Techno-Smilie, Tafelgold und Anforderungstaster

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Zeichen zum Wundern : Was die mysteriösen Schilder in Berlin wirklich bedeuten
Foto: Stefan Jacobs / Montage: Tsp

High Five

Mit blauem Dreieck und Nummer markiert sind „20 Grüne Hauptwege“ mit einer Gesamtlänge von 565 Kilometern. Sie durchziehen alle Stadtteile und nutzen so weit wie möglich Park- und Uferwege. Obwohl das Projekt von Land, BUND und FUSS e.V. seit 2004 läuft und ein Stadtplan mit den Routen erschienen ist, ist es wenig bekannt.

 

Foto: Stefan Jacobs

F wie Ferkehr

Lagepläne für Kreuzungen werden gemäß einer CAD-Richtlinie „Zur Erstellung von Planungsunterlagen und Dokumentationen für Lichtsignalanlagen“ erstellt. Die regelt, dass einzelnen Signalgeber links beginnend im Uhrzeigersinn fortlaufend nummeriert werden – getrennt nach den Adressaten: K steht für Kfz-Signalgeber, F für Fußgänger, R für den Radverkehr.

Foto: Stefan Jacobs

Bargelb

Die „Anforderungstaster“ mit den drei Punkten hat eine Taste auf der Unterseite, mit der Sehbehinderte einen Piepton bei der nächsten Grünphase aktivieren können. Der Pfeil weist die Richtung und enthält ertastbare Infos zu Besonderheiten wie Mittelinseln und Straßenbahngleisen.

Er ist nicht zu verwechseln mit den Tastern zur Grün-Anforderung, die gleich geformt sind, aber statt der Punkte mit einer Hand und/oder einem Fahrradsymbol gekennzeichnet sind.

Foto: Stefan Jacobs

Bitte lächeln

Der „Techno-Smiley“ ist in Wahrheit ein unterbrochenes U. Er markiert den Beginn einer Unterbrechung der Stromversorgung, hier vor der Weiche, die die Gleise der beiden Fahrtrichtungen miteinander verbindet. Das Ende einer solchen Unterbrechung wird mit einem durchgehenden eckigen U angezeigt.

Auf dem Abschnitt dazwischen rollt der Zug stromlos. Sinn ist, verschiedene Stromsysteme (in diesem Fall die seitlichen Stromschienen der beiden Fahrtrichtungen) voneinander zu trennen.

 

Foto: Stefan Jacobs

Waffel oder Becher?

Gerade an Metallkonstruktionen kann sich im Winter viel Reif und Schnee anlagern und zu Eis verdichten. Wenn das aus großer Höhe abstürzt, etwa von diesem Mobilfunkmast am Südkreuz, kann es gefährlich werden.

Foto: Stefan Jacobs

Tafelgold

Gelbe Schilder kennzeichnen Gasleitungen. In diesem Fall eine mit 300 Millimeter Durchmesser, die sich entsprechend den Meterangaben (siehe Wasser-Erklärung) vor den Schildern befindet.

Das S steht für einen Schieber zum Absperren, das M für eine Messstelle und das O für eine Odorier-Armatur. Die fügt dem geruchlosen Gas einen Duftstoff hinzu, damit es bei Lecks brenzlig riecht, bevor ein Unglück passiert.

Das Kleingedruckte oben auf den Schildern sind interne Registriernummern der Gasag-Netzgesellschaft NBB.

Foto: Stefan Jacobs

Knapp hinter BMW

Brandmeldezentralen gibt es in besonders großen, hohen oder frequentierten Gebäuden. Löst in diesen Gebäuden ein Rauchmelder aus, wird über die Brandmeldeanlage automatisch die Feuerwehr alarmiert. Die rückt in einer für dieses Objekt festgelegten Stärke an – und findet in der BMZ nicht nur die Info, aus welchem Gebäudeteil der Alarm kommt, sondern auch „Laufkarten“, die ihr den besten Weg dorthin zeigen

Foto: Stefan Jacobs

Auf Linie gebracht

Das Schild markiert eine Brandwand. Die muss so beschaffen sein, dass sie die Ausbreitung eines Brandes auf andere Gebäudeteile oder aufs Nachbarhaus verhindert.

 

Foto: Stefan Jacobs

Trockenübung

Steigleitungen mit Anschlüssen in jeder Etage ersparen der Feuerwehr das Verlegen von Schläuchen. Trockene Leitungen sind wartungsärmer und billiger als nasse, müssen aber über die Pumpe eines Löschfahrzeugs gespeist werden – weshalb Hausanschlüsse niemals zugeparkt oder durch Fahrräder blockiert werden dürfen!

Nasse, also ständig gefüllte Steigleitungen sind laut Feuerwehr in Hochhäusern und weitläufigen Tiefgaragen üblich.

Foto: Stefan Jacobs

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