Der Joseph-Breitbach-Preis, mit insgesamt 255 000 Mark der am höchsten dotierte Literaturpreis in Deutschland, geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Thomas Hürlimann, Ingo Schulze und Dieter Wellershoff. Die Aufteilung des Preises unter drei Autoren ist seit der erstmaligen Vergabe im Jahr 1998 Usus, da die Preissumme aufgrund des nachgelassenen Vermögens des Preisstifters Joseph Breitbach weitaus höher ist als die des angesehensten deutschen Literaturpreises, des Georg-Büchner-Preises.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 02.08.2001
Keine Cowboys und Viehzüchter wie in "All die schönen Pferde", keine Marihuanafarmen wie in "Blow", keine pittoresken Dörfer und jahrhundertealte Mythen wie in "The Mexican" - nur erbarmungslose Sonne auf Asphalt, Suff und Sex für Pesos und all das in Schwarzweiß: Das ist "Night Train", der sämtliche Mexiko-Klischees auf den Kopf stellt und die Grenzstadt Tijuana als eine Art Ballermann-City für amerikanische Tumb-Touristen präsentiert.Joe Butcher jedenfalls, mit straff gespanntem Billig-T-Shirt überm Bierbauch, scheint ganz gut dort hinzupassen.
Voodoo braucht keine Schwarze Messe mehr, keine lebendigen Schlangen. Um die mächtige Energie der Ahnen aufleben zu lassen, genügen der hühnenhafte Gitarrist Jean-Paul Bourelly mit seinen haitianischen Wurzeln, Ex-Defunkt-Drummer Kenny Martin und der kräftige Afro-Cellist Muneer B.
Längst ist auch das Weltall keine kleinkunstfreie Zone mehr. Aktuell durchkreuzt das Spaßshuttle des Kabarettensembles "Lampenfieber" die unendlich witzigen Weiten.
Ein kleines Städtchen am Fluss, das Ufer ist gesäumt von Fachwerkhäusern, ein Fabrikschlot reckt sich gen Himmel, im Hafen liegen schwer beladene Lastkähne. Doch die Aufnahme zeigt kein Provinzkaff, sondern Berlin Mitte im Jahre 1855.
Dass unser Leben ein riskantes ist, gehört zu den Binsenweisheiten des Daseins. Der Mensch ist schwach, und weil dem so ist, läuft er Gefahr, Verlockungen und Verführungen haltlos zu erliegen.
Wenn es um Juden geht, setzt bei vielen Zeitgenossen der Verstand aus. Geht es um den Holocaust, fangen sie am liebsten mit dem Denken gar nicht erst an.
Im Sommer hat Jürgen Bonk besonderen Grund, sich über seinen Spielort zu freuen: 1999 zog das Theater Fürst Oblomov in ein ehemaliges Fabrikgebäude - hervorragend mit mehreren Spielflächen nutzbar und vor allem mit einem großzügigen (Bier-)Garten. Der natürlich nicht nur zum Saufen freigegeben wird.
A bigger Splash, ein Sprung ins kühle Nass eines Swimmingpools. In der Hitze der vergangenen Tage mag so mancher auf diesen Gedanken gekommen sein, zu dem sich dann jene Vision eines Schwimmbad-Bildes gesellt haben dürfte, die zu einer Ikone der jüngeren Kunstgeschichte wurde.
Es war heiß im Kesselhaus der Kulturbrauerei. Doch so richtig warm ums Herz wollte einem dann doch nicht werden mit "Los Elementos".
Mal schaun, ob es nicht gelingt, den einen oder die andere zu einem spontanen Wochenendausflug in die Nähe von Dessau zu bewegen. Vor der spektakulären Seekulisse von fünf gigantischen Braunkohlebaggern, vor Jahresfrist vielbeachtetes Expo-Projekt, findet eines der interessantesten Open Air-Festivals dieses Sommers statt: Die Veranstalter von "Melt" haben bewusst auf die großen (und teuren!
Friedrich II lebensgroß, nur mit Stock und Hut, ansonsten nackt und aus Porzellanscherben zusammengesetzt: So, mit unzähligen Bruchstellen, sieht für Paul Reimert das Preußische aus. Wer will, kann den alten Fritz auch als "Adlericus Rex" betrachten, mit aufgeschweißtem Adlerkopf unter dem Dreispitz und Hühnerbeinen unterm preußisch blauen Rock.