Dass der Kulturkritiker Klaus Theweleit zuweilen auch in einer in die Jahre gekommenen Combo Freiburger Originale seinem Hobby der freien Improvisation frönt, war unter Kennern bekannt und auch ein wenig mythenumrankt. Doch jenseits des Breisgau hatte das niemand gehört, und da man die Leute eh nur mit Gewalt dazu bringen kann, sich freie Musik anzuhören und auch Theweleit-Leser sich lieber an seinen zahlreichen Lektüren zugänglicherer Songs wärmten, hat sich auch niemand darum gekümmert, das Zeug bekannt zu machen.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 10.05.2001
Wie kann das Sinfonieorchester, das Lieblingskind unser Urgroßväter, den Wandel zu einer Institution des 21. Jahrtausends bewältigen?
Er tingelte als mittelmäßiger Komiker, unbegabter Messerwerfer, erfolgloser Feuerspucker, linksdrehendes Joghurt. Es hätte auch rechtsdrehender Quark sein können - dem Münchner Stand-up-Anarcho ist die Richtung völlig wurscht.
Es könnte so einfach sein: Clomiri liebt Imeneo und der (eigentlich) auch sie. Doch er hat Rosmene befreit und will sie als Preis dafür.
Der Künstler Micha Ullman hat nach einem Gespräch mit der Berliner Bauverwaltung erneut bekräftigt, dass er eine Tiefgarage in unmittelbarer Nähe seines Mahnmals in Erinnerung an die Bücherverbrennung vom Mai 1933 ablehnt. "Ich habe meine Arbeit verteidigt", sagte er in der Berliner Akademie der Künste.
Roland Berger (63) ist Unternehmensberater in München und ein Kenner des Lufthansa-Konzerns. Herr Berger, Sie kennen den Lufthansa-Konzern seit vielen Jahren.
Top-Halbwertzeit für einen DJ/Producer: Seit 1988 turnt Tim "Bomb the Bass" Simenon durch die Clubmusik-Szene! Seit er mit "Beat dis" vergoldet wurde, sich sein Studio einrichtete, in dem er dann Neneh Cherry und andere produzierte undsoweiter, bis er schließlich in Amsterdam landete, wo ihn das Berliner Label Morr Music mit Lali-Puna-Sängerin Valerie zusammenbrachte: Das Ergebnis, die neue Super-hyper-duper-Single "Clearcut" präsentiert Simenon heute in Berlins feinstem Club.
Ihre Ausstellung wird im Hamburger Bahnhof von Filmen Hans Jürgen Syberbergs begleitet, darunter "Hitler - ein Film aus Deutschland". Welche Bedeutung hat dieser Film für Sie?
Das deutsche Goethe-Institut e.V.
Muse sind altmodisch: Muse sind eine musikalische Popgruppe. Das eine und somit auch das andere stellten sie in der Columbiahalle nachhaltig unter Beweis.
Cannes ist die Überdosis, von Anfang an. Schon der rote Teppich für jedermann am Flughafen von Nizza, das Spalier überdimensionaler historischer Filmkuss-Fotos, das der gemeine Filmtourist auf dem Weg zum Ausgang abschreitet - ist es nicht der passende Vorgeschmack auf jene rot ausgekleidete Freitreppe und die Hysterie, die dort wenige Stunden später Nicole Kidman umbranden wird?
Für die streikenden Lufthansa-Piloten hat die Vereinigung Cockpit (VC) "Verhaltensregeln bei Arbeitskämpfen" zusammengestellt. Darin heißt es:"Verweigern Sie die Arbeit, Sie haben ein durch die Verfassung geschütztes Recht dazu!
Eine "latente Oper" sah Adorno in Bergs "Lyrischer Suite". Das Alban Berg Quartett geht diesem Hinweis inzwischen mit solch glühender gestischer Intensität und Überredungskunst nach, dass man einer geradezu sichtbaren Musik zu begegnen meint.
Irgendwann ist Ihnen das bestimmt auch schon mal passiert: Sie stehen in einer Schlange vor dem Eingang eines Clubs, haben sich in Schale geworfen, sind in Feierlaune, freuen sich auf gute Musik und ein paar Drinks. Und dann stellt sich Ihnen plötzlich jemand in den Weg und sagt: "Tut mir Leid, heute nur für Stammgäste.
Ihr Lied über ein ewig unzufriedenes Wesen, dem letztlich nur Zuneigung hilft, steht als Titel über Beate Lamberts Mitmachkonzert für Kinder von drei bis zehn Jahren: Im Rahmen des Kinderliederfestivals "Der goldene Stern" fordert der "Der Meckertroll" die kleinen Leute zum Hüpfen, Singen, Klatschen, aber auch zum Meckern auf. Nichts zu meckern gibt es über die ansprechenden Kompositionen der Marburger Liedermacherin, die mehrere Instrumente spielt und morgen, gemeinsam mit Jan Kleeb im "Duo Auch", die Kirche Alt-Lietzow mit internationaler Folklore beschallen wird.
Über keine Wörter wird so viel nachgedacht und über keine so wenig reflektiert wie über Namen. Weniger über Familiennamen, mehr über Vornamen.
Meister des CountryWesternSwingPolkaJazz-Banjos: Bela FleckAngeblich hatte Bela Fleck als Teenager seine musikalische Initiation beim Betrachten von John Boormans düsterer Outlaw-Parabel "Deliverance" (dt. "Beim Sterben ist jeder der Erste", 1971): Die hypnotische Szene, in der sich ein verwahrloster Hillbilly-Junge und ein Wochenend-Abenteurer ein atemraubendes Banjo-Gitarren-Duell liefern, ließ den jungen New Yorker selbst zur scheppernden Bratpfanne greifen.