Im Streit um Richard Wagners "Walküre" in Israel hat Daniel Barenboim die Musik des deutschen Komponisten in Schutz genommen. "Die Opern Wagners sind im Gegensatz zu seinen Schriften nicht antisemitisch", sagte der künstlerische Leiter der Berliner Staatsoper.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 08.05.2001
Ein bisschen demütigend ist das schon. Da läuft in Cannes erstmals ein Animationsfilm im Wettbewerb, "Shrek" heißt er, entstanden unter der Regie des bisher nicht eben weltberühmten Paares Victoria Jenson und Andrew Adamson - und das Menschlichste, was sich über dieses satirische Monstermärchen aus dem Hause Dreamworks sagen lässt, ist, dass Schauspieler einer gewissen Kategorie - Eddie Murphy, Cameron Diaz und Mike Myers etwa - den total digital hergestellten Figuren ihre wertvollen Stimmen leihen.
Frank Beyer hat aufgeschrieben, wie er zum Film kam. Durch Plünderung.
Stephanie Klee arbeitet als Hure. Sie betreibt die Agentur "Highlights" und ist Diplom-Verwaltungswirtin.
Wirtschaftsfaktor: Die Prostitution ist ein Wirtschaftsfaktor. Nach Schätzungen, die sowohl die Hurenorganisation Hydra als auch die zuständigen Ministerien für seriös halten, werden im Gewerbe etwa 12,5 Milliarden Mark jährlich umgesetzt.
Erst der Stoßseufzer: Die Filmboard, Filmförderung der Länder Berlin und Brandenburg, übersteht auch ihr siebentes Jahr. Die drohende Fünf-Millionen-Mark-Kürzung von Seiten Brandenburgs, die eine gleichwertige Kürzung Berlins nach sich gezogen hätte, ist vom Tisch - sofern man den Andeutungen von Filmboard-Chef Klaus Keil und Hans Peter Morgenroth, dem Filmboard-Aufsichtsratsvorsitzenden und Vorstandsmitglied der Landesbank Berlin, Glauben schenken darf.
Deutschlands musikalische Vergangenheitsbewältigung hat gerade erst begonnen: Nachdem die Musik der im Dritten Reich als "entartet" verfolgten Komponisten wiederentdeckt wurde, wendet sich jetzt das Interesse auch denjenigen zu, die unter den Nazis komponierten: Augsburg feiert Werner Egk und Berlin Ernst Pepping, den führenden deutschen Kirchenmusiker nach Hugo Distler. Zum hundertsten Geburtstag des seit 1934 bis zu seinem Tod 1981 in Berlin lebenden TU-Ehrendoktors hat die Ernst-Pepping-Gesellschaft eine ganze Reihe von Konzerten und ein Symposium auf die Beine gestellt, in denen die Musik Peppings auf den Prüfstand gestellt wird.
Der elfjährige Jonah weiß nichts vom Beruf seiner Mutter. Geht die dunkelblonde Frau im schwarzen Hosenanzug abends zur Arbeit, so denkt Jonah, sie schenkt Bier aus, serviert Schnitzel und kassiert bei den Gästen, so wie früher.
Längst über den quengeligen Sound des namensgebenden Instruments hinausgewachsen ist das Berliner Elektrodancepop-Duo Le Hammond Inferno. Im discophilen Süden Europas und erst recht in Japan, wo man sich allen krautigen Sonderbarkeiten gegenüber aufgeschlossen zeigt, sind sie veritable Popstars, nur in ihrer Heimatstadt noch ein wenig verkannt.
Zwischen Marokko, Andalusien und dem Wiener Hotel "Orient" lässt André Heller das Personal seines Erzählbandes "Als ich ein Hund war" auftreten. Wie auf einem Basar tummeln sich "Kleinfischschlucker, blutjunge Mädchen mit Skorpionen, die Dallmeyer Friederike beim Pfänderspiel, zwei Menschen, die sich als Literatur empfehlen" - und im Grunde genommen immer der Multimediameister selbst.
Ich habe ja immer großen Respekt vor der Intelligenz der Menschen gehabt. Aber die Richtung, in die Italien sich bewegt - das ist so paradox, so absurd, so ungerecht.
Vielleicht ist man nach zehn Jahren Quander/Barenboim ja ganz zufrieden damit, bei schönstem Sonnenschein in die gruftige Staatsopern-Konditorei gelotst zu werden, um dort nicht einmal ein Mineralwässerchen gereicht zu bekommen. Vermutlich würden wir uns auch gar nicht darüber alterieren, wenn das, was Georg Quander und Daniel Barenboim im Blick auf die Spielzeit 2001/02 zu verkünden hatten, ein klein wenig passionierter ausgefallen wäre.
Der komisch-gruseligen Wirkung, die der "Struwwelpeter" heute erzeugt, verdanken wir schon manch hübsche Umdeutung auf Bühne und Papier. Alexander Hawemann und Gerd Knappe haben sich das Kinderbuch erneut vorgeknöpft, um die fragwürdige Pädagogik darin aufzuspießen.
Huren können ihren Lohn künftig einklagen. So will es die rot-grüne Bundestagsfraktion.