. Gerade eben sei der Strom zurückgekommen. Erster Eindruck? „Everything okay.“
(Cpa)
Henry Daggett vor seinem Haus
Henry Daggett vor seinem Haus   Bild: Christoph Papenhausen
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Franziska Apfel
Erleichterung – auch bei Kai Wegner
„Ich war live dabei, als die Stromzufuhr wieder freigeschaltet wurde, und es war sehr bewegend“, sagt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in einem Pressestatement in der Argentinischen Allee. 

Er begrüßte die Bauarbeiter persönlich und dankte ihnen für ihren Einsatz. "Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich, dass der Strom wieder da ist“, sagt Wegner.
 (jul)
Kai Wegner (r.) begrüßt die Bauarbeiter
Kai Wegner (r.) begrüßt die Bauarbeiter   Bild: Julius Geiler
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Franziska Apfel
„Endlich Zeit für etwas anderes“
Sabine steht vor ihrem Haus in der Nienkemperstraße und entfernt die mittlerweile wieder funktionstüchtigen Lichterketten aus einem Busch. „Endlich habe ich Zeit für etwas anderes“ erklärt sie. „Unser Strom ist gerade wieder angesprungen.“ 

Ihr Fazit der vergangenen  Tage ist ein Lob für die Berliner Polizei. „Was mir auf der Seele liegt, ist ein großer Dank für die Polizei. Wir sind noch nie so gut geschützt worden wie in den vergangenen Tagen“, sagt sie. Trotz fehlender Alarmanlage habe sie sich „extrem sicher“ gefühlt. 

Gut gelaunt winkt sie in die Luft. Dort kreist gerade ein Polizeihubschrauber. (cpa)


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