Endlich macht sie wieder Station in Berlin: Dillie Keane, Kopf des Londoner Comedy-Trios "Fascinating Aida", hat einen kräftigen Schuss Sarkasmus und Selbstironie im Gepäck. Dillie ist "middle-aged", was man hierzulande wohl eine riefe Frau nennt.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 07.04.2001
Es gab einmal eine Zeit, da war Kulturpolitik in Berlin unglaublich wichtig. Da brachte der plötzliche Rücktritt einer Kultursenatorin die Stadt an den Rand einer Führungskrise, und wenig später schien die Zukunft einzig und allein von der Frage bestimmt, wie viele Opernhäuser Berlin braucht - und in welcher organisatorischen Verfassung.
"Das System Landowsky hat abgewirtschaftet. Die Entwicklung bei der Bankgesellschaft Berlin zeigt, in welchem Maße die Verquickung von politischem und wirtschaftlichem Einfluss Berlin geschadet hat.
Aus Angst vor einer wiederaufflammenden Formalismusdebatte hielt Dmitri Schostakowitsch sein erstes Violinkonzert sieben Jahre lang unter Verschluss. Melancholie, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung prägen weite Strecken des Konzerts, sozialistische Zuversicht, wie sie von einem sowjetischen Komponisten erwartet wurde, kommt nur als grotesk verzerrtes Scherzo vor.
Sie hätten die deutschen Spice Girls werden können, doch die Schicksalsgötter der Popmusik hatten andere Pläne: Tic Tac Toe gelang Mitte der 90er mit rotzigen Schlampen-Hits wie "Verpiss Dich" und "Ich find Dich scheiße" ein kometengleicher Karrierestart, aber "persönliche Differenzen" zwischen den Ruhrpott-Riot-Girls sorgten bereits 1997 für den Zerfall der instabilen Formation. Eine unschöne Phase juristischer Streitigkeiten folgte, Solo- und Duo-Gehversuche endeten künstlerisch eher desaströs.
Oh Happy Day..
Nachdem in Dresden, Hannover und Berlin die Versuche, Michel Houellebecqs Skandal-Romane für das Theater zu adaptieren, für erhöhte Aufmerksamkeitsorgten, wollte auch das Maxim Gorki Theater nicht auf Houllebecq verzichten. Im Studio hat Martin Kloepfer seine selbst gebastelte Bühnenfassung des ersten Houellebecq-Romans "Ausweitung der Kampfzone" als zotige Farce aus dem Leben des modernen Angestellten inszeniert.
"Als man es gefunden hat, stand es des Nachts auf der Straße, mit einem leeren Eimer in der Hand" - so beginnend zieht die erste literarische Veröffentlichung Jenny Erpenbecks den Leser in ihren Bann. In dieser staunenswerten "Geschichte vom alten Kind" weiß das Mädchen, gefragt, wie es heiße, seinen Namen nicht zu sagen.
Wir schauen in Wohnungen hinein und staunen: Es sind oft die kleinen Ideen, die das Besondere ausmachen. Heute: Mord in Lichtenberg Würden Sie dieser schönen Chaiselongue eine blutige Vergangenheit zutrauen?
Für wenige, flüchtige Momente kommt einem der beunruhigende Gedanke doch in den Sinn: Dass die Möglichkeiten der Bühne, uns Abwechslung zu verschaffen, abzählbar sind, dass der Anschein des Neuen letztlich nur Verpackung ist. Rückgrat eines jeden Varietés seit Erfindung der Zunft bleiben nun einmal die Jongleure, Balancekünstler und Saltoschläger.
Als Siegfried Matthus Konzertdramaturg der Komischen Oper war und seine Kollegen Henze, Lutoslawski und Penderecki als Dirigenten auftraten, hatten die mutig konzipierten Sinfoniekonzerte in der Behrenstraße eine besondere Anziehungskraft. Der Abend mit Werken von Ives, Beethoven und Lutoslawski erinnerte daran.
Ganz unbeabsichtigt landete Klaus von Krosigk, Chef der Berliner Gartendenkmalpflege, zum Schluss seines Vortrags beim 15. Berliner Landesdenkmaltag im Hier und Jetzt.
Die Maulwerker hängen in der Luft. Per Seilzug sucht das experimentelle Vokal- und Theaterensemble aus dem Stall von Dieter Schnebel den Bühnenraum zu ergründen.
Es war einmal ein Genforscher namens Pygmalion, der schuf mit Hilfe seines Assistenten Ganymed die Klon-Frau Galathee, in deren Schönheit er sich besinnungslos verliebte. Diese liebte aber weder ihn, noch den betuchten Lobbyisten Mydas, sondern allein den jungen Ganymed.
Die Sprache kann uns lehren: Deutsche Geschichte fing nicht vor fünfzig Jahren an, auch nicht vor siebzig. Vor 1200 Jahren gab es die deutsche Nation schon.
Wenn Sebastian Müller den Kriegsdienst verweigern will, braucht er einfach nur ein Formular aus dem Internet herunterzuladen. Diese Möglichkeit steht auch den anderen, knapp 175 000 Männern frei, die jedes Jahr "No, Sir!