Wie sind Sie in den Besitz des Fernschreibens gelangt, das den Inhalt des Washingtoner Gesprächs über Gaddafi wiedergibt und das angebliche Geständnis seiner Beteiligung an dem Anschlag enthält?Der vorbenannte Inhalt ist mir in meiner Eigenschaft als Vertreter von Geschädigten des La Belle-Anschlags bekannt geworden, und es war meine Pflicht, diese Informationen den Verfahrensbeteiligten in der Hauptverhandlung bekanntzugeben, insbesondere weil er für die Schuld- und Straffrage bedeutsam sein könnte.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 15.05.2001
Er hat es geschafft. Am Sonntag ist der reichste Mann Italiens mit knapper Mehrheit zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden.
Jisca Simon ist 25 Jahre alt und eine Pendlerin zwischen den Welten: Da ist zum einen die Enge des "Moschaw", der religiösen landwirtschaftlichen Siedlung im Norden Israels, in der sie aufgewachsen ist. Und dann lockt da immer wieder Jerusalem, dieser verwirrende Ort, der Weltlichkeit ausstrahlt und Jiscas geheime Obsession für den Witwer Elischa schürt.
Leidenschaft im Jazz geht anders: Das Quintett "5 Six 7" seziert mit kühler Präzision die Stücke von Bandleader und Posaunist Christophe Schweizer. An Meistern der Jazz-Abstraktion wie Lennie Tristano oder Thelonious Monk geschult, werden weit ausgreifende Kompositionen aufs knöcherne Gerüst abgeschält, ehe komplexe Arrangements neue Nervenstränge legen und punktgenaue Soli Muskeln und Haut modellieren.
Gleich am Eingang ringelt sich in einer Glasvitrine kilometerlanger Tonbandsalat, haufenweise quellen Videoschnipsel aus Plas-tiktüten, zerrissene Briefe und Protokolle füllen Säcke - alles, was vor dem Verfolgungswahn dieses paranoiden Geheimdienstes nicht sicher war, liegt jetzt zerrissen und dennoch erhalten in Papiersäcken. 15 600 wurden in den Stasi-Büros gefunden.
Wenn die Eagles demnächst nach Berlin kommen und ihr legendäres "Tequila Sunrise" in den Abendhimmel über der Waldbühnen-Muschel hauchen, dann wird es wie eine Botschaft aus versunkenen Zeiten klingen. Cowboys, Jugendträume, Mädchen, die nichts trinken, dafür aber auch nichts von Musik verstehen - all das gibt es nicht mehr.
Frank Schneider bemühte sich, die Sache herunterzuspielen: Als "gewisse Vorkommnisse, die die Spekulationen anregen", wollte er das Gerücht einer Fusion von Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin verstanden wissen, von dem eine Berliner Zeitung am Wochenende berichtet hatte. Ein klärendes Gespräch mit dem Kultursenator werde in den nächsten Tagen stattfinden, so der Konzerthaus-Intendant.
Lore Stefanek und Lore Brunner schleppen Teller mit Kuchenbergen aufs Podium. Und schnell erweist sich die Süßspeise als gelungener Coup.
Allen künstlerischen Klageliedern auf die postmoderne Vereinzelung zum Trotz gibt es noch gegenständliche soziale Bindungen: Die Performer Antonia Baehr und William Wheeler, die sich in Chicago kennen lernten und letztes Jahr nach Berlin übersiedelten, erscheinen jedenfalls Hände haltend auf dem Szenario. Da sich solch eine Symbiose allerdings auch beim allerbesten Willen nicht komplikationslos gestalten kann, arbeitet sich der "Organismus mit zwei verschiedenen Persönlichkeiten" unter dem Titel "Holding Hands" schließlich zu höchst emotionalem Material vor.
Eine mit Eisenteilen versetzte Drei-Kilo-Bombe, zwei tote US-Soldaten, eine getötete Türkin, 200 weitere Verletzte und eine zerstörte Diskothek, das "La Belle" in Berlin-Schöneberg - damit fing die unendliche Geschichte des La-Belle-Prozesses an. Der 5.