Der 71-Jährige Dieter Oberndörfer ist Vorsitzender des Rates für Migration. Das Gremium begleitet die Asyl- und Einwanderungspolitik der Regierung kritisch.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 21.04.2001
In einem der wenigen Interviews, zu denen er sich in den letzten Jahren bewegen ließ, analysierte Giuseppe Sinopoli hellsichtig das Gemeinsame seiner drei scheinbar so disparaten Interessen: "Bei der Medizin, bei der Archäologie und auch bei der Musik geht es eigentlich um das Ausgraben von Menschen." Eine Selbstcharakterisierung, die die innere Triebkraft des Künstlers, Forschers und Arztes Sinopoli verrät.
Sein Tod. "Pur ti riveggio!
Die Umsetzung progressiver, elektronischer Clubmusik ins Bandformat ist in Berlin seit den Elektronauten beliebt - im Underground, wohlgemerkt. Aber ganz ohne Widersprüche ist das nicht: Hier die DJ-Musik mit ihrem Verzicht auf Songstruktur, Show-Effekte und schwitzende Schlagzeuger, da das "Band"-Prinzip, das all das braucht.
Das Universum der Popmusik wird immer unübersichtlicher. In der Mitte eines schier endlosen Raumes hockt dumpf und träge der Mainstream, an den Rändern jedoch knistert und brodelt es.
Der tragikomische Plot entstammt Slawomir Mroszeks Stück "Auf hoher See". Auch in "Ein kleines bisschen Untergang" ringen drei Schiffbrüchige auf einem Floß um die Entscheidung, wer sich als Nahrungsmittel opfern soll.
Sergio Ramirez (58) ist einer der wichtigsten Schriftsteller Lateinamerikas. Als Gegner des Somoza-Regimes emigrierte er Anfang der 70er Jahre, zwei Jahre war er DAAD-Stipendiat in Berlin.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels möchte die nationale Buchpreisbindung doch gesetzlich festzurren und hat darüber Gespräche mit Bundeskanzler Schröder, mit Kulturstaatsminister Nida-Rümelin und den großen Parteien geführt. "Bundesregierung und Parlament scheinen bereit zu sein, diesen Weg mit dem Börsenverein gemeinsam zu gehen", sagte Börsenvereins-Geschäftsführer Harald Heker dem "Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel".
Begonnen hat alles mit der Green-Card-Initiative des Bundeskanzlers im Februar 2000. Seitdem wird in Deutschland über die Steuerung von Einwanderung diskutiert.
Nach einem romantischen Märchen, das Bettina von Arnim vor über hundert Jahren zusammen mit Tochter Gisela schrieb, drehte ein ambitioniertes Filmteam die Komödie "Gritta von Rattenzuhausbeiuns" (ab 6 Jahre): Frei und wild, umgeben von freundlichen Nagetieren, gestaltet sich Grittas Kindheit in einem verfallenen Schloss quasi antiautoritär, ist doch der hochgräfliche Herr Papa vollauf mit dem Basteln seltsamer Maschinen beschäftigt. Bis eine neue Stiefmutter in die Idylle platzt und das Mädchen aufs Internat schickt.
Mit das Erste, was ein Mann morgens nach dem Aufstehen sieht, ist seine Küche. Ein ganz banaler und alltäglicher Anblick, wären da nicht die Straßenköter.
Wieviel Gegenwart verträgt ein Jüdisches Museum? Durch das Centrum Judaicum an der Oranienburger Straße, wo eine Dauerausstellung die Geschichte der Berliner Jüdischen Gemeinde dokumentiert, wandert nun außerdem, bis zum 20.
"Eine grauenvolle Tragödie" nennt Dirigent Christian Thielemann Sinopolis plötzlichen Tod: "Wir heulen alle hier", so der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper. Thielemann widerspricht Sinopolis Ruf als "Intellektueller am Dirigentenpult".
Zehn Jahre sind bereits ins Land gegangen, seit die Wiedervereinigung Berlins die Chance eröffnete, die geschundene Stadtgestalt behutsam zu heilen. Am wenigsten gelang es auf dem Areal des Schlossplatzes.
Die See wogt rau, und Sand pfeift über den verlassenen Strand. Ansonsten gibt es wenig Bewegung in dem irischen Küstendorf.
Gott ist nicht tot: Gott ist ein DJ. Die Erkenntnis - immerhin - hat uns das Pop-Theater gebracht.
Die Nöte des Hamburger Sammlerehepaars Carl und Carin Vogel haben es einmal mehr deutlich gemacht: Trotz leerer Museumskassen ist es heute nicht immer einfach, eine herausragende Privatsammlung adäquat zu präsentieren. Einen Teil ihrer 25 000 Blätter umfassenden Grafikkollektion - immerhin 1800 Arbeiten von Horst Janssen - verkauften sie weit unter Wert an die Claus-Hüppe-Stiftung, damit sie im unlängst eröffneten Oldenburger Janssen-Museum gezeigt werden können.
Die im Ruhrgebiet geplante Triennale soll kein "Importfestival" werden und sich programmatisch von Festivals wie Salzburg oder Bayreuth unterscheiden. Vorgesehen seien "eigene Kreationen für die Industrielandschaft" und ein "anderer Umgang mit dem klassischen Kanon", sagte Gerard Mortier, Intendant der Salzburger Festspiele, am Freitag in Gelsenkirchen nach seiner Bestellung zum neuen künstlerischen Leiter der Kultur Ruhr GmbH.
In der New Yorker 55 Bar gibt es in diesen Tagen keinen Mike Stern. Dafür aber den Saxofonisten Chris Potter, der jüngst bei Verve eine schöne Platte mit dem Titel "Gratitude" herausgebracht hat.
Die Ballettdirektorenkonferenz hat sich für eine größere Autonomie der Tanzsparte an den deutschen Bühnen ausgesprochen. "Die Umwandlung der Theater in GmbHs ist ein Weg, den Ballettkompanien an den Bühnen die künstlerische Freiheit einzuräumen, die sie brauchen", sagte Martin Puttke, Mitglied des Präsidiums der Organisation, zum Auftakt eines Treffens am Samstag in Schwerin.