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Sie werden nicht lotrecht aus dem Pflaster ragen, jede von ihnen soll sich ein wenig neigen. Die 2700 Stelen des Berliner Holocaust-Mahnmals werden minimal gekippt, jede anders, keine wird parallel neben ihrem Nachbarn stehen.

Von Torsten Hampel

Mit dem Theater die Welt verändern, die Zuschauer formen und veredeln - das war ein Traum nicht nur sozialistischer Bewegungen. Von der gegebenen gesellschaftlichen Realität ist diese Wunschvorstellung, seit auf der Bühne gespielt wird, immer wieder zerrieben, aber nie ganz vergessen worden.

Von Christoph Funke

Berlin 1978: Ein junger Kunststudent aus Hamburg beschäftigt sich mit "Schrift im Stadtraum", dem Thema seiner Semesterarbeit. Er findet dazu in Berlin-West die Spuren einer Vergangenheit, die melancholisch in die Gegenwart hinüberragt und von der Verlangsamung in der Entwicklung der Stadt erzählt.

Gerhard Schröder ist noch ein bisschen vorsichtig: "Auf dieser Basis lässt sich in enger Kooperation mit der Wirtschaft erreichen, dass der Bundestag noch vor der Sommerpause Rechtssicherheit feststellen kann", formulierte der Bundeskanzler am Freitagmittag. Wenn schon so oft im falschen Moment von einem Durchbruch die Rede gewesen ist wie im Streit um die Zwangsarbeiter-Entschädigung, dann traut sich eben im richtigen Moment niemand mehr, das Wort zu benutzen.

Von Robert Birnbaum

Bevor morgen - mit dem Büchermarkt am Kollwitzplatz (ab 11 Uhr) und der Präsentation der Anthologie "Frische Goldjungs" (Georg Büchner Buchladen, 15 Uhr) - die Prenzlauer-Berg-Literaturwoche zuende geht, gibt es heute Gedichte en bloc. Die Lyriknacht versammelt Debütanten und alte Bekannte, um zu belegen, dass die angeblich obsolete Gedichtform frühlingsfrisch mitten im Berliner Leben blüht.

Nach dem Urteil eines US-Berufungsgerichts zur Zwangsarbeiter-Entschädigung wächst die Zuversicht, dass die Opfer noch im Sommer mit ersten Zahlungen rechnen können. Vertreter von Politik und deutscher Wirtschaft begrüßten das Urteil der Berufungsrichter, die Bedingungen zur Abweisung einer Sammelklage gegen deutsche Firmen in den USA zu ändern.

Von Christian Böhme

Selten sind musikalische Anspielungen bei plastischen Arbeiten so augenfällig wie in den Reliefs von Gisela von Bruchhausen: Das Zusammenspiel der geometrischen Teile, aus denen die direkt auf der Wand hängenden Arbeiten bestehen, weist unterschiedliche Bewegtheit und Rhythmik, Stimmung und Intensität auf. Aus dem Verschieben, Verdrehen und Verbinden der einzelnen scharf konturierten Elemente ergeben sich vielfältigste Kompositionen.

Udo Samel, der musikalische Kopf unter den Schauspielern, schickt Franz Schuberts großem C-Dur-Quintett ein ahnungsvolles Gedicht des Komponisten voraus: "Mein Gebet" (1823) spricht in romantischer Depression von Sehnsucht nach Erlösung, Liebestraum und Martergang. Und dann erklingt das unvergleichliche, posthum erschienene Werk: An den Celli David Geringas, Professor an der Musikhochschule "Hanns Eisler", und seine Schülerin Monika Leskovar.

Von Sybill Mahlke

ürzlich habe ich mal meine Freundinnen durchgerechnet und festgestellt: Mehr als die Hälfte ist kinderlos. Bei der einen oder anderen wird vielleicht ein Sprössling nachkommen, wenn doch noch ein williger Partner auftauchen oder die künstliche Befruchtung anschlagen sollte, aber im Großen und Ganzen wird das so bleiben.

Von Dorothee Nolte

Die bisher lose Vereinigung von Auktionshäusern International Auctioneers (IA) hat sich nach der Gründung einer Aktiengesellschaft Schweizerischen Rechts auf zehn Mitglieder vergrößert: Mit dem französischen Auktionshaus Francis Briest für Moderne und zeitgenössische Kunst und dem in Madrid ansässigen, auf Kunstgewerbe spezialisierten, Haus Finarte España kamen zwei neue Mitglieder hinzu. Die Gruppe hat damit seine Mitgliedszahl gegenüber dem Gründungsjahr 1993 verdoppelt.

"Eigenes Konto" - unter diesem Titel beklagt Kabarettist Matthias Beltz (Luftschloss, 20 Uhr) die allgemein miese Zahlungsmoral. Und findet seinen ganz eigenen Ausweg: Zwecks Doppelverdienst begibt sich der geläuterte Häuserkampf-Sponti nachmittags in die Volksbühne, um das Publikum mit einem Vortrag zum Thema "Das Recht auf Faulheit" fortzubilden.

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