Der Tanz beginnt bei den Ohren. Raúl Linarez sitzt am Rande des Spiegelsaals und atmet die Luft des Bandoneons.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 19.02.2001
Mein Katechismus, der in Frage und Antwort eine Weltreligion erklären will, benötigt dafür 317 Seiten. Mein Duden, dessen Ziel es ist, gesprochene deutsche Wörter korrekt in geschriebene umzusetzen, braucht dazu 1152 Seiten, und es fällt einem schwer, nicht zu jeder Seite noch eine Kolumne dazuschreiben.
Sieht die Bundesregierung die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland durch die innenpolitischen Querelen um die Vergangenheit des zuständigen Ministers behindert? Die Bundesregierung in Gestalt der stellvertretenden Regierungssprecherin Charima Reinhardt guckt ein bisschen gequält.
Bevor sich Paul Bonin irgendwann in den achtziger Jahren von London aus auf den Weg nach Europa machte, ließ er in seinem Pass unter der Rubrik Beruf "Musician" eintragen. Seitdem ist er genau das: Musiker, und zwar in Berlin.
Gott, so formulierte es der Religionskritiker Ludwig Feuerbach 1841, ist eine vom Menschen erschaffene Projektion. Eine Projektion des eigenen Strebens nach Vollkommenheit und Unsterblichkeit.
Jede Landschaft ist immer nur so schön wie die Lieder, die über sie gesungen werden. Wer zum ersten Mal in seinem Leben die französische Mittelmeerküste sieht, wird dabei geradezu unweigerlich eine Melodie und einige Textzeilen zu hören glauben.
Japaner sind ja bekanntlich ein total verrücktes Völkchen. Da wundert es auch nicht, wenn die Literaturwerkstatt behauptet: "Die Japaner machen es mit Stühlen".
Reinhard Mutz (62) ist stellvertretender Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik und Friedensforschung in Hamburg. Die USA bombardieren mit den Briten Irak, Deutschland schweigt.
In außenpolitischen Fragen lassen sich Bundesregierung und Bundestag von Stiftungen und wissenschaftlichen Instituten beraten. Unter Experten bedeutend, beim Bürger aber nahezu unbekannt ist die Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP), die erst kürzlich aus Bayern nach Berlin zog.
Nicht nur Helge, sondern auch Martin Schneider ist komischWenn Martin Schneider stumm, mit unnachahmlicher Gesichtsgymnastik, nach Worten ringt, ist das allein schon witzisch. Doch der hessische Comedian kann sich noch steigern.
Der Deutsche Kulturrat hat den Vorschlag von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin begrüßt, bei der umstrittenen Besteuerung ausländischer Künstler in Deutschland eine "Bagatell-Grenze" einzuführen. Die jetzige Regelung mit dem generellen hohen Steuersatz von 25 Prozent habe sich als "Künstleraustausch-Verhinderungssteuer" erwiesen, betonte der Kulturrat: "Wir brauchen mehr, nicht weniger ausländische Künstler in Deutschland.
Ein Szenario, nicht allzufern in der Zukunft: Sie verspüren Hunger, werfen einen Blick in den Kühlschrank und wechseln angesichts der dort herrschenden Leere hinüber zum zentralen Haushaltscomputer. Sie wählen die Internetadresse Ihres Lieblingssupermarkts.
Kuckuck, Kuckuck, rufts aus der Uhr. Dann öffnet sich ein Türchen und ein Männchen auf einem Brettchen schwenkt heraus.