• Schlechte Werte im Politbarometer für AKK: Wähler der Union setzen auf Merz als Kanzlerkandidaten

Schlechte Werte im Politbarometer für AKK : Wähler der Union setzen auf Merz als Kanzlerkandidaten

Kramp-Karrenbauer schafft es nicht, bei den Wählern zu punkten. Eine Mehrheit wünscht sich zudem, dass die Koalition bis zum Ende der Legislatur weitermacht.

Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer.
Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Mit neuen verteidigungspolitischen Plänen wie zum Beispiel der Beteiligung der Bundeswehr an einer internationalen Schutztruppe in Nordsyrien hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer versucht, Akzente zu setzen. Ihrem Ansehen bei den Wählern hat das bisher nicht geholfen.

Schlechte Noten für AKK auch bei der Frage nach den zehn wichtigsten Politikern

Wie das aktuelle Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel vom Freitag zeigt, halten Anhänger der Union Friedrich Merz eher als Kanzlerkandidaten geeignet als die derzeitige Verteidigungsministerin. 35 Prozent der CDU/CSU-Sympathisanten sind der Meinung, dass der frühere Unionsfraktionschef bei der Bundestagswahl am ehesten ein gutes Ergebnis erzielen könnte.

Nur acht Prozent trauen das Kramp-Karrenbauer zu. Vor ihr liegen sogar noch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (15 Prozent), Bayerns-Ministerpräsident Markus Söder (14 Prozent) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (12 Prozent).

Schlechte Noten gibt es für AKK auch bei der Frage nach den zehn wichtigsten Politikern des Landes: Hier liegt Kramp-Karrenbauer auf dem letzten Platz, hinter Horst Seehofer und Ursula von der Leyen.

Drei Viertel (73 Prozent) aller Befragten des Politbarometers rechnen auch damit, dass das Regierungsbündnis bis zur nächsten Bundestagswahl bestehen bleibt. Auch die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), bis 2021 im Amt bleiben zu wollen, findet bei 70 Prozent Zustimmung.

Zwei Drittel der Bürger befürworten zudem, dass die große Koalition trotz aller Probleme bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 weiter regiert. Dieser Meinung sind 68 Prozent aller Befragten und sogar 89 Prozent der CDU/CSU-Anhänger sowie 83 Prozent der SPD-Anhänger.

Als einziges Zweier-Bündnis hätte derzeit eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen eine Mehrheit

Wenn bereits am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union aber nur noch auf 27 Prozent und würde damit im Vergleich zur Umfrage im Oktober zwei Prozentpunkte verlieren. Ihr Regierungspartner SPD verharrt bei 14 Prozent. Die Grünen würden zwei Punkte auf 22 Prozent verlieren, die Linke dagegen zwei Punkte auf zehn Prozent zulegen.

Die AfD verbessert sich um einen Punkt auf 14 Prozent, die FDP um ebenfalls einen Punkt auf sieben Prozent. Damit hätte als einziges Zweier-Bündnis eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen eine Mehrheit. Für eine grün-rot-rote Koalition würde es dagegen nicht reichen.

Anhänger der Union offener für Zusammenarbeit mit der Linkspartei

Die CDU lehnt eine Koalition oder auch nur Zusammenarbeit mit der AfD ab. Mit 75 Prozent unterstützt eine deutliche Mehrheit aller Befragten (85 Prozent der Unionsanhänger) diese Position. Eine Zusammenarbeit von CDU und Linken bewerten die Wähler anders: Nur 37 Prozent aller Befragten unterstützen die CDU-Ablehnung, 58 Prozent sprechen sich dagegen aus. Unter den Unionsanhängern finden es 51 Prozent richtig, dass die CDU nicht mit der Linken zusammenarbeiten will, 44 Prozent finden das falsch.

Beim Thema Grundrente, das vielen als Schicksalsfrage der großen Koalition gilt, ist mehr als die Hälfte aller Befragten (51 Prozent) der Meinung, dass Geringverdiener, die mindestens 35 Versicherungsjahre haben, eine Aufstockung der Rente nur nach einer Prüfung von sonstigen Einkünften und Vermögen erhalten sollten. 45 Prozent sehen das nicht so. Anhängern der CDU/CSU und der FDP fordern besonders häufig eine solche Bedürftigkeitsprüfung.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 5. bis 7. November 2019 bei 1264 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!