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Jeder Künstler ist ein Außenseiter. Doch manche sind es mehr als andere - James Ensor zum Beispiel, der Maler skurriler Spukgestalten, oder der Eigenbrötler Robert Walser, der das Schreiben schließlich ganz aufgab, um sich in der abgeschiedenen Welt der Heilanstalten zur Ruhe zu setzen.

Die "Türkin" bringt ihren Blumengruß kniend dar, der "Afrikaner" stößt in das Waldhorn, Japanerinnen zupfen Saiteninstrumente, ein "Araber", weinlaubbekränzt, erinnert flötespielend an Pan, der "Gote" spielt mit seinem Windhund, die "Ägypterin" mit ihrem Reh: Sie alle gehören zu einem "Hochzeitszug" aus Porzellan, den Adolph Amberg 1904 entworfen hatte. Das Brautpaar selbst ist mythologisch überhöht: Die Braut reitet wie "Europa" auf einem Stier.

Berlin wird Musikhauptstadt. Das hat zumindest Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) auf die Fahnen seiner Industrie-Ansiedlungspolitik geschrieben, mit der er im Bereich der Popkultur längst mehr Impulse zu setzen weiß als Kultursenator Christoph Stölzl.

Auch auf der Straße kann man es ihm ganz deutlich ansehen, wenn man ihn etwa auf der Schellingstraße mitten in Schwabing trifft, dass er auf dem Boden geblieben ist trotz all dem Ruhm und allem Pipapo. Und auch auf der Bühne kehrt Georg Ringsgwandl jetzt wieder zu seinen Wurzeln zurück, von denen natürlich auch er sich ursprünglich mit jeder Sprosse, die er auf seiner Karriereleiter nach oben erklommen hat, immer ein Stückchen weiter entfernt hat: akustischer, handgemachter, kleiner folkiger Musik.

Zwischen Ehrgeiz und Größenwahn liegt oft nicht viel freies Feld - und im Falle von Daniel Hardings Debüt beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin nur ein schmaler Grat. Ausgerechnet Gustav Mahlers zehnte Sinfonie sollte es sein, ein Werk, für das sich sein Mentor Simon Rattle seit über zwanzig Jahren einsetzt - und das ohne die Interpretationen des kommenden Philharmoniker-Chefs wohl nie einen festen Platz im Konzertrepertoire ergattert hätte.

Von Ulrich Amling

Nein, es wäre uns nicht so rasch in den Sinn gekommen, Gerhard Schröder mit einem Bild von Caspar David Friedrich zu assoziieren und die Brache vor dem Reichstag mit einer romantischen Landschaft. Doch die Fotografie Konrad R.

Die Genies sind unter uns. Vielleicht wohnen sie nebenan und fallen uns durch stundenlanges Tonleiternüben schon lange auf die Nerven.

"The Beach" war ohne Zweifel einer der abstoßendsten und auf vertrackte Weise subversivsten Filme der letzten Jahre. Ökonomisch und kulturindustriell gesehen war der Film, der jetzt im Prater der Berliner Volksbühne theatralisiert wurde, nicht viel mehr als ein Starvehikel für Leonardo DiCaprio.

Von Peter Laudenbach
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