
© dpa/Sebastian Gollnow
Blackout in Berlin: 4000 weitere Haushalte wieder mit Strom versorgt – Wegner nennt Brandanschlag „Terrorismus“
Nach Brandanschlag auf Stromversorgung im Südwesten: Bundeswehr soll beim Aufbau von Suppenküchen helfen + 19 Schulen bleiben dicht + Vulkangruppe bekennt sich + Alle Entwicklungen im Blog.
Zehntausende Haushalte, dazu Supermärkte, Läden, Lokale und Unternehmen im Südwesten von Berlin sind seit Samstagmorgen ohne Strom. Betroffen von dem Stromausfall sind weite Teile von Steglitz-Zehlendorf. Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen sind im Großeinsatz.
Die Fakten im Überblick
- Die linksextremistische Vulkangruppe hat sich dazu bekannt, einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde verübt zu haben.
- Die Reparatur zieht sich nach Angaben von Stromnetz Berlin für 31.000 Haushalte in Zehlendorf, Nikolassee und Wannsee noch bis Donnerstag hin.
- Seit Sonntagmittag sind alle 10.000 Haushalte im Ortsteil Lichterfelde wieder mit Strom versorgt. Am Nachmittag kamen weitere 1500 Haushalte in Teilen von Zehlendorf und Schlachtensee hinzu.
- Mobilfunk und Notruf sind eingeschränkt, es gibt mehrere Notunterkünfte, Wärmestuben und Anlaufstellen, um Feuerwehr und Polizei auf Notfälle hinzuweisen.
- 17 Schulen bleiben bis Mittwoch geschlossen; es wird eine Notbetreuung angeboten. Auch betroffene Kitas sind am Montag zu, eine Notbetreuung gibt es erst ab Dienstag.
Wie geht es am Sonntag weiter? Was müssen Betroffene für die nächsten Tage wissen? In diesem Liveblog informieren wir über alle Entwicklungen rund um den Stromausfall.
Wegner nennt Strom-Anschlag "Terrorismus"
Der Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) stuft den folgenreichen Anschlag auf die Stromversorgung der Hauptstadt als Terrorismus ein. „Das ist nicht nur eine Brandstiftung oder Sabotage. Das ist schon Terrorismus“, sagte der CDU-Politiker in der „Abendschau“ des RBB-Fernsehens.
„Es war eine linksextremistische Gruppe, die einmal mehr unsere Infrastruktur angegriffen hat und damit auch das Leben von Menschen bedroht hat, von älteren Menschen, die vielleicht Beatmungsgeräte brauchen, von Familien mit kleinen Kindern“, so Wegner. „Und wir müssen diese Täter jetzt schnappen.“
Polizei, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz seien eingeschaltet. „Wir sind auch im Austausch mit dem Bundeskriminalamt, mit der Bundesebene, weil das ist ja hier kein Spaß, sondern hier ist ein terroristischer Anschlag passiert.“ Jetzt müsse der Druck erhöht werden, um die Täter dingfest zu machen. (dpa)
4000 Haushalte und 180 Gewerbebetriebe haben wieder Strom
Die Wiederversorgung der Haushalte im Südwesten mit Strom schreitet weiter voran. Wie Stromnetz Berlin am Abend mitteilte, konnten seit Sonntagnachmittag durch Umschaltungen im Netz weitere 4000 Haushalte sowie 180 Gewerbebetriebe wieder mit Strom versorgt werden. Sie wurden bei der priorisierten Wiederversorgung mehrerer Pflegeeinrichtungen mit zurück ans Netz gebracht.Damit haben nun wieder mehr Menschen Elektrizität, dennoch sind aktuell noch rund 31.000 Haushalte und etwa 1.700 Gewerbetreibende in Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde ohne Strom. Die vollständige Wiederherstellung soll noch bis Donnerstagmittag dauern.
Linke fordert bessere Krisenvorsorge nach Stromausfall
Zusätzliche Notunterkünfte in Klein-Machnow und Teltow
Seit dem Abend gibt es zwei neue Notunterkünfte direkt hinter der Landesgrenze. Um 20 Uhr öffneten Unterkünfte imAm Horizont leuchten andere Kieze
Bei Kerzenschein unterm Tannenbaum
Leser Philip Kapell hat uns dieses Bild aus einem Wohnzimmer geschickt. Sieht eigentlich ganz gemütlich aus - wüsste man nicht um den Ernst der Lage.
Kaminfeuer wärmt Hilfesuchende
Eigentlich hatte der Kamin im alten Rathaus Wannsee längst ausgedient...Die Sonne geht auf
Nutzer "Didikhalil0610" hat uns ein Bild vom frühen Morgen nahe der Potsdamer Chaussee geschickt. Der anbrechende Tag schleicht sich langsam hinter den Häusern hevor.
Haben Sie auch Fotos aus dem betroffenen Gebiet? Schicken Sie sie uns gern per Mail an berlin@tagesspiegel.de.
Feldküchen von der Bundeswehr: Wegner telefonierte mit Pistorius
Wannsee und Zehlendorf: Alles so schön hell hier
700 Notschlafplätze an fünf Standorten in Steglitz-Zehlendorf verfügbar
Starkstromkabel angezündet: Polizei sucht Zeuginnen und Zeugen
Aufregung auf der Reichen-Insel
Solidarität an der Landesgrenze
Die Unterschiede zwischen verschiedenen Stromnetzen wird besonders an der Landesgrenze zwischen Berlin-Zehlendorf und Kleinmachnow in Brandenburg deutlich. Die Brandenburger haben Strom, die Berliner nicht.
Nachbarn mit alternativer Stromquelle
Mit Zeit und Kerzen zu warmem Wasser
Auf der Sundgauer Brücke
Edeka-Märkte im betroffenen Gebiet öffnen am Montag
- Hildburghausener Straße 252
- Sundgauer Straße 109
- Berlepschstraße 74
- Breisgauer Straße 20
- Fischerhüttenstraße 68
- Königstraße 14
- Königstraße 49
- Potsdamer Chaussee 80
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