Den gestrigen Muttertag habe ich zum Anlass genommen, schonungslos über meine Rolle in der Gesellschaft nachzudenken. Zu diesem Zweck habe ich das praktische Mutterdasein für ein paar Stunden unterbrochen und mich mit einem Buch ans offene Fenster gesetzt, mit Barbara Vinkens gerade erschienenem Werk "Die deutsche Mutter - der lange Schatten eines Mythos".
Alle Artikel in „Kultur“ vom 13.05.2001
Die "Nacht der Lyrik" im Haus der evangelischen Stadtmission in Erfurt versuchte noch einmal alles, um der Literatur einen würdigen Rahmen zu geben. Über dem jeweils Lesenden thronten ein Klavierspieler und der mit einer souveränen Moderatorenstimme ausgestattete Gert Heidenreich, der das gute Dutzend Lyriker mit solch sonor geschultem Ton vorstellte, dass eigentlich gar nichts mehr schief gehen konnte.
Der Himmel ist hellblau. Die Wolken sind strahlend weiß.
Ein russischer Jude trifft in Berlin seine assimilierten Verwandten - Initialzündung für ein amüsantes "Tohuwabohu". Aus dem so betitelten Roman von Samy Gronemann, erstmals erschienen 1920, liest dessen neuer Herausgeber Joachim Schlör.
Die Lounge des Hyatt-Hotel in Hamburg. Martin Gore, Songschreiber von Depeche Mode, und der Wiener Produzent und DJ Richard Dorfmeister sitzen einander in weißen Sesseln gegenüber.
Nein, denkt die Zuhörerin zu Beginn, das geht nicht. Mozart, so nüchtern, so glasklar, so laut?
Atomphysiker müssen sich jahrelang wie Bergleute gefühlt haben. Schließlich stellen sie ihre Kompetenz einer sterbenden Industrie zur Verfügung.
"Die Seite fünf ist nicht da." Der melancholisch gedehnte Takt der ungarisch-deutschen Sprachmelodie stockt und György Konrád durchsucht auf der Treppe der Akademie der Künste seine Manuskriptzettel.
Sechs neue Atomkraftwerke sind im Jahr 2000 weltweit ans Netz gegangen. Sie erhöhten die Zahl der Reaktoren auf 438.
Das war kein Albtraum. Das war die Wirklichkeit.
Der Atomkonsens, den Bundesregierung und Energiewirtschaft unterzeichnen wollen, wurde im Grundsatz bereits im Juni 2000 nach zähen Verhandlungen vereinbart. Er sieht nach den Worten von Bundesumweltminister Trittin (Grüne) den Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland etwa bis zum Jahr 2018 vor.