Die apricotfarbene Krawatte zum dunklen Anzug signalisiert: Hier kommt ein neuer Organisator der herbstlichen Festwochen, der sich in den heiligen Hallen der Klassik zu bewegen weiß, aber keineswegs zu den Wertkonservativen der Branche zählt. Dass der 1959 in Gent geborene Belgier seine Gedanken klar und konzise zu formulieren versteht, mag auch an dem Linguistik- und Informatik-Studium liegen, das er absolvierte, bevor er zur Musik wechselte.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 20.04.2001
Im Pop-Geschäft spricht man bisweilen von street credibility: von einer Glaubwürdigkeit, die aus der Gosse kommt. Markus Luchsinger hat sie: jene profunde Kenntnis der freien Theaterszene, die so schwer zu definieren ist.
Auktionshäusern bieten immer Überraschungen. Bei Irene Lehr, die am 28.
Die Kreuzberger Off-Szene seziert die Dramatik: Unter dem Titel "Die Chirurgen" hat sich eine neue Theatergruppe zusammengefunden, die "unter die Haut sehen" und einen entsprechend körperlichen Stil pflegen will. Zum Auftakt kommt die Peepshowtänzerin "Sunshine" unters Skalpell.
Keine spektakulären Bilder, keine ausgefallenen Schauplätze, keine Action, kein Verbrechen, kein Sex, kein Design, keine konzeptionelle Beleuchtung, kein komplizierter Plot, keine Stars. Dennoch entläßt uns dieser Film vergnügt grinsend aus dem Kino.
Wie stellen wir uns einen Nazi vor? Einen echten Nazi, nicht einen dieser kahlgeschorenen Schreihälse, die ihr ganzes Von-der-Gesellschaft-angekotzt-Sein in antisemitische Parolen kleiden und Ausländer durch die Straßen jagen.
Grausamkeit: in jeder Geste, jedem Wort. Dabei sind die fünf Erwachsenen, die sich da im gediegen möblierten Wohnzimmer "an einem frühen Samstagabend im Frühling" treffen, nette Leute.
Was zum Werk von Thomas Demand gesagt worden ist, kann auch zur Arbeit von Christine Eberhard gesagt werden. Die 1969 geborene Düsseldorferin baut Modelle von Interieurs, fotografiert sie aus idealem Winkel und präsentiert die Konstrukte mit dem unheimlichen Anschein eines realen Raums, der seine Künstlichkeit im selben Maße sichtbar macht wie er ihn dementiert.
Antony Rizzi wollte sich für seine einstündige Performance auf das Wesentliche beschränken: "Ich, meine Mutter und House-Musik". Doch die Performance "Snowman Sinking", mit der das kleine Festival "Körperstimmen" im Podewil zu Ende ging, bietet mehr und weniger.
Die "Bild"-Zeitung machte sich wieder zum Sprachrohr kollektiver Ängste: "Benzin bald drei Mark?", fragte das Boulevardblatt am Freitag in großen Lettern auf der ersten Seite.
Die große Geste des klassischen Illusionisten ist seine Sache nicht. Im Gegenteil: Eckart von Hirschhausen persifliert geläufigen Hokuspokus, indem er ihn kommentierend in Comedy-Monologe verpackt.
Henryk M. Broder hat, in einem Buch versammelt, Kolumnen veröffentlicht, die zum Teil im "Tagesspiegel" erschienen sind.
Wer fährt noch Auto? Die Hälfte aller Deutschen setzt für die Ferienreise nach wie vor aufs Auto - davon geht der ADAC auch für die Urlaubssaison 2001 aus.
Es gab einmal eine Zeit, in der die deutsche Fahne in der Kunst verboten war. Entweder kam das schwarz-rot-goldene Tuch in der Kunst nicht vor, die sich als das Ausserhalb jener graumelierten humorlosen Zone definierte.
Helmstedt ist wirklich nicht so bekannt. Liegt östlich von Braunschweig, war früher Grenzübergangsstadt zur DDR.
Gibt es eine deutsche Leitkultur? Darf es sie geben?
Mit der Kunst ändern sich die Galerien. In den neunziger Jahren überdachten Künstler und Kuratoren das System, in dem sie arbeiteten: Institutionen, das Betriebssystem Kunst und ihre Produktionsbedingungen - auch die Galerie stand zur Debatte.
Kunst gehorcht eigenen Gesetzen. Dem Diktat der Rationalität lässt sie sich nicht unterordnen.
Thomas Schulte (45) eröffnete seine Galerie vor genau zehn Jahren mit einer Installation von Rebecca Horn, die mehr als 5000 Besucher sahen. Mit Ausstellungen von Alighiero E.
Wie schwer Stille manchmal zu ertragen ist, weiß jeder, der John Cages tonloses "4.33" erlebt hat.
Wie treu sind Stammhörer "ihrem" Veranstalter? Gehen Menschen, die die Komische Oper lieben, auch in die Deutsche Oper, hören BSO-Abonnenten mal beim RIAS-Kammerchor rein?
Ihr strahlender Blick verspricht Aufmerksamkeit. Wer sie kennt, weiß, wie gern Silke Zimmermann auf andere zugeht und Menschen wie Ideen zusammenbringt.
Am Ende ging es nicht um Geld oder Kunst, worum Jen Lissitzky, der Sohn und Erbe des konstruktivistischen Künstlers El Lissitzkys, mit der Kölner Galerie Gmurzynska jahrelang gestritten hatte, sondern nur noch um Behauptungen und ihre Interpretation. Denn Lissitzky Junior, heute in Spanien lebend, hatte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29.
In den letzten Wochen ist der Rohölpreis kaum gestiegen. Er liegt bei 28 Dollar.
Eigentlich erst am Montag: Der 6. Welttag des Buches.