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Zeitgenössische Kunst ist internationaler denn je: Fast fünfzig Künstler aus über dreißig Ländern hat die niederländische Kuratorin Saskia Bos zur zweiten Berlin-Biennale eingeladen. Zwar spielt es noch eine Rolle, woher ein Künstler stammt - ob aus Rio oder Istanbul, Sofia oder Johannesburg -, doch wo er wohnt, ist nahezu irrelevant geworden.

Von Nicola Kuhn

Anfang der Achtziger versuchten einige US-Bands, die Weite und Leere der Wüste in karg-hypnotischen Rocksongs einzufangen. Neben dem Gun Club oder Green On Red tat sich das Dream Syndicate hervor, das in magischen Momenten die manische Melodiosität Neil Youngs mit dem rhythmischen Stoizismus von Velvet Underground vermählte.

"Politische Romantik" stellt der Politikwissenschaftler Herfried Münkler als Eröffnungsthema eines internationalen wissenschaftlichen Symposiums in den Raum, genauer den Apollo-Saal der Berliner Staatsoper. Hier geht es - in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität und in Verbindung mit dem Wissenschaftskolleg - zum vierten Mal darum, die Festtage des Hauses mit guten Reden zu begleiten.

Von Sybill Mahlke

Die Operndiva Maria Callas hat Almut Heise gleich mehrfach in gleicher Haltung und Kleidung porträtiert. Doch während die Callas auf dieser Zeichnung auf den ersten Blick zu identifizieren ist, erscheint sie auf einem wenig später entstandenen Gemälde plötzlich mit blonden Haaren und hellen Augen.

Selten ist die Verbindung zwischen Kunst und Kommunikation so unmittelbar wie bei dem 1956 in Massachusetts geborenen Künstler und Kunsttheoretiker Joseph Grigely. Als Kind wurde er nach einem Unfall gehörlos.

Wenn sich Türken gegenseitig als "türkische Schwabensau" oder "arbeitsscheue Ossimanen" beschimpfen, dann betrachtet Sinasi Dikmen seine Mission als geglückt: "Sucht nach dem Deutschen im Türken, nur so wird Integration möglich." Lange bevor schrumpfdeutsche Multikulti-Kids durch die Comedy-Szene geisterten, pflegte der Wahl-Frankfurter deutschsprachiges Kabarett - zusammen mit Mushin Omurka als Duo "Knobibonbon".

Tsuyoshi Ozawa gehört zu den "ehrgeizigen und zwiespältigen Realisten", einer Gruppe zeitgenössischer japanischer Avantgarde-Künstler, die sich nach ihrem gemeinsamen Geburtsjahr "Group 1965" nennen. Die Gruppe verbindet vor allem eine Abkehr vom traditionellen Kunstbetrieb.

Als Regisseur ist Kutlug Ataman in Berlin längst bekannt durch seinen in Kreuzberg gedrehten Spielfilm "Lola und Billidikid", der vom Alltag türkischer Transvestiten erzählt. Nun kehrt er zurück mit einer sechsteiligen Videoinstallation, in deren Mittelpunkt ebenfalls ein Transvestit steht, der in einem halbdokumentarischen Film sein eigenes Leben mit allen schmerzvoll gemachten Erfahrungen nachspielt.

Kendell Geers ist ein politischer Künstler, der den Anstoß für seine Arbeiten aus Konflikten seiner südafrikanischen Heimat bezieht. Seine Themen - Gewalt, Unterdrückung, Mechanismen der Ausgrenzung - haben aber universelle Gültigkeit.

Die Konfrontation zwischen hungerstreikenden Häftlingen und dem Staat in der Türkei weitet sich zu einer gesamtgesellschaftlichen Krise aus. Sechs Monate nach Beginn der Protestaktionen linksradikaler Gefangener fielen dem Konflikt in den vergangenen Tagen erstmals auch mehrere Außenstehende zum Opfer.

Von Susanne Güsten
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