Der Filmboard Berlin-Brandenburg droht eine drastische Mittelkürzung. Der Filmförderungsanstalt sollen vom Land Brandenburg gut fünf Millionen Mark gestrichen werden, falls das Parlament in Potsdam bei seinen Haushaltsberatungen bis zum Sommer nicht doch noch anders entscheidet.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 11.04.2001
Wenn eine Band im vergangenen Jahrzehnt zum Synonym für ein Musikgenre geworden ist, dann Tortoise. Weil die komplexen, zwischen Rock, Jazz, Minimal und Elektronik mäandernden Instrumentalcollagen des Quintetts aus Chicago in keine Stilschublade passten, wurde ihnen das Etikett Postrock aufgeklebt.
Die Berliner Symphoniker sind zwar in ihrem Bestand gesichert, jedoch nach wie vor unterfinanziert. Die Vorstellung des Saisonprogramms 2001/2 nutzte Jochen Thärichen, der Intendant von Berlins kleinstem Sinfonieorchester, um den Senat noch einmal dazu aufzufordern, das Verhältnis zu den anderen Klangkörpern der Stadt zu ändern.
Die Volksbühne begibt sich in die Spur der "Kanak Kultur": In einem mehr als zehnstündigen Marathon spürt das bundesweit agierende Netzwerk "Kanak Attak" dem migrantischen Widerstand in Deutschland nach. So arbeitet eine entsprechende History-Revue unter dem Titel "Open Pitbull Autoput" Widerstandsformen und Selbstbehauptungsstrategien gegen Rassismus auf, wobei die Zuschauer gleichzeitig in den Genuss eines Genrekreuzzugs durch Film, Live-Art, Performance, Musik sowie Dokumentar- bzw.
In Franziska Buchs Neuverfilmung ist der berühmte Kästner-Kinderbuchstoff eine rasante Schnitzeljagd durch das Berlin des neuen Jahrtausends - rappende Kids und Breakdance inklusive. Ein netter Film, der aber bei weitem nicht an jene legendäre Version von Emil und die Detektive heranreicht, die Gerhard Lamprecht 1931 nach einem Drehbuch von Billy Wilder inszenierte.
Spieler wollen nur eines: schnelle Siege und Triumphe so hoch wie Wolkenkratzer. Doch damit kommen sie bei Fantasy-Rollenspielen wie "Dungeons & Dragons" nicht weit.
Die Regisseurin Amlie Niermeyer wird zur Spielzeit 2002/2003 voraussichtlich Intendantin am Freiburger Theater. Die 35-Jährige ist die Favoritin einer aus Gemeinderäten und Theaterfachleuten zusammengesetzten Kommission, wie die Stadt mitteilte.
Vor einigen Tagen, die Nachricht konnte kaum einem Bewohner der leidlich zivilisierten Erde entgehen, ging eine fraglos weltbewegende Meldung durch die Presse. Ein paar britische Gerichtsmediziner haben sich nämlich nach 2000 Jahren reliquiengeschwängerten Nichtstuns daran gewagt, endlich ein wissenschaftlich fundiertes Jesus-Bild zu rekonstruieren.
Zum Abschluss der zweitägigen Visite in St. Petersburg gab es doch noch eine Überraschung.
Cecilia Bartoli hat wegen eines grippalen Infekts ihren Liederabend heute Abend in der Berliner Philharmonie abgesagt. Bereits bezahlte Eintrittskarten können an der Kasse der Staatsoper Unter den Linden und den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.
Eigentlich sollte der seit langem diskutierte Hauptstadtkulturvertrag zwischen dem Bund und Berlin für die Jahre 2001 bis 2004 am 4. April endlich unterzeichnet werden.
Götterdämmerung in der Puppenstube? Walhall, Nibelheim und Menschenwelt, übereinandergestapelt und aneinandergeklebt - ein einziges Haus?
Die neue Pantomimengeneration orientiert sich eher an Comic und Comedy als am weißgesichtigen Harlekin. Natürlich wissen auch die "Modern Mimes", was sie der Tradition verdanken, wenn sie Schauspiel, Tanz und Clownerie kombinieren.
Wer nach dem Aufsehen erregenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pflegeversicherung den Generationenvertrag für tot erklärt, sollte einen Moment darüber nachdenken, dass ohne Solidarität zwischen den Generationen menschliches Leben nicht möglich ist. Ob staatlich organisiert oder privat, ob umlagefinanziert oder kapitalgedeckt - an der Tatsache, dass die Menschen in ihrer aktiven Lebenszeit Verantwortung für Kinder und für Alte tragen, ist nicht zu rütteln.
Unter den Theoretikern aus dem Umkreis des französischen Neostrukturalismus gilt er als der dunkelste und schwierigste - der Psychoanalytiker Jacques Lacan. Dies hat seine Jünger allerdings nicht davon abgehalten, ihn wie einen Gott zu verehren.
Die Moderne des frühen 20. Jahrhunderts war ungemein reich an literarischen Texten.
In einen Nachsatz hatte Gerhard Schröder seine Erkenntnis verpackt. Er trete "für die Erweiterung des Familienbegriffs" ein.
Die Psychoanalyse hat einen Test hervorgebracht, bei dem man jedes seiner Familienmitglieder als Tier malen soll. Wer das mal ausprobiert, merkt schnell: Gar nicht so einfach, alle Eigenschaften eines Menschen in einem Affen, einer Eule oder einem Pferd wiederfinden zu wollen.
Neues aus Wien: Burgtheaterdirektor Klaus Bachler präsentierte sein Programm für die Saison 2001/2002. Im Oktober wird Andrea Breth Schillers "Maria Stuart" inszenieren und außerdem im April eine Auftragsarbeit auf die Bühne bringen: "Letzter Aufruf" von Albert Ostermaier.
Heute beginnt das längste Wochenende des Jahres. Sie können viermal lange ausschlafen, und das heißt natürlich auch: Sie können viermal lange feiern gehen.
Das Ehegattensplitting wurde 1958 eingeführt, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Januar 1957 entschieden hatte, dass das damalige Einkommensteuergesetz gegen das Grundrecht aus Artikel 6 des Grundgesetzes verstieß, nämlich den Schutz von Ehe und Familie. Das alte Steuerrecht stellte Ehegatten im Ergebnis wirtschaftlich schlechter als andere Personen.
Der Programmzettel hat das Format einer Speisekarte. "Wagner Ring Kühnel Tat" heißt das Tagesgericht, und wenn schon nicht die Musik zur Aufführung, so durfte Richard Wagner wenigstens einen längeren Text beisteuern, der eine verstümmelte Fassung von "Der Nibelungen-Mythus.