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Lange war unklar, was aus dem Schadowhaus in der Schadowstraße werden sollte - ein paar Steinwürfe von der wohl populärsten Schöpfung des Bildhauers, dem Brandenburger Tor, entfernt. Die Bundesvermögensverwaltung hielt ihre Hand auf der berühmten Immobilie mit der klassizistischen Straßenfront, deren Restaurierung nicht vorankam.

Etwas lehrerhaft wirkt es schon, wie Leopold Hager seine Einsätze gibt. Wichtig fährt der ausgestreckte Zeigefinger nach oben, um dann auf einen Spieler niederzufahren: "Mozart, Haffner-Serenade, zweites Menuett!

Von Carsten Niemann

Vor der Maria am Ostbahnhof hatte sich eine lange Schlange gebildet, als plötzlich eine noch viel längere vorbeikam: eine Skater-Demo rauschte zum Alexanderplatz. Tauchte kurz auf, verschwand dann wieder in der Dunkelheit.

Von Kai Müller

Die "gelben Elektrischen" "rullern" nicht mehr, heute surren sie eher. Aber sie fahren seit einiger Zeit wieder über den Berliner Alexanderplatz, und wenn es nach dem Willen von Claude Döblin ginge, dann surrten sie bald an einem Denkmal seines Vaters vorbei.

Seit Joseph Conrads "Herz der Finsternis" gilt der Kongo als Synonym für Afrika, dessen sprichwörtliche Dunkelheit das Licht der Aufklärung nicht zu erhellen vermag. Wie sonst nur der Amazonas steht der von Stromschnellen durchzogene Fluss für ungezähmte Natur und für eine von keiner Zivilisation beleckte Kultur, deren Primitivität weiße Besucher das Fürchten lehrt.

Von Hans Christoph Buch

Sie hat ihren eigenen, dekadenten Charme, die Anreise nach Glyndebourne. Der überfüllte Zug, die feinen Herrschaften im Smoking und langen Abendkleid mit ihren Picknickkörben und Schottendecken inmitten müder Werktätiger, die von der Arbeit in ihre Vororte heimkehren .

Es war einmal, an einem schwülen Juniabend, ein Wasserrohrbruch im siebten Stock eines Hochhauses. Und es soll so sein, dass der Hausmeister Hans Lomeier sich auf die Suche nach dem Leck in der Leitung begibt, wobei er der arabischen Nachbarin Fatima begegnet, die auf ihren Liebhaber Kalil wartet, wie immer in der Stunde der untergehenden Sonne, wenn ihre Mitbewohnerin Franziska, eine an Amnesie leidende Medizinisch-Technische Assistentin, in einen rätselhaften Tiefschlaf fällt und halbnackt auf dem Sofa liegt, was prompt Karpati, den Spanner von gegenüber anlockt, der sich in die Wohnung schleicht und über der wehrlosen Schläferin seine schwülstigen Erweckungsphantasien ausschwitzt, während Kalil im Fahrstuhl stecken bleibt und hinter der schlüssellosen Fatima die Haustür zufällt und Lomeier das verschwundene Wasser in den Wänden singen hört und Franziska träumt, dass sie als Kind auf dem Basar von Istanbul entführt wurde und eigentlich eine verwunschene Beduinenprinzessin ist, was für den lüsternen Küsser Karpati zur Folge hat, dass er sich plötzlich im Bauch einer Cognacflasche wiederfindet: "Über mir der Flaschenhals, den ich vergessen habe, wieder zu verkorken, unerreichbar hoch.

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