In einem Punkt ist Klavierspielen wie Tennis: Star wird man nur als Einzelkämpfer, das Doppel bleibt eine Sache für Kenner. Wer Andreas Grau und Götz Schumacher in den letzten Jahren gehört hat, fragt sich, warum ein Flügel immer genug sein soll.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 09.04.2001
Es gibt auf der ganzen Welt wahrscheinlich nur einen Schauspieler, der den Oscar verdient hätte und der den Europäischen Theaterpreis gewonnen hat: Michel Piccoli. Es lässt sich auch keine größere kulturelle Differenz denken als jene, die zwischen dem Global-Spektakel Hollywoods liegt und der legeren Exklusivität des "Premio Europa per il Teatro".
Am dritten Tag des dritten Monats werden die "Flusspuppen" ausgesetzt; übers Jahr dienen "Nagashibina" dem Segen des Hauses, doch zum alljährlichen Mädchenfest werden die schwimmenden Papierfiguren festlich präsentiert, um Unheil und Krankheit ins Jenseits zu verweisen. Einfach gefaltete Miniaturen mit Styroporköpfen, aber auch große Schönheiten aus kostbarem Japanpapier versammelt nun eine Ausstellung im Ethnologischen Museum.
Mit den Köchen und dem Brei ist es ja bekanntlich so eine Sache. Irgendwann kommen sich die Löffel ins Gehege.
Das Radio-Sinfonieorchester Berlin (RSB) hält weiterhin an Marek Janowksi als künftigem Chefdirigenten fest. Bei der Vorstellung des Programms für die Konzertsaison 2001/2 bekräftigten die Musiker nachdrücklich ihren Wunsch, mit dem Dirigenten, der gleichzeitig auch die Dresdner Philharmonie und das Orchester von Monte Carlo leitet, zusammenzuarbeiten.
Dass Bertolt Brecht nicht nur große Dramen sondern auch kleine Pornopoeme schrieb, hat sich weitgehend herumgesprochen. Wer aber hat sie gelesen - und wer hätte gedacht, dass sich daraus eine abendfüllende Kabarett-Revue basteln lässt?
In Hamburg wütet ein Theaterkrieg: einerseits ratlose Zuschauer, erboste Kritiker - andererseits ein irritierend selbstgerechter Intendant. "Fühlen Sie sich als Opfer, oder liegt es an der Qualität der Kunst?
Abstieg auf Raten Arbeitsamt: Der finanzielle Abstieg kommt stufenweise. Wer eine Arbeit vermittelt bekommt, muss Lohneinbußen bis zu 20 Prozent gegenüber seiner letzten Tätigkeit hinnehmen - drei Monate lang.
Gut 4,1 Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland arbeitslos. Knapp ein Drittel von ihnen, nämlich 32,2 Prozent, sind schon länger als ein Jahr ohne Arbeit und damit langzeitarbeitslos.
Tony Vaccaro (79) trug Gewehr und Fotoaparat, als er 1944 an die Front kam: Als GI dokumentierte der in Amerika geborene und in Italien aufgewachsene Autodidakt die Schrecken des Krieges, den Zusammenbruch des Dritten Reichsdas Misstrauen gegenüber den Alliierten und die wachsende Freundschaft zwischen Amerikanern und Deutschen. Für seine Bilder wurde der Fotograf zum Ritter der französischen Ehrenlegion geschlagen.
Es gebe kein "Recht auf Faulheit", sagt der Kanzler. Solidarität könne nur den Willigen gewährt werden.
Ein Traumstart: Mit 18 bekam Angelica Domröse ihre erste Rolle und wurde gleich zum Star. Trotzdem lehnte sie nach dem Erfolg von Slatan Dudows "Verwirrung der Liebe" (1959) einen Filmvertrag ab, machte eine Ausbildung und spielte vor allem Theater.
Die Kunst, ein Schattenspiel der Sehnsucht. Der Geliebte reist in die Ferne.
"Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarität rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.
"Arbeitslose müssen auch zu unterqualifizierten, befristeten und schlecht bezahlten Arbeiten gezwungen werden können, anstatt den Beitragszahlern auf der Tasche zu liegen." Der CDU-Mittelstandspolitiker Klaus Bregger im Oktober 1995"Drückeberger haben doch alle Möglichkeiten, so zu tun, als wollten sie arbeiten, um sich dann binnen drei Tagen wieder hinauskomplimentieren zu lassen.
Akademiker aufs Feld? Arbeitsamt: Wer Arbeit sucht, muss Wunschträume begraben, denn Berufsschutz bei der Arbeitsvermittlung gibt es nicht.
Zwei Dinge sind es, die den echten Freund der Friedenauer Kammerkonzerte ausmachen: Er begeistert sich für Musik auf historischen Instrumenten in intimem Rahmen und er ist in ständiger Sorge um den Fortbestand seiner geliebten Institution. Fünfzehn Jahre ist es her, dass das Freundespaar Bradford Tracey und Rolf Junghanns - Tastenvirtuosen und Sammler historischer Instrumenter - die Reihe in der Isoldestraße 9 begründete.
In langer Schlange stand man an der Kasse des Roten Salons, Freitagabend, kurz nach Acht - zu einer Zeit also, wo Berliner Szenetypen früher gerade mal den Frühstückstisch abdeckten. Das frühe Auf- bzw.
Nach Lenau, Möricke, Hölderlin, Waiblinger, den Komponisten Schubert und Schumann nahm sich Peter Härtling nun einen weiteren Romantiker vor. In seiner E.
Den Berlinern sagt man nach, dass sie überhaupt keine richtigen Berliner sind, sondern Spandauer, die nie nach Neukölln, Neuköllner, die nie nach Wedding, Friedrichshainer, die nie nach Charlottenburg und Wilmersdorfer, die nie nach Pankow kommen. Lauter Kleinstädter also.